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Rezension: Englands schönste Gartenschätze- Kathryn Bradley –Hole- Callwey


Dieses wunderschöne, sehr informative Gartenbuch beginnt mit einem Vorwort des Duke of Devonshire, der zunächst einmal darauf hinweist, dass seit Hunderten von Jahren das Gärtnern ein wichtiger Bestandteil der englischen und britischen Kultur sei und, dass  wie in der Kultur überhaupt,  auch im Gartenbau die Mode eine mächtig wechselnde Kraft darstelle. Deshalb auch würden neue Gartenstile kommen und irritierend rasch gehen.

Kathryn Bradley-Hole, die Autorin des Prachtbands, schreibt in ihrer Einführung, dass die Engländer eine Nation von Gärtnern und Wetterbeobachtern seien. Sie hat für die Leser einführend Informationen zum Umfeld der Gartenbaukunst und ihrer Geschichte zusammengestellt. Auf diese Weise ergibt sich ein Überblick über die Vielzahl von Stilen, Konzepten sowie historischen und visuellen Bezügen, die den "englischen Garten" ausmachen.

Im Rahmen von 15 Kapiteln lernt man Variationen des Englischen Gartens kennen. Dabei geht es zunächst um den Formschnittgarten, den man textlich und anhand von vielen Bildern nahe gebracht bekommt. Drei typische Gärten dieser Art werden vorgestellt, dann geht es mit kirchlichen Gärten weiter. Hier lernt man u.a. die "Domfreiheit der Kathedrale von Canterbury" in Kent kennen. Die Kathedrale ist von Verwaltungs- und Wohngebäuden umgeben, die zumeist sehr alt sind und zusammengenommen"Precints" (Domfreiheit) genannt werden.

Einige der Häuser verfügen über kleine oder auch größere Gärten. So gackern auf einer Blumenwiese, die zum Garten des Dekans zählt, freilaufende Hühner. Sie sollen die christliche Botschaft unterstreichen, dass auf Gottes Erde Platz für alle Geschöpfe ist. Sehr schön sind die Rosen zwischen den alten Mauern, auch die Kübel mit Lilien und all die anderen Blumen in der Domfreiheit.

Es folgen formale Gärten, über die man zunächst allgemein Wissenswertes erfährt, so auch, wann der Höhepunkt dieser Ära war. Die diesbezüglich gezeigten Gärten sind in jüngerer Zeit entstanden und Beispiele für unterschiedliche Interpretationen des formalen Stils.

Sehr gut gefällt mir das 5. Kapitel "Im Überblick: Parks". Die ersten Parks waren übrigens Wildgehege und sind kurz nach der normannischen Eroberung Englands im Jahre 1066 entstanden.

Gärten, in denen Wasserstimmungen den Ton angeben, werden auch vorgestellt und hier z.B. ein Garten einer alten Mühle in Dorset mit einer Trauerweide am Mühlenkanal. Zum Bewuchs des feuchten Bodens am Wasser zählen Funkien, Schaublätter und Sumpf-Schwertlilien.

Cottage-Gärten- sie haben einen besonderen Liebreiz-, variieren im Stil von Gegend zu Gegend, liest man, je nach der Beschaffenheit der Böden und des Steinuntergrunds. Solche Gärten können auch unabhängig von einem Cottage-Garten existieren. So wird der Stil mit seiner lockeren Bepflanzung und informellen Gestaltung seit langem auch bereits von Besitzern prächtiger Häuser praktiziert.

Man liest des Weiteren von Pflanzenansammlungen und-sammlern, kann die Rhododendren und Azaleen in Leonardslee bewundern, sich mit Gewächshäusern befassen, auch mit Küchengärten und lernt hier u.a. Gravetye Manor kennen, einen Küchengarten, der mehr als 100 Jahre bereits existiert.

Was sind Schnittblumengärten? Teile des Küchengartens, eine beliebte Domäne des englischen Gärtners im 21. Jahrhundert. Zauberhafte Blumensträuße beeindrucken die Betrachter des Buches und lassen lange die Blicke verweilen.

Spannend auch sind die Kapitel "Im Überblick: Rasen" und "Arts- and Crafts-Gärten", zu denen der berühmte experimentelle Garten von Getrude Jekyll zählt aber auch der ebenso berühmte Garten von Vita Sackville –West, über den sie jahrelang wöchentlich eine Kolumne verfasste. Damit verlieh sie ihm Kultstatus. 

Rosengärten werden auch vorgestellt, unter diesen der bezaubernde Garten von Elsinghall/Norfolk, an dem Rosenliebhaber sich nicht satt sehen können.

Dies alles und noch viel mehr machen das Gartenbuch zu einem Juwel, den man immer und immer wieder zur Hand nimmt, um ihn zu bestaunen. 

Das Werk schenkt Freude, das Beste, was man von einem reich bebilderten, textlich informativen Gartenbuch erwarten kann.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: 100 Traumgärten- Konstanze Neubauer-Callwey


"Gute  Gartenarchitektur ist nicht Design, hat zudem nichts mit Dekoration zu tun. Gute Gärten bergen Feinheiten, die Wohlbefinden steigern, Geborgenheit fördern." (Alexander Koch, Gartenarchitekt)

Konstanze Neubauer, die Autorin dieses Buches, hat Geografie, Raumordnung, Landesplanung und Landschaftsökologie an der LMU und an der TU München studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin für Fachzeitschriften und Buchverlage rund um die Themen Garten, Umwelt und Natur. Darüber hinaus ist sie in einer Bio-Gärtnerei tätig und befasst sich dort vor allem mit Kräutern und Stauden. 

Das reich bebilderte Werk zeigt anhand von hundert Beispielen, dass Gartenkultur überaus lebendig ist. Dabei befinden sich die vorgestellten  Gärten  in Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Für jede Gartenrepräsentation stehen 2 Buchseiten zur Verfügung. Auf einer der Seiten lernt man anhand eindrucksvoller Fotos den jeweilig fokussierten Garten kennen; auf der weiteren wird der Garten textlich kurz skizziert. 

Die Lage und Größe des Gartens wird stets benannt. Auch erfährt man immer den Namen des Planungsbüros und wer die Gartenarbeiten ausgeführt hat. Einen Gartenplan kann man sich auch ansehen und zu guter Letzt gibt es zudem spezielle Gartentipps. Natürlich ist es unmöglich, auf all die im Buch vorgestellten Gärten in der Rezension einzugehen. 

Jeder Garten steht unter einem bestimmten Thema. Ein Garten in Tittling/Bayern hat sich beispielsweise das Thema gesetzt: "Das menschliche Maß oder die Sehnsucht nach Nähe". Hier wurde der Innenhof einer Burg durch eine kleinteilige Bepflanzung zu einem gelungenen Kontrast zur mächtigen Architektur der Burg. 

Sehr schön ist ein japanischer Teegarten in München. Dort beruhigen das Plätschern des Brunnens und die kunstvoll geschnittenen immergrünen Flächen den Geist und unterstützen ihn in seiner Achtsamkeit. 

"Die hängenden Gärten von Hochrhein", sie befinden sich in der Bodensee-Region, beeindrucken auf andere Weise wie die Schattenspiele in einem Altstadthöfchen in Eltville. Dort wurde auf kleinem Raum viel Atmosphäre geschaffen. 

Hervorheben möchte ich den "Cottage-Garten für Genießer" in Uelzen. Hierbei handelt es sich um einen sonnenreichen Staudengarten, in den sich architektonische und organische Formen abwechseln. Dann ist da noch u.a. ein Traumgarten im Kanton Zürich, der das ganze Jahr über durch seine Glanzpunkte für Aha-Erlebnisse sorgt und ein Kräutergarten mit mit Heil- und Gewürzpflanzen im Kloster Kamp /Nordrhein-Westfalen. 

Traumhaft ist der Garten in Ammersee-Auen. Vor dem Haus wird der Besucher von einem kleinen Bauerngarten empfangen. Wobei das Grundstück selbst aus Hecken und Wegen vor der Landschaft  draußen strukturiert wird. 

Was ist schön? Alle Gärten sind es. Jeder einzelne bietet Inspiration für eigene Gartenaktivitäten. Adressen von Landschaftsarchitekten, Gartenarchitekten und Gartenbauern  werden  zuhauf  genannt.

Räumliche Tiefe begeistert mich am meisten, neben Weitblick und Ruhe und viel Grün, die für mich das Paradies bedeuten. 

 Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Blumenpracht und Blütenzauber-Thorbecke

Dieses zauberhafte Buch mit Illustrationen aus alten Pflanzenbüchern beginnt mit einer Einführung von Dr. Stephanie Hauschild. Sie lässt die Leser wissen, dass eine kleine Auswahl der schönsten gedruckten Darstellungen von Gartenblumen aus fünf Jahrhunderten im vorliegenden Werk versammelt ist. Dabei dokumentiert das Album das Geschick der Züchter, aber auch die Kunst der Zeichner, Maler und Drucker. Vor allem jedoch soll der Band dazu einladen, sich an der Schönheit, Vielfalt und Farbenpracht zu erfreuen und zu staunen. 

Insgesamt 30 Pflanzen (Blumen) werden vorgestellt. Man erfährt jeweils den botanischen Begriff der Blume, zudem wird die Namensherkunft stets ausführlich erläutert, auch der Standort wird beschrieben, dem dann immer ein informatives Porträt folgt. Illustrationen runden die Pflanzenpräsentation stets ab. 

Zu den Illustrationen erfährt man in der Einführung das ein oder andere Wissenswerte.

Die vorgestellten Pflanzen sind alphabethisch geordnet. Den Anfang des Reigens nimmt die Akelei, die ein Symbol für Demut ist. Dass diese Pflanze zu den Hahnenfußgewächsen zählt, wird nicht jedem Blumenfreund (m/w) bekannt sein, dass sie sich gerne im Garten ausbreitet schon eher.

Es macht viel Freude, die Illustrationen zu bestaunen und auf diese Weise die Seele der jeweiligen Blume zu erfassen. So etwa vom Goldlack, der im Volksmund Mauerblümchen heißt. 

Maiglöckchen sind gottlob auch dabei. Auch das Maiglöckchen ist ein Synonym für Demut. Es steht mittlerweile unter Naturschutz.  Bewundern wir also die Illustrationen, erinnern wir uns an ihren wunderbaren Duft und lassen sie in der Natur unberührt  und ungestört blühen. 

Am besten gefallen mir die Illustrationen vom Rittersporn der Farben und Form wegen. Sehr ästhetisch. 

Was noch? Das Veilchen. Hornveilchen, Duftveilchen und Stiefmütterchen sind hier gemeint und diese dürfen auch allesamt bestaunt werden. Der botanische Name Viola erinnert an eine Geliebte des Zeus. In der Antike war das Veilchen übrigens heilig und dem griechischen Gott Pan geweiht. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Tulpen-Peter Arnold-teNeues


Das Vorwort dieses zauberhaften Buches mit beeindruckenden Bildern von #Tulpen hat Sir #Elton_John geschrieben. Der Musiker liebt diese Blumen und ist begeistert von der “umwerfenden Sammlung“ von Fotografien, die die “einzigartige Schönheit der Tulpen sowohl von bekannten Gartensorten als auch von seltenen und exotischen Hybriden“ erfasst.

Elton John ist beeindruckt von den extremen Nahaufnahmen eines einzelnen Blütenblattes bis hin zum fantastischen Wirbel aus pulsierenden Farben und konstatiert, dass dieses Buch die perfekte Verbindung der natürlichen Schönheit von Blumen mit technischer Meisterschaft eines vollendeten Fotokünstlers sei.

Der Bildband verzichtet beinahe vollständig auf Textpassagen. Es wird nur kurz etwas zu Geschichte der Tulpe berichtet, um zu resümieren, dass die Zucht von Tulpenzwiebeln heute eine wichtige globale Industrie geworden sei, die die modernsten wissenschaftlichen Methoden verwenden. Keine andere Blume habe eine solche Vielfalt von Formen und Farben entwickelt.

#Peter_Arnold hat die Blumen tatsächlich meisterlich abgelichtet. Dabei erfährt man im Index wie die einzelnen Tulpen heißen. Sie vom Namen her zu kennen, halte ich für wichtig, noch wichtiger allerdings ihre Form zu bestaunen, um sie alsdann zu pflanzen, um zu erfahren wie  fein sie duften.

Ein absolut gelungener Bildband, der Tulpenfreunde begeistern wird. Die in englischer Sprache abgedruckten poetischen Sentenzen, die die  einzelnen Motive begleiten, vervollständigen den Gesamteindruck:

Sensual, but strong. 
Such luscious detail- 
swirls of dilicate colour, 
texture soft as silk


Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Gärtnern aus Leidenschaft- Die Royal Horticultural Society- Gerstenberg

Autor dieses wunderschönen Bildbandes ist der leidenschaftliche Gärtner Matthew_Biggs. Nach seiner Ausbildung in den Königlichen Botanischen Gärten wurde er 1985 Mitglied des Royal Horticultural Society (RHS) 

14 Gartenbücher hat Biggs bereits verfasst, darunter zahlreiche Besteller. Darüber hinaus hält er regelmäßig Vorträge in Gartenclubs und führt Menschen durch Gärten rund um den Globus. 

Die Royal Horticultural Society (RHS) ist eine der bekanntesten Gartenbauorganisationen der Welt. Sie vermittelt an Laien Fachwissen, befasst sich mit der Schulung der nächsten Gärtnergeneration, veranstaltet Pflanzkurse für Kinder und betreibt Forschungen über umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung und nachhaltiges Gärtnern. 

Biggs dringt in diesem reich bebilderten Buch in den Kern der wohltätigen Organisation vor, zeigt die vielen Facetten von RHS und macht die Leser neugierig, Seite für Seite mehr zu erfahren. Die umfangreichen Texte werden von tollen Fotos begleitet. Dabei erfährt man zunächst mehr zur Geschichte der RHS, um sich alsdann mit der Investition in die Zukunft des Gartenbaus zu befassen.

Man lernt unterschiedliche RHS Gärten kennen, auch urbane- und Gemeinschaftsgärten, wie sie überall immer mehr in Mode kommen. Es handelt sich hierbei um Orte des Miteinanders, wo Menschen jeden Alters und jeder Kultur gemeinsam gärtnern und Gedanken austauschen können.

Dann lernt man den ältesten und bekanntesten RHS-Garten kennen. Es ist #Wisley. Der Garten befindet sich in Surrey. Dort umfasst allein die Rhododendronsammlung über 1000 Arten und Hybriden, von denen 500 selten sind oder kaum noch in anderen Gärten stehen. Fünf fest angestellte Gärtner sowie Studenten und Freiwillige entwickeln hier die Ideen und entscheiden mit.

Des Weiteren lernt  man Projekte von RHS kennen, so etwa eine Schulgärten-Kampagne oder "Flower-Power" für ein blühendes Britannien, Gemeinschaftsgärten, auch Grün in den Vorgärten werden als spannende Projekte vorgestellt und es wird darüber informiert, wie #RHS begreifbar macht, dass sich Gärtnern und das Vorhandensein von Pflanzen auf die Gesundheit und Zufriedenheit positiv auswirkt. 

Dann liest man Wissenswertes über #Rosemoor, den Garten in Devon. Dort ist man bemüht, die ohnehin schon große Bandbreite mit Pflanzengattungen und-arten kontinuierlich zu erweitern. 

Weiter werden Fragen an Fachleute gestellt, auch über wissenschaftliche Forschungen der RHS wird informiert. #Hyde_Hall, der trockene Garten in Essex wird nicht ausgespart. Gartensschauen sind ein Thema, dem die Präsentationen von zwei weiteren spektakulären Gärten folgen, nämlich #Harlow_Carr und #Bridgewater. 

Dies und vieles mehr bereitet Gartenliebhabern (m/w) viel Freude und motiviert zu eigenem Tun.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Tulpen-50 Sorten im Porträt- Jane Eastoe/Rachel Warne- Prestel


#Jane_Eastoe ist seit über 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat zahlreiche Fachartikel und Bücher zu Pflanzen und Landschaftsthemen veröffentlicht, nicht zuletzt das Bestsellerbuch "Vinatage Roses". 

#Rachel_Warne - eine preisgekrönte Fotografin - hat ihren Fokus auf Gärten und das Leben im Freien gelegt. Ihre Arbeiten wurden an renommierten Orten in London und San Francisco ausgestellt.

Das reich bebilderte Buch der beiden informiert zunächst über das Geschäft mit der Zwiebelzucht und benennt  anhand eines Schaubildes die einzelnen Bestandteile einer Tulpe. Danach lernt man die insgesamt 15 Sorten kennen. Beschrieben werden die Eigenschaften der verschiedenen Tulpentypen anhand von Kriterien wie Blüteform, Blütenzeit und Erscheinungsbild. Dabei begreift sich das Buch als Einführung für angehende Tulpengärtner. 

50 Tulpenarten werden in diesem Werk präsentiert. Es sind die Fotos von Rachel Warne, die veranschaulichen, dass es Gartentulpen für jeden Geschmack und  für jede Farbgestaltung des Gartens gibt. 

Spannend zu lesen, ist die Geschichte der Tulpen und hier zunächst wie sie den Weg nach Westen nahm. Der niederländische Arzt und Botaniker #Carolus_Clusius (1526-1609) machte sie dann im Abendland bekannt. Die Erkenntnis, dass Gartentulpen ein lukratives Geschäft waren, führte in den Niederlanden im 17. Jahrhundert zu zahlreichen Zuchtbetrieben. 

Der zügige Aufstieg der Tulpe fiel ins Goldene Zeitalter der Niederlande, das von 1580 bis 1670 andauerte. Man erfährt in diesem Zusammenhang  natürlich auch Wissenswertes über die legendäre Tulpenmanie. Im Herbst 1636 wechselten einzelne Zwiebeln mehrmals am Tag ihre Besitzer und der Preis stieg und stieg. Nach dem spektakulären Aufschwung folgte der Zusammenbruch. Auch dazu liest man  das Wesentliche. Wie es dann weiterging, bleibt  ebenfalls nicht ausgespart. Kurzum: Der historische Abriss ist bestens gelungen.

Alsdann folgen die 50 Tulpenporträts. Auf einer Doppelseite wird stets die fokussierte Tulpe textlich skizziert. Man erfährt zudem immer etwas zu der Sortengruppe, der Blütezeit, dem Standort, der Bodenbeschaffenheit, der Pflanzentiefe und dem Pflanzenstand, der Wuchshöhe, dem Pflanzenpartner. Erläutert wird zudem die Verwendung als Schnittblume, die Treiberei und  man liest Wichtiges zu ähnlichen Sorten. Dazu gibt es zudem imposante Fotos. 

Im Anschluss daran wird man über Pflanzung und Pflege ausführlich informiert, so dass man entspannt mit dem Gärtnern beginnen kann. 

Alles in allem  ist dieses Tulpenbuch ist ein Traum für alle die den Frühling lieben. Sehr informativ und wirklich schön. 

 Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Kräuterwissen aus Kloster- Christine Amalia Bischoff-Thorbecke



Dr. Christine Amalia Bischoff hat sich seit ihrer Promotion mit mittelalterlicher Geschichte befasst. Dabei lag ein Schwerpunkt immer auf dem Klosterwesen. Ihre wissenschaftliche Neugierde auf die Schätze mittelalterlicher Klostergärten, Klosterapotheken und Kräuterbücher wurde durch ihre Erinnerung an das Kräuterwissen ihrer Großmutter geweckt. 

Bevor die Autorin auf die verschiedenen Kräuter, die man auch im heimischen Garten oder in Kübeln auf dem Balkon oder auf der Terrasse anbauen kann, eingeht, schreibt sie, weshalb es sinnvoll ist, sich mit dem alten Kräuterwissen zu befassen. Wer sich auf die Heilkraft der Natur einlässt, sollte auf die Kenntnisse mittelalterlicher Mönche und Nonnen vertrauen, weil diese auf die genaue Beobachtung der Wirkweisen zahlreicher Pflanzen angewiesen waren, um Krankheiten zu heilen oder zu lindern. Des Weiteren, so die Autorin, seien die Klöster die Brückenköpfe der Vermittlung des Medizinwissens der Antike in die Neuzeit gewesen. 

Die Liste klösterlicher Kräuterbücher ist lang. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass mittelalterliches Kräuterwissen Geduld lehrt. Wer sich auf Kräuterheilkunde einlässt, muss einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen Das Wissen um diese 6 Säulen der Gesundheit ist wichtig, um den Körper gesund zu erhalten. Es geht dabei um: Luft, Nahrung, Bewegung und Ruhephasen, Schlaf, Stoffwechsel als auch Emotionen. Darüber wird man näher aufgeklärt.

In der Folge dann werden ausführlich Kräuter beschrieben und auch erläutert, was man daraus zubereiten kann. So erfährt man, zu welchem Zeitpunkt bereits Basilikum nach Deutschland gelangte, welche Rolle er im Aberglauben einst spielte und wie er in der Volksmedizin angewandt wurde. 

Von Brennnesseln über Fenchel hin zu Kamille und Knoblauch, aber auch Kümmel und Lavendel, entdeckt man diverse andere Klosterkräuter, die seit Alters her  gesundheitlichen Nutzen versprechen. Petersilie und Minze und die Ringelblume werden ebenfalls zur Sprache gebracht und man hält  schließlich etwas irritiert bei der Rose inne. Rosen? Kräuter? Hm?

Bereits Hildegard von Bingen kannte 16 Anwendungsmöglichkeiten für Rosen, wobei diese heute umstritten sind. Dennoch kann ein Rosenbad nicht schaden, allein des schönen Dufts wegen. Da Rosen und Lavendel sich gut vertragen, ist ein Kräuterbezug immerhin vorhanden. Alles gut. 

Mit Erläuterungen zu Rosmarin, Salbei und Sellerie  endet dieses hübsch illustrierte Buch, das man gerne immer wieder zur Hand nimmt, weil es inspiriert, ein klösterliches Kräuter- und Gemüsebeet, wo auch immer in seinem unmittelbaren Umfeld zu gestalten,  in dessen Mitte eine Rose  sich sicher wohl fühlt.

 Sehr empfehlenswert 

Helga König

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