Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Gärten des Jahres 2026-Susanne Wiborg- Konstanze Neubauer- Callwey


Das Autorenteam Susanne Wiborg und Konstanze Neubauer haben dieses informative und dabei bildereiche Gartenbuch verfasst. Dabei hat Susanne Wiborg die mehrseitige Einleitung geschrieben. Sie bezieht sich auf Gedanken des Dichters Hugo von Hofmannsthal und kommt zum Ergebnis, dass Garten und Literatur unzertrennlich sind, beide seien ein menschengeschaffener Spiegel und Abglanz der Welt. Ein Gärtner mache das mit seinen Sträuchern, was ein Dichter mit Worten erreiche: er stelle sie so zusammen, dass sie zugleich neu und seltsam erscheinen und zugleich auch wie zum ersten Mal ganz sich selbst bedeuteten, sich auf sich selbst besinnen würden. 

Ich lese in der Einleitung Sätze, die mich sehr erfreuen, so etwa: "Ein alter Garten ist immer beseelt. Der seelenloseste Garten braucht nur zu verwildern, um sich zu beseelen" oder noch besser: "Und darum geht es bis heute: um die Freude." Wie wahr!

Es ist wahr, dass sich Sensibilität nicht erzwingen lässt und Bezug zur lebendigen Umwelt nicht selbstverständlich ist. Susanne Wiborg und alle, die an diesem Buch mitgearbeitet haben, möchten mit diesen "Gärten des Jahres 2026" anregen, unterstützen und fördern. 

Man lernt zunächst die Jury in Wort und Bild kennen, zudem die 14 Partner und kann sich dann in die Laudatio von Burkhard Damm für den 1. Preis, der an die Daniel Berg GmbH erging, vertiefen. Ausgezeichnet wurde die Fähigkeit, Topographie, Panorama und Ruhe des von ihm gestalteten Gartens, die diesen zur einstimmigen Einheit zu verweben. Man lernt diesen in Luzern gelegenen Traumgarten in Wort und Bild kennen. Ein kleiner Lageplan und wesentliche Details werden auch genannt. Hier lese ich nicht zuletzt, dass Ferdinand Graf von Luckner, mit dem ich zu einem anderen Buch vor einiger Zeit bereits ein Interview realisieren konnte, die eindrucksvollen Fotos gemacht hat. Ein Zitat von Daniel Berg rundet die Präsentation ab. 

Es folgen vier Anerkennungen, ein Newcomer, vorgestellt ebenfalls mittels Laudatio, der jeweiligen Beschreibung des Gartens, schönen Fotos, einem kleinem Lageplan, Detailinfos und einem Zitat des Gestalters oder der Gestalterin. 

Dann lese ich begeistert, dass der Fotografie-Preis in diesem Jahr an Ferdinand Graf Luckner erging. Die einfühlsame Laudatio hat Christiane von Burkersroda verfasst. Sie erläutert gut nachvollziehbar wie Luckners Bilderzählung entsteht und weshalb seine Sprache das Licht sei. Was sie meint, kann man anhand seiner Arbeiten im Buch gut nachvollziehen.

Im Rahmen der dann folgenden 44 ausgezeichneten Projekte werden auflockernd und informativ zugleich hochwertige Produkte für den Garten vorgestellt, die die Planerinnen und Planer empfehlen, als da sind: Bodenbelag, Gartenmöbel, Außenbeleuchtung Smart Gardening, Outdoor –Küchen Grillplätze und Sonnenschutz sowie Accessoires. 

Die 44 Gärten wurden von unterschiedlichen Gestaltern kreiert. Alle Gärten sind sehr gut beschrieben und stets gibt es auch ein Zitat der jeweiligen Planer, einen kleinen Lageplan, Detailinfos, darunter auch immer den Namen des Fotografen und tolle Fotos vom fokussierten Garten. 

Es sind stets die Zitate und Bilder die mich neugierig auf einen Garten machen, so etwa Peter Bergs Worte "Die Natur ist in allen Lebenslagen unser Lehrmeister, und ohne Naturverständnis gibt es keine Ästhetik". Beeindruckt hat mich seine Kreation eines bis dato nicht nutzbaren Steilhangs für einen naturnahen Garten in Miesbach. 

Ebenfalls beeindruckend ist der Garten, den die Gartenkultur AG im Wallis gestaltet hat. Das Team bringt es mit dem Satz auf den Punkt "Zwischen Föhren und Felswänden entsteht ein Gefühl von Geborgenheit, Ruhe und landschaftlicher Weite." Die Fotos von Daniel Ilabaca bestätigen das. 

Hervorheben auch möchte ich das Werk der Gartengestalterin Ilka Mahro. Sie fasst zusammen: "Filigrane Leichtigkeit, erzeugt durch Stauden und Gräser werden zu den jeweiligen Jahreszeiten auf verschiedenen Ebenen erlebt." Der 330 m² große Garten wirkt in seiner filigranen Leichtigkeit fast ein wenig wie ein Feengarten. 

Unmöglich, über all die Gärten im Buch etwas im Rahmen der Rezension zu schreiben...  Inspiration findet man in allen Präsentationen zuhauf. Ein Prachtband, ohne Zweifel!

Neben weiteren Informationen rund um  das Gartendesign, gibt es einen sehr lesenswerten Trend-Report 2026. Wie geht man mit Wetterextremen um? Wie gestaltet man Kleinstgärten? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die sich für die Zukunft auftun.

 Adressenmaterial gibt es zum Schluss ohne Ende. 

Wer jetzt nicht beginnt, tut es nie! Das Buch hat alles, was man braucht, um keine Fehler zu machen. Von daher: Lesen und danach handeln.

Helga König

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen