Buch, Kultur und Lifestyle- Gartenbücher und Gartenzubehör

Rezension: Mediterrane Gärten gestalten- Oliver Kipp

Dieses reich bebilderte Buch ist genau die richtige Lektüre für die bevorstehende Herbst- und Winterperiode. Unterglieder ist das Werk in drei große Abschnitte:

Der Traum vom Süden 
Mediterrane Gärten gestalten 
Boten des Südens 

Wie man erfährt, basieren die meisten Vorschläge auf Vorbildern aus der Geschichte und der jüngeren Vergangenheit Italiens, Spaniens, Portugals, Frankreichs und Italiens. Dabei handelt es sich bei vielen der präsentierten Gärten um Prototypen, die beispielsweise für eine Gartenausstellung wie die weltberühmte Chelsea Flower Show erbaut wurden. 

Historisch gesehen sind für die mediterranen Gärten die Grünanlagen der Alhambra wichtig. Über den maurischen Stil erfährt man in der Folge Wissenswertes. Dabei ist der Dreiklang von Gelb und Grün mit leuchtendem Blau typisch maurisch. Mittels historischer Impressionen erhält man dann eine visuelle Vorstellung vom mediterranen Flair. 

Drei Typen mediterraner Gärten werden näher erörtert: 
Der Klassische Garten 
Der Moderne Garten 
Der Liebhabergarten 

Diese Gartentypen werden ausführlich und sehr gut vorgestellt und es wird gezeigt wie man beispielsweise die Weite eines klassischen mediterranen Gartens in das eigene Umfeld holt und auch wie man Orte der Sehnsucht privat erleben und genießen kann.

Bestens erläutert werden die klassische Raumaufteilung und die klassisch mediterrane Bepflanzung, auch über den Duft des Südens erfährt man Wissenswertes und liest über das geeignete Mobiliar für den klassischen Garten. Dazu zählen große Terrakottatöpfe, bepflanzt mit Orangen und Zitronen sowie beispielsweise schöne Brunnennischen. Doch auch der moderne mediterrane Garten hat seinen eigenen Reiz, in den man sich im Buch vertiefen kann, wenn man die entsprechenden Bilder bestaunt. Allerdings finde ich die mediterranen Liebhabergärten letztlich reizvoller. 

Hier begeistern atemberaubende Pflanzengesellschaften. Es ist der Boden, der das Gesicht eines solchen Gartens bestimmt. Vorgestellt werden hier exotisch üppige aber auch karge Bepflanzungen. 

Im  2. Teil  geht es um Sitzplätze und Mobiliar sowie um mediterrane Mauern, auch über das Wechselspiel von Flächen und Linien wird man informiert. Spannend sind die Betrachtungen der Farben aber auch der Pergolen, Pavillons und Gartenhäuser. 

Wunderschön sind die mediterranen Accessoires. Sie faszinieren ganz besonders und hier speziell die Kacheln. Vorgestellt werden u.a. schöne Pflanzengefäße und man wird über typische Kübelpflanzen informiert, auch Beleuchtungsideen sind ein Thema und wie könnte es anders sein das Wasser. 

Sich mit all dem näher zu befassen, bringt viel Freude. Vor allem aber ist es ein Fest für die Augen, Beete und Pflanzenkombinationen zu studieren und sich mit traumhaft schönen Pflanzen und Blüten zu befassen, unter diesen auch der Erdbeerbaum und die Myrte. 

Ein gelungenes Gartenbuch, das dazu verhilft, den Garten den veränderten Temperaturen anzupassen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich

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Rezension: Gärten an den Italienischen Seen-Steven Desmond, Marianne Maierus

Autor dieses reich bebilderten Buches ist Steven Desmond. Er studierte Landschafts- und Gartendenkmalspflege. Heute leitet er Gartenreisen, hält u.a. Vorträge an der Universität Oxfort und berät den National Trust bei der Erhaltung historischer- Park- und Gartenanlagen. 

Marianne Maierus gilt als eine der besten Gartenfotografinnen der Welt. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. 

Dieser Bildband ist in zwei große Teile untergliedert. Im ersten Teil werden paradiesische Gärten am Lago Maggiore und im zweiten ebensolche Traumgärten am Comer See vorgestellt. 

Der Reiz der gezeigten Gartenwelt liegt in der Vielfalt. Einige der Anlagen sind sehr alt und umhüllt von Allegorien und Symbolik. Ins Leben gerufen wurden diese Paradiese von italienischen Fürsten, ausländischen Adeligen und Personen, die sich ihr eigenes Eden erträumten. 

Man liest zunächst Wissenswertes über den Lago Maggiore, der im 19. Jahrhundert für Reisende aus dem Norden Europas ein Traumziel war. Die Gärten dort beeindrucken durch üppiges Pflanzenwachstum und eine Vielzahl von Pflanzen, die aus der ganzen Welt zusammen getragen worden sind. 

In der Folge lernt man neun Paradiese kennen, die allesamt ausführlich beschrieben werden. Zu diesen gehören die "Isola Bella", die "Isola Madre", die "Villa Taranto" und andere Refugien mehr. Die Bilderwelten sind von solch einer Schönheit, dass man sie immer wieder anschauen mag und sich nach den Orten zu sehnen beginnt.

Im zweiten Teil liest man zunächst Allgemeines über den Come See, dessen Ruhmesära Ende des 18. Jahrhunderts mit den Romantikern seinen Höhepunkt erreichte. Vorgestellt werden  dann acht Paradiese, die von eben solcher Schönheit sind wie jene am Lago Maggiore.  

Das Buch führt in die Träume anderer Zeiten, die von  hervorragenden Gartenkünstlern visualisiert worden sind und uns noch immer erfreuen. Sie lassen erkennen, dass Poesie und Natur eine Einheit bilden. Selbst wenn man die Gärten, nie besuchen wird, bleiben sie in Erinnerung und  bilden die Kulisse für unsere Tagträume.

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Parkomanie- Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz- Prestel

Dies ist das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung "Parkomanie- Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz", die vom 14. Mai bis zum 18. September 2016 in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt wird. 

Den vielen Abbildungen wurden Texte unterschiedlicher Autoren beigegeben. 

Die Einleitung zum Buch hat Rein Wolfs verfasst. Er ist Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Von ihm erfährt man, dass in der Ausstellung und im Buch die Gestaltung des Landschaftsparks des Fürsten Pückler ins Zentrum der Betrachtung gerückt wird, weil sie ein Stück europäischer Kulturgeschichte erzählt. 

Es sind die nach englischen Vorbildern angelegten Landschaftsparks Muskau, Babelsberg und Branitz,  die als Meisterwerke gelten und zwischenzeitlich zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. 

Die Ausstellung überkreuzt nicht nur die künstlerischen Genres, sondern auch unterschiedliche philosophische und politische Denkmuster, mit denen sich Pückler intellektuell befasste. Auch wird das grenzüberschreitende Element seiner bemerkenswert offenen Geisteshaltung deutlich. 

In den Textbeiträgen erfährt man zunächst mehr zum Künstlerleben des Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Wie man liest,  führte  bei ihm mangelnde elterliche Zuwendung und verfehlte Erziehungsversuche in eine Verkettung von Misserfolgen als Lehrerschreck, Studienabbrecher, Schuldner und gescheiterter Gardehusar, doch dann kam es zur Transformation. Pückler wurde produktiv. In der Transformationsphase durchwanderte er vier Jahre hindurch Deutschland, Böhmen, Österreich, die Schweiz, Frankreich und Italien, was seine Interessengebiete beförderte. Diese waren: Gärten, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Religion, die literarische Technik des Briefjournals. 

1811 übernahm er nach dem Tode seines Vaters die Standesherrschaft und gestaltete von da an sein Erbe um. Es führt zu weit an dieser Stelle Pücklers Leben nachzuerzählen und den empfehlenswerten Ausführungen Ulf Jakobs vorzugreifen. 

Man erfährt in der Folge Wissenswertes zur Gartenkunst und Landschaftsmalerei seitens Iris Lauterbach. Hier sollte man wissen, dass Fürst Pückler in der Gartenkunst Naturmalerei sah und sich dazu auch in seinem gartentheoretischen Werk "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" ausließ. 

Man liest in diesem Zusammenhang Näheres über die Instrumente des Gartenkünstlers, über die Parkperspektiven und die dahinter stehende Idee. Im weiteren Verlauf des Buches wird man ausführlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass Pückler die Gartenkunst der gebildeten Welt zugänglich gemacht hat und auch dass die Professionalisierung des höheren Gärtnerberufes nicht zufällig mit der Landschaftsgärtnerei Hand in Hand ging. 

Wahrlich imposante Bilder von der Parkanlage in Muskau verdeutlichen, worum es Pückler ging und worin  Pücklers Kunst bestand. Ausführlich kann man sich dann mit der Entwicklung des Muskauer Parks von 1815 bis 1945 und danach befassen. Diese Beiträge  sind sehr packend geschrieben und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck von dem, was man immer wieder gerne bewundert: die Gartengestaltung auf höchstem Niveau. 

Ein Text im Buch ist Lucie Fürstin von Pückler-Muskau, der Frau an Pücklers Seite gewidmet und man hat auch Gelegenheit, etwas über des Fürsten Werk "Andeutung über Landschaftsgärtnerei" zu erfahren. Es folgen Bilder von Babelsberg und dem dortigen Engagement Pücklers. Auch liest man Näheres zur Bewahrung und Wiederherstellung des besagten Parks im UNESCO-Welterbe und kann sich optisch mit dem Park in Branitz befassen, der als die grünste Oase gilt. 

Zudem erfährt man Näheres über die Großbaumbepflanzung à la Pückler und seinen Einfluss auf die Gartenkunst in Frankreich. Weder seine Tafelbücher, die berühmte, nach ihm benannte Eiscreme noch die von ihm kultivierte Ananas bleiben unerwähnt und schlussendlich  kann man auch etwas über seine Pyramiden lesen, in deren Bau sich sein Wunsch verbarg, der Vergänglichkeit zu trotzen.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch und Juwel für Gartenbuchenthusiasten. 

Helga König

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Rezension: Gestalten mit Pflanzen- Das Grosse Handbuch- Matt James-Callwey

Dieses reich bebilderte Gartenhandbuch ist in acht große Kapitel untergliedert. Dabei geht es zunächst um Themen wie Klima & Mikroklima, Exposition&Himmelrichtung, auch um die Bestimmung des ph-Wertes des Bodens, um Bodenverbesserungsmaßnahmen, die Beleuchtung des Bestands, um die Gartennutzung und hier auch darum, wie man den Pflegeaufwand eingrenzt. 

Man lernt die Pflanzenpalette kennen, erfährt mehr zum besten Laubgehölz und alles über Bäume, so auch über die Wurzeln, über Sträucher, Nadelgehölz, Hecken, über Kletterpflanzen. Rosen kommen in ihrer Vielfalt zur Sprache und Stauden, auch Gräser und Bambus, des Weiteren Zwiebel-Knollenpflanzen, ein- und zweijährige Pflanzen, zudem Farne und Teichpflanzen. Man staunt, wie gut man über alles informiert wird. 

Die Aufgaben der Pflanzen im Garten werden kommuniziert. So sorgen sie für Sicht- und Windschutz, für Schatten und Privatsphäre und helfen uns dabei unliebsames Wildkraut zu bezähmen. Erosionsschutz, Sicherheit, Lärmschutz, Bodendecker, Duftpflanzen etc, kommen zur Sprache, aber auch Pflanzen als Raumteiler sind ein Thema. 

Fernerhin geht es um Gestaltungsstile. Hier erfährt man mehr über den formalen Garten, den Cottagegarten, den Nutzgarten, auch über urbane Gärten, italienische und japanische Gärten sowie über viele andere Paradiese und erhält zahlreiche Tipps und Gestaltungskniffe, bevor man sich mit den 9 Regeln für Gestaltung mit Pflanzen befassen kann. 

Über Wuchsformen kann man sich kundig machen und auch über Farben und deren Wirkung. Dann lernt man zudem Farben zu kombinieren und Kontraste herzustellen. Farben und Texturen werden ausführlich erläutert, auch der Duft und danach die Anlage und Planung von Beeten. 

Es führt zu weit, dies im Rahmen der Rezension zu  thematisieren. Gelobt werden müssen die zahlreichen Gartenpläne zum Schluss, die dieses hilfreiche Buch gewissermaßen abrunden, gerade in Verbindung mit brauchbaren Pflegehinweisen. 

Wer dieses Buch besitzt, hat ein Werk in der Hand, mittels dem ein tatsächlich schöner Garten entstehen kann, der durch seine Nachhaltigkeit überzeugt. 

Was will man mehr?

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Über den Dächern- Die schönsten Gärten und Terrassen-teNeues

Dieser traumhaft schöne Bildband von teNeues präsentiert 25 Dachgärten und Dachterrassen aus der ganzen Welt. 

Ashley Penn schreibt eingangs, dass Gründächer nach zwei Kategorien unterschieden werden: extensiv und intensiv. Dabei muss man wissen, dass extensive Gründächer nicht viel wiegen und insofern leicht auf Bestanddächern jeder Größenordnung angebracht werden können, d.h. konkret von der Gartenlaube über große Häuser bis hin zum Gewerbebau. Besagte Dächer bestehen aus einer dünnen Schicht Pflanzensubstrat oder Erdreich, über einem mehrlagigen Aufbau aus Dachabdichtung, Dämmung, Filtervliesen und Wasserspeichern. Weil die Substratschicht sehr dünn ist, ist die Auswahl der Pflanzen auf flachwurzelnde Arten beschränkt. 

Extensive Gründächer benötigen nur wenig Pflege und selten Bewässerung. Diese Begrünung bietet wild lebenden Tieren vielfältige Lebensräume. Die extensiven Gründächer können eine gewisse Menge Niederschlagswasser zurückhalten und Überschwemmungen abmildern. Die Erd- bzw. Substratschicht ist dicker, sodass selbst Bäume dort wachsen können. 

Zum Teil bilden Dachgärten und Dachterrassen integrale Bestandteile der Architektur,  wie Beispiele deutlich machen. 

Im vorliegenden Buch werden anhand von 35 Wohnbauprojekten in aller Welt der gesamte Facettenreichtum von Gründächern und Dachgärten vorgestellt. Dabei wird jedes Projekt umfassend in Augenschein genommen, d.h. die verwendeten Pflanzen und Materialien werden betrachtet aber auch die räumlichen und ästhetischen Effekte, die durch die Gestaltung erzielt wurden. 

Der Bildband schenkt viel Inspiration für eigene Gartenprojekte und macht neugierig auf das Wohnen in Großstädten, das offenbar durchaus auch paradiesisch sein kann, wenn man die richtigen Weichen stellt.


Empfehlenswert 

Helga König 

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Shakespeares Gärten- Jackie Bennet – Fotos von Andrew Lawson- Gerstenberg

Dieses reich bebilderte Gartenbuch ist eine Teamarbeit der Gartenbauarchitektin und Landschaftshistorikerin Jackie Bennett sowie des Fotografen Andrew Lawson. 

Das Werk thematisiert Gärten, die der Dichter William Shakespeare als Kind und Erwachsener kannte. Entstanden ist das Buch in Zusammenarbeit mit dem Shakespeare Birthplace Trust, der die Häuser Shakespeares verwaltet und viele Bücher und Dokumente über den Dichter besitzt. 

Zu Lebzeiten des Poeten wandelte sich der Garten von einem unerlässlichen Stück Nährland zu einer eleganten Blumenbühne. In  den Schauspielen und Sonetten des Dichters finden viele Blumen und Pflanzen Erwähnung. 

Shakespeares Gärten präsentieren sich heute mit Gestaltungselementen der Elisabethanischen und Jakobitischen Zeit. Allerdings sind sie keine Nachahmungen von Gärten des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. 

Dem Autor ist es gelungen, durch dieses Buch einen Aspekt von Shakespeares Leben anhand seiner Gärten zu veranschaulichen. Dabei zeigt er wie die Gärten zu  Shakespeares Lebzeiten aussahen, wie sie sich verändert haben und was der Dichter über Gartenkultur und Pflanzen wusste oder wissen konnte. 

Zur Sprache gebracht werden die Tudorgärten, der Garten in Shakespeares Geburtshaus, auch die Kunst des Landbaus in jener Zeit, die Blüte des Cottage- Gartens, Shakespeares Gärten in London und etwas über die Kraft der Pflanzen beispielsweise. Über Rosen, Narzissen, auch Küchenkräuter in damaliger Zeit erfährt man Wissenswertes und wird mit einer Fülle beeindruckender Bilder vertraut gemacht, die uns in Shakespeares imposante Gartenwelt versetzen. 

Zudem liest man über die essbaren Grünpflanzen in der Tudorzeit und über Schlüsselblumen, die in des Dichters Werk eingebunden sind. Ophelias Kranz ist ein Thema. Er war übrigens ein Symbolik dafür, dass das Leben mit dem Tod nicht zu Ende geht. Welche Blumen in besagtem Kranz  eine Rolle spielten, bleibt auch nicht unerwähnt.

Interessant sind  zudem die Informationen zu Shakespeares Maulbeerbaum, den er in zwei seiner Dramen  nennt.

Dies ist ein gelungenes Gartenbuch, das nicht nur Shakespeare- Freunde begeistern wird. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König  

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Rezension: Gestaltung mit Hochbeet- Victoria Wegner, Heidi Lorey- Callwey

Dr. Heidi Lorey ist Gartenbauingenieurin und arbeitet als freie Gartenbuchredakteurin und Buchautorin. Sie hat gemeinsam mit der Gartenbuchautorin und Gartenredakteurin Victoria Wegner dieses schöne und dabei reich bebilderte Gartenbuch auf den Weg gebracht. 

Das Thema des Werks sind Hochbeete. Diese erweisen sich als spannendes Gestaltungselement im Garten und erlauben es, Gartenräume einfallsreich zu gliedern. Es werden nicht nur Gemüse, sondern auch Gräser, Stauden, einjährige Sommerblumen, Sträucher und sogar Hölzer kultiviert. 

Anhand von 20 individuell gestalteten Gärten werden die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten und Gestaltungsvarianten von Hochbeeten in städtischen und ländlichen Bereichen gezeigt. Man lernt u.a. die Gestaltung für einen schattigen Innenhof in der Stadt kennen. Dabei spielen Blüten bei der Bepflanzung eine untergeordnete Rolle, stattdessen prägen Strukturpflanzen in unterschiedlichen Grüntönen die Beete. 

Gezeigt wird ein Hochbeet auf dem Gemüse angebaut wird und wie unabhängige Selbstversorgung in der Metropole funktioniert. 

Bemerkenswert ist der Hochbeetgarten nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten. Er ist eine Kreation des belgischen Landschaftsgärtners Alain Dor. Dieses Paradies und alle anderen Gärten werden ausführlich erklärt und mittels Fotos dem Leser nahegebracht. 

Sehr schön sind die Inspirationen aus dem Keukenhof in den Niederlanden. Dort werden farbenfrohe Zwiebelpflanzen kreativ in Szene gesetzt. Das Blütenmeer beeindruckt speziell alle Gartenliebhaber mit Sinn für Buntes. 

Man ist Seite für Seite erstaunt ob der Fülle der Hochbeete und entsprechend neugierig wie diese praktisch gestaltet werden. Im Praxisteil erfährt man mehr über das Baumaterial, die Bepflanzung und Pflege. All das wird ausführlich und sehr gut erläutert. 

Bei den vorgestellten Pflanzen,  Gemüsesorten, Kräutern und Früchten  wird man jeweils  auf die Größe, den Schmuckwert,  die Pflege und den Standort aufmerksam gemacht. 

Für Erdbeeren ist ein Platz im Gemüsehochbeet ideal. Vielleicht sollte man  mit Erdbeerpflanzen beginnen, bevor man  sich  zum Hochbeetspezialisten  entwickelt.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Gärten des Jahres- Cassian Schmidt- Konstanze Neubauer- Callwey

In diesem informativen Gartenbuch werden die 50 schönsten Privatgärten des Jahres gezeigt. Dabei reichen die Beispiele von repräsentativ bis naturnah, von architektonisch- streng bis informell-dynamisch oder von pflanzenreich- üppig bis puristisch-minimalistisch. 

Weit mehr als 150 Gartenprojekte wurden seitens von Landschaftsarchitekten und Betrieben des Garten- und Landschaftsbaus zum Wettbewerb eingereicht. Die Auswahl der besten Gärten ist Gegenstand des vorliegenden Buches. 

Diese Gärten wurden ausschließlich von Profis geplant und realisiert und hier nicht selten von weniger bekannten, kleinen Büros und Ausführungsbetrieben.

Die Trends der Gärten sind nicht einheitlich.  Deshalb muss jede Planungsaufgabe  ihren eigenen Anforderungen und Herausforderungen gerecht werden.

Den 1. Preis hat das Büro Orel +Heidrich erhalten und zwar für die Gestaltung eines großzügigen Hausgartens. 

Etwa ein Viertel der präsentierten Gartenanlagen zeigt Gärten im Stile des englischen Cottage-Gartens mit nicht alltäglichen Stauden, Gräsern und Gehölzen.  Vorgestellt werden ferner mittels verschiedener Beispiele der formale Garten mit grüner Architektur, der minimalistische Garten, der moderne architektonische Garten, der naturalistische Garten, der intime Garten und kleine Stadtgarten. 

Die Gartenanlagen werden anhand von imposanten Bildern veranschaulicht. Es wird auch stets ein Plan gezeigt. Zur Sprache gebracht werden immer die Lage des Gartens und auch die Größe. Das jeweilige Planungsbüro wird ebenfalls genannt. Alle Gärten werden näher beschrieben und eindrucksvoll dem Betrachter nahegebracht. 

Wer sich einen schönen Garten anlegen möchte, findet hier eine Vielzahl fantastischer Inspirationen und auch Kontaktadressen von Fachleuten, die gestalterisch helfen können. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Traumgärten der Schweiz- Menschen und die Gärten ihres Lebens- Sarah Fasolin- Benedikt Dittli- AT Verlag

Die Gartenjournalistin Sarah Fasolin hat gemeinsam mit dem Fotografen Benedikt Dittli dieses traumhafte Gartenbuch auf den Weg gebracht, das im AT Verlag erschienen ist. 

24 Gartenparadiese in der Schweiz stehen im Fokus, die im Rahmen von mehr als 300 imposanten Bildern  und aufschlussreichen Texten Interessierten eindrucksvoll nahe gebracht werden. Einige der gezeigten Gärten sind schon mehr als 100 Jahre alt, manche liegen sehr versteckt, andere wurden dem Berg abgerungen und wieder andere aus einem Sumpf gehoben. 

Sarah Fasolin und Benedikt Dittli sind rund ein Jahr durch die Schweiz gereist, um Notizen, Fotos und Erinnerungen für diesen Bildband zu sammeln. Alle 24 Gartenparadiese werden nicht nur durch Text und Bilder vorgestellt, sondern enthalten zudem jeweils einen großformatigen Plan, der den Aufbau der einzelnen Gärten zeigt.  Diese Pläne stammen von Nadine Natzscha.

Eigentümer, Ortschaft, Größe, Besonderheiten, Entstehung und Gestalter werden immer gesondert genannt. Jeder der Gärten beeindruckt auf  höchst individuelle Weise. Hervorheben möchte ich u.a. den Garten des Benediktinerinnenklosters Fahr. Dort sind die ersten Gemüsegärten im Jahre 1130 entstanden und die Kräutergärten im Innenhof gibt es gemäß historischer Quellen mindestens seit dem 17. Jahrhundert. 

Man erfährt im Text viel über diesen Garten und vor allem auch über Schwester Béatrice, die ihn gemeinsam mit Mitschwestern betreut. Die Gartenanlage des Klosters Fahr wurde 2011 mit dem Dr. Rudolf-Maag-Preis ausgezeichnet und schon 1995 erhielt der historische Kräutergarten den aargauischen Kulturpreis. 

Wunderschön auch ist der Kameliengarten von Regula und Rolf Stockmann in Montagnola, der darüber hinaus noch zahlreiche andere Besonderheiten zum Bewundern bereit hält, nicht zuletzt einen Hanggarten mit diversen exotischen Gehölzen, darunter eine sehr seltene Wollemie. 

Es ist natürlich unmöglich, im Rahmen der Rezension zu jedem der Gärten etwas zu schreiben. Nicht unerwähnt allerdings möchte ich den Garten von Felix und Erika Widmer lassen, der sich in Schönenwerd befindet und der durch seine geometrisch angelegten Lavendelfelder besticht. Dann ist da noch der Traumgarten des Hotels Schatzalp in Davos. Er weist zahlreiche Besonderheiten auf, darunter ein historisches Alpinum mit 3500 Pflanzenarten und –sorten. Der Meister vom "Zauberberg" heißt übrigens Klaus Oetjens. Er hat  den  Garten kreiert, der meinen Vorstellungen vom Paradies am nächsten kommt,

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: Paradiesische #Gärten- Gedichte & Geschichten für draußen- teNeues- #Clive_Nichols

Dieses traumhafte Gartenbuch ist ein Werk des renommierten Garten- und Pflanzenfotografen Clive Nichols, der für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet wurde. Seine Fotos wurden in zahlreichen Magazinen, Büchern und Kalendern gezeigt. Nicht unerwähnt soll bleiben,  dass Clive Nichols für Royal Horticultural Society diverse gut besuchte Foto- Workshops leitet. 

Beim ersten Blättern und Bestaunen der schönen Gartenimpressionen entdeckt man sogleich ein Gedicht von #Nikolaus_Lenau. Es trägt die Überschrift "#Frühling" und vermittelt genau das, was uns in den ersten Wochen des Jahres die Zeit herbeisehnen lässt,  in der es wieder grün wird. 

Fotos von blühenden Bäumen, Tulpen und anderen Blumen des Paradieses "Cerney House", Gloucestershire in England machen neugierig auf das, was kommt. Der Fotograf hat 19 Gartenparadiese abgelichtet, in Groß Britannien, Frankreich und in Italien. Dabei verführt jeder gezeigte Garten zum Träumen und man wünscht sich an diese Orte, um den Duft in der Nase zu haben, um Bäume und Pflanzen zu bestaunen, die Vögel dort zwitschern zu hören und Glück für Momente zu empfinden. 

Die Morgennebel in "Narborough Hall" beeindrucken ebenso sehr wie die Lupinen und der Mohn dort und man stellt sich vor,  auf einer Gartenbank Friedrich Uhls "Märchen aus dem Weichselthale" zu lesen, einen Brunnen plätschern zu hören und sorglos den Augenblick zu genießen. Es gab Zeiten, da war dies den Menschen vergönnt. 

Ein poetischer Text von Christoph Christian Sturm über "Die Tulpe" sollte nicht überlesen werden und viele andere Texte ebenfalls nicht. Sie nämlich verdeutlichen wie intensiv Dichter und Schriftsteller sich zu allen Zeiten mit dem Gartenglück befasst haben.Vergessen wird dabei nicht einen Auszug aus Johann Wolfgang von Goethes "Die Metamorphose der Pflanzen" und Max Halbes "Der Ring des Lebens"

Wunderschöne Gartenbilder aus unterschiedlichen Jahreszeiten und Impressionen, die in abgelebte Zeiten führen, bestätigen Hugo von Hofmannsthals Worte:

"Es gibt im Grunde nichts,
was dem Dichten so nahe steht,
als ein Stück lebendige Natur 
nach seiner Phantasie umzugestalten.“

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Romantische Gartenreisen in England- #Anja_Birne- #Callwey

Dieses traumhafte Gartenbuch mit dem Titel "Romantische Gartenreisen in England" ist ein Werk von Anja Birne. Sie ist Staudengärtnerin, Buchautorin und Garten-Journalistin. Seit 1994 leitet die Pflanzenenthusiastin Gartenreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Ihr Buch, das zum besten Gartenreiseführer  des Jahres soeben gekürt wurde,  hat sie aus den Erfahrungen privater und beruflicher Gartenreisen entwickelt. 

Wie Anja Birne in der Einleitung erwähnt, spiegelt die britische Gartenkultur Gesellschaftsordnungen und Machtverhältnisse, Schönheitsideale und ästhetische Moden aber auch das Verhältnis der Menschen zur Natur. Nicht wenige Gärten sind Kunstwerke. Noch heute entstehen die schönsten Gärten inmitten einzigartiger Kulturlandschaften mit ihren jeweiligen geologischen, topografischen und klimatischen Eigenarten, so die Autorin. 

Für das englische Landschaftsbild sind die Parklandschaft und die Heckenlandschaft bezeichnend. So soll ein endloses Netz an Hecken sich von Kent bis Cornwall, von Essex bis Schottland winden und auf diese Weise die Heckenlandschaft der britischen Inseln bilden. 

Gartenreisen haben in England eine lange Tradition. Darüber erfährt man in der umfangreichen Einleitung Wissenswertes und kann sich anschließend in die Gartentouren vertiefen. 

Untergliedert sind diese in die Rubriken: 

Kent und East 
Sussex 
East und West Sussex 
Hampshire 
Cotwolds 
Somerset 
Cornwall 

In jeder der genannten Regionen werden einige sehr schöne Gärten mittels Text und Bildern vorgestellt. In einem Extra-Kästchen werden zudem jeweils der Eigentümer und die Besonderheit des speziellen Gartens hervorgehoben als auch die entsprechende Website zum weiter informieren genannt. 

Es macht viel Freude die Gartenbeschreibungen zu lesen und sich einen Eindruck von den Gemeinsamkeiten, aber auch den Unterschieden zu machen. Auf den Seiten 36/37 dann hat man die Chance, sich in ein bemerkenswertes Pflanzenporträt einzulesen, welches eine typisch englische Blume charakterisiert. Dabei handelt es sich um die "Bluebell". Es ist ein Liliengewächs, das man auch unter dem Namen Blaues Maiglöckchen kennt und das von Mitte April bis Mitte Mai im lichten Laubwaldschatten erblüht. Vorgestellt wird William Robinson (1838- 1935), eine Persönlichkeit der englischen Gartenkultur und auch Gertrude Sekyll (1843-1932), die als Garten-Schriftstellerin ihre Karriere begann. 

Über die einzelnen Gärten möchte ich nicht sprechen, weil dies den Rahmen der Rezension sprengen würde. Fasziniert bin ich von allen, weil das, was geboten wird, einfach überwältigend ist. Reisetipps und Wissenswertes in allen Regionen runden dieses wunderbare Gartenbuch ab, das mit so viel Schönem und Wissenswertem aufwartet, dass man gar nicht aufhören mag, darin zu studieren. Stichworte wie "Zeitgenössischer Terrassengarten auf freiem Feld", " Gärtnern mit Cottage Garden Flowers", "Staudenschätze aus alten Gärten" oder "Viktorianischer Pflanzenjägergarten" lassen aufhorchen. Was sich  dahinter wohl verbirgt?

Ganz zum Schluss dann wird man überrascht mit 30 Rezepten zum Afternoon Tea. Die Rezepte werden in gut nachvollziehbaren Arbeitsschritten erläutert und sind typisch britisch. Das gilt für die "Lemon Tart" ebenso wie für "Betty´s Tea Cake" und alle anderen Leckereien. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Blühende Beete- Nick Bailey - 365 Tage #Gartenglück - Callwey

Dieses reich bebilderte Gartenbuch ist jetzt zum Beginn der Frühjahrssaison eine wahrlich willkommene Lektüre, die nicht nur Glück verspricht, sondern es Seite für Seite auch tatsächlich verschenkt. Die Texte stammen von dem Gärtner und Gartenbuchautor Nick Bailey und die Fotos von Jonathan Buckley. 

Der Autor reflektiert zunächst, was Farbe im Garten eigentlich bedeutet, schreibt über den menschlichen Einfluss auf Farbe und Blühdauer, über Farben in der Gartengeschichte und auch in der Natur, bevor er in zwölf Kapiteln Gartenwissen vom Feinsten vermittelt. 

Zunächst lernt man die Grundlagen der Farbenlehre kennen und erfährt in diesem Zusammenhang, was Farben eigentlich sind. Mit einem Farbkreis für Gärtner wird aufgewartet und es werden anhand von sehr gut erläuterten Bildern Farbkombinationen im Garten vorgestellt, die man übrigens mithilfe des beigefügten Farbkreises finden kann. 

Erläutert werden: 

Monochromatische Kombinationen 
Ton-in-Ton-Kombinationen 
Komplementäre Kombinationen 
Dreiklang 
Neutrale Kombinationen 

Anschließend wird man ausführlich in die Farbtheorie  für Gärten eingeführt und erfährt in welcher Weise uns Farben beeinflussen. Es sind übrigens helle Blau- und Grüntöne, die den Puls verlangsamen und beruhigen. Wie man Farbe ganzjährig im Garten erzielt, wird auch verraten und man kann sich zudem mit Farbfolgen befassen. Dann werden Frühlingspflanzen vorgestellt. 

Jede Pflanze wird ausführlich porträtiert. Stets wird man in Kenntnis gesetzt wie groß sie ist, welche Farbwirkung sie hat, mit welchen Farben sie sich kombinieren lässt, wer der Partner und wer der Nachfolger von ihr ist. Erklärt wird wie man Pflanzen pflegt und erhält  zudem zahlreiche Tricks und Kniffe für mehr Farbe im Garten. Blattfarben sind ein großes Thema. Hier liest man u.a. Wissenswertes über immergrüne Sträucher und dauerhaft bunte Sträucher. Die Sommerpflanzen sind ähnlich wie die Frühlingspflanzen in ihre konkrete Blühzeit untergliedert. 

So bringt der Spätsommer dann "Canna" aber auch "Blauen Salbei" hervor. Man lernt eine große Anzahl von Dauerblühern für das ganze Jahr kennen. Viele haben eine Blühzeit von sechs Monaten oder mehr und man erfährt wie man die Saison verlängern kann. Tolle Farbpaare werden vorgestellt. Dabei leuchten die Farben durch Kontraste intensiver. 

Wunderschöne Herbstblüher zeigen, dass dann der Garten nochmals hell erstrahlt. Gefallen hat mir auch das Kapitel zum Thema Töpfe und Kübel. Hier werden sehr anschaulich die Grundlagen aufgelistet, bevor man sich in zahlreiche Beispiele vertiefen kann. Schwierige Standorte und Winterpflanzenbeschreibungen runden das Buch dann gekonnt ab. 

Wer sich gerne inspirieren lassen möchte und harmonische Farbspiele im Garten liebt, ist gut beraten, dieses Buch zu studieren und seine neu gewonnenen Erkenntnisse im eigenen Paradies umzusetzen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: #Hochzeitsblumen- #Paula_Pryke, #Gerstenberg

Rechtszeitig zum Valentinstag hat der #Gerstenberg_Verlag einen traumhaften Bildband auf den Weg gebracht, der einen Blütenrausch für besondere Anlässe vorstellt. Die umwerfend schönen Bilder stammen von #Tim_Winter. Er ist Food-, Lifestyle- und Interieur- Fotograf. Seine Arbeiten erschienen in zahlreichen Büchern und Illustrierten. Der Fotograf, der auch für führende Hotels, Restaurants und Eventagenturen arbeitet, lebt mit seiner Familie in Kent. 

Paula Pryke eröffnete 1988 ihren ersten Blumenladen in London und wurde wenig später die begehrteste Floristin Englands. Sie ist Jurymitglied der Wedding Industry Awards. Hierbei handelt es sich um eine britische Vereinigung, die alljährlich Preise in 26 Kategorien verleiht. 2014 wurde die Floristin von der Queen mit dem englischen Verdienstorden ausgezeichnet. Paula Pryke lebt in Dalham Suffolk.

Das Buch ist in vier Themenbereiche untergliedert:

Hochzeitsblumen 
Hochzeitsthemen 
Blumendekoration 
Saisonale Blumen 

Im ersten Abschnitt werden typische Hochzeitsblumen gezeigt und Wissenswertes über sie zur Sprache gebracht. Der Reigen beginnt mit edlen Orchideen, es folgen üppige Rosen, hübsche Margeriten, prächtige Dalien, zauberhafte Ranunkeln, dann auch Tulpen, Lilien, Callas, Päonien und so viele andere Blumen mehr. Besonders gefreut habe ich mich über die Präsentation von Maiglöckchen und über die weißen Freesien, die zu meinen Lieblingsblumen zählen. 

Es bereitet große Freude, all die Hochzeitssträuße zu bewundern und mehr über die einzelnen Blumen zu erfahren, wobei ich weiße Sträuße am überzeugendsten finde. Wer Romantik schätzt, der wird begeistert sein von den Biedermeiersträußen,   sei es aus Skabiosen oder auch aus  Duftwicken. 

Bei den Hochzeitsthemen werden verschiedene Dekorationselemente vorgestellt,  die zu speziellen Themen passen. Vom Brautstrauß über Kirchen- und Tischschmuck stimmt hier einfach alles. Gezeigt wird wie man Kränze oder Körbe gestaltet, beispielsweise bei einer Hochzeit im Landhausstil. Traumhafte Tischgestecke und Türkränze werden vorgestellt, um dann schließlich ein Vielzahl schöner Blumensträuße nicht nur bewundern zu können, sondern auch erklärt zu bekommen, wie man sie bindet. Zauberhafte Blumenkränze fürs Haare der Brautjungfern und Blumenmädchen gefallen ebenso sehr wie deren Blütenherzen. Auch die Ansteckblumen überzeugen und machen es nicht einfach, sich für eine bestimmte zu entscheiden. 

Blütenschmuck für die Zeremonie in der Kirche und auch im Freien sind so schön, dass der Blick lange verweilt. Die geradlinigen Tischgestecke inspirieren auch als Deko für andere Festlichkeiten, ganz ähnlich wie die Stuhlrücken und so hübsche Gestaltungsideen wie der Erdbeerbaum. 

Gefallen auch haben mir die Betrachtungen über die saisonalen Blumen. Sich vorzustellen,   welche Sträuße oder Gestecke daraus entstehen könnten, regt die Fantasie ungemein an. Unabhängig vom praktischen Nutzen für Festivitäten aller Art, macht es einfach Freude, sich mit dem schönen Buch zu befassen und sich in Blütenträume zu verirren, die das Herz für eine kleine Weile heiter stimmen 

Empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich
Onlinebestellung:   Gerstenberg und  Amazon

Rezension: #Garten_Design- #Gartengestaltung- #Ian_Hodgson- Callwey

Dieses Gartenbuch eignet sich bestens dazu, es jetzt im Spätherbst und Winter zu lesen, weil  der Autor  sich  mit Visionen und Planungen befasst, die im Kopf reifen sollten, bevor man zur Tat schreitet. 

Verfasser des reich bebilderten Buches ist der Landschaftsarchitekt Ian Hodgson, der an den Ken Gardens lehrt und als freier Redakteur für Garden News und Garden Answers arbeitet. Er hält in der Einleitung fest, dass Gartendesign wie keine andere Disziplin Kunst, Kultur, Wissenschaft und Umwelt verschmelze und der Garten seit tausenden von Jahren das Herz der menschlichen Zivilisation verkörpere. 

Das Buch kommuniziert verschiedene Ideen und Gestaltungsthemen, die als Inspiration zur Um- und Neugestaltung des eigenen Gartens dienen sollen. 

Untergliedert ist das Werk in die Kapitel: 

Mutige Visionen- Große Ideen 
Galerie der Gärten 
Der Garten als Wohnraum 
Gärtnern mit gutem Gewissen 
Der eigene Garten 

Zunächst werden Gärten in unterschiedlichen Gartenstilen vorgestellt. Gezeigt werden moderne und formale Gärten und solche mit urbanem Chic. Zur Sprache gebracht werden zudem der Cottage – und Country-Stil, naturalistische Gärten, Wassergärten und exotische Gärten. So werden beispielsweise beim modernen und formalen Garten die geometrischen Grundlagen erläutert und man wird auch über die Ursprünge formaler Gärten informiert. Anhand von Fallbeispielen kann man sich stets in das jeweilige Gartenthema vertiefen. Es informieren verschiedene namhafte Gartenexperten, über die man stets Wissenswertes erfährt. 

Fasziniert bin ich von der Idee eines exotischen Gartens. Kennzeichnend sind großblättrige Bäume und Sträucher, auch leuchtende, kräftige Blüten- und Blattfarben, die sich zu einem dschungelartigen Teppich aus Farben, Formen und Texturen verweben.  

Man lernt Gestaltungsideen und Pflanzenstile kennen. Dabei werden alle Gestaltungselemente u. Ansätze beleuchtet, aber auch Ideen und Features gezeigt. Sehr gut haben mir die Überlegungen zu Eingängen gefallen und auch zu Wegen im Garten. Dekoration und Kunst ist ein  abendfüllendes Thema, das all jene besonders beschäftigt, die Skulpturen und Figuren im Garten zu schätzen wissen. 

Licht und Wasser im heimischen Paradies gehören zu den Dingen, die lange überlegt sein wollen. Hier inspiriert das Buch vielschichtig. 

Sehr gut werden Pflanzen als Gestaltungsmoment abgehandelt und geradezu exzellent naturalistische Pflanzungen beleuchtet. Wer nicht viel Sonne im Garten hat, sollte sich mit dem Thema Schattenpflanzen anfreunden. 

Auf welche Weise man im Garten gut entspannen kann, essen,  kocht oder spielt wird ebenso zur Sprache gebracht wie nachhaltiges gärtnern oder gar wie man Wildtiere anlockt. 

Kurzum, ein sehr lehrreiches Gartenbuch, das ich gerne empfehle.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Callwey-Verlag und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.callwey-shop.de/buecher/garten/gartendesign-gartengestaltung.html

Rezensionen: Mythos #Orchideen- Von leidenschaftlichen Sammlern, fernen Ländern und besonderen Sorten-Callwey

Autorin dieses wundervollen, reich bebilderten Orchideenbuchs ist #Catherin_Vadon. Sie ist Dozentin am Muséum  d´ Histoire naturelle de Paris und Mitglied der Académie des Arts et Sciences de la Mer. 

Nach einer kurzen Einleitung und ersten Fotos von #Orchideen ist dieser Prachtband in vier Kapitel untergliedert:

Sagenhafte Pflanzen 
Die Jagd nach Orchideen 
Die großen Importeure und Sammlungen im 19. Jahrhundert 
Sammlungen der Gegenwart. 

Die meisten Orchideen wachsen als #Epiphyten, d.h. sie sitzen auf Pflanzen. 95% dieser Epiphyten stammen aus den Tropen oder Subtropen. Dort sind sie auf Ästen und Stämmen positioniert und halten sich mit ihren Wurzeln fest. Ihre Feuchtigkeit und ihre Nahrung holen sie aus der Luft oder vom herabrieselnden Wasser. Einige Orchideenarten verfügen über Wasser – und Nährstoffspeicher und können auf diese Weise Trockenperioden gut überstehen. Dann gibt es auch noch #Erdorchideen. Diese wachsen im Erdreich und kommen in temperierten Zonen und in den Tropen vor. 

Man erfährt Wissenswertes über die Geschichte der Orchideen, die bereits in China vor langer Zeit Bedeutung besaßen, nicht nur in der Garten- und Heilkunde, sondern auch in der Dichtkunst, der Literatur und Malerei. Über welche Wege schließlich die Orchideen nach Europa gelangten, erfährt man auch. So liest man u.a. von dem Arzt #Nathaniel_Wallich ( 786-1854), der in unbekannten Regionen Nepals sammelte und seine noch lebenden Orchideen in Minigewächshäusern, den sogenannten #Wardschen_Kästen nach Europa schickte. 

Der wichtigste Orichideenlieferant für die Botanischen Gärten von #Kew in Richmond bei London war aber der 1787 von der Britischen Ostindien-Kompanie gegründete Royal Botanic Garden in Kalkutta. Die Orchideen selbst überraschten damals schon durch ihre Widerstandskraft und Toleranz gegenüber widrigen Bedingungen. 

Man erfährt mehr über die ersten Blüten der #Cattleya_Labiata_Vera in England  sowie über das Pariser Naturkundemuseum Muséum national d´ Histoire naturelle und in diesem Zusammenhang auch liest man von dem berühmten Blumenmaler des Museums #Joseph_Redouté, über dessen Werke ich vor geraumer Zeit erst  eine  Rezension verfasst habe. 

Über die Pflanzenjäger und ihre Expeditionen wird man unterrichtet und man erahnt auch die Herausforderungen, denen Forscher in den Tropen sich stellten, wenn sie von Durst und Hunger gepeinigt durch den tiefsten Urwald wanderten, bis sie schließlich die begehrten Pflanzen fanden. 

Immer wieder kann man  Original-Textauszüge  lesen, so etwa eine Anweisung von Jean Linden an den Pflanzenjäger Benedikt Roezl aus dem Jahre 1870 und sich einen Eindruck verschaffen von der Moral der Sammler, die nicht immer auf dem höchsten Niveau war. Die erbitterte Konkurrenz der Orchideenjäger kommt zur Sprache und man liest auch wie aus Sammeln Plündern wurde. So wurden schon 1877 Plünderungen in Kolumbien thematisiert. Es kam zu ersten Sammelverboten für bestimmte Orchideen. 1893 bereits führte #Brasilien eine Lizenz und Steuerabgaben für spezielle Orchideen ein. 

Der lange Weg nach Europa barg natürlich Risiken, über diese erfährt man im Buch ebenfalls das ein oder andere, um sich schließlich in das Kapitel, das den Abenteurern und Sammlern gewidmet ist, zu vertiefen. Hier liest man u.a. Textauszüge aus "The Woodlands Orchids" von #Frederick_Boyle, etwa über Menschenopfer bei den Papuas von Neuguinea und über Kannibalen auf Sumatra. 

Alte Fotos illustrieren die Berichte über längst vergangene Zeiten. Man lernt eine Reihe wichtiger Sammler kennen und erhält eine Auflistung von gesammelten Orchideen von Willian Arnold aus Venezuela und Kolumbien. 

Immer wieder staunt man über die Sammelleidenschaft von Orchideenjägern, die jedes Risiko eingingen, um an die begehrten Pflanzen zu gelangen. Berühmte Importeure und der Orchideenkönig werden vorgestellt. Er  hieß übrigens #Frederick_Sander und besaß ein außerordentliches Orchideenwissen. 

Sammlungen als Symbol von Reichtum und Prestige in Europa und den USA und die Sammlungen der Gegenwart runden das Buch ab, das uns mit diesen edlen Pflanzen vertraut macht und  uns viel Respekt  für sie entwickeln lässt.

Das Werk beinhaltet neben aufschlussreichen Texten, Fotos sowie kunsthistorisch bedeutende Darstellungen von Orchideen und erweist sich als ein Wintermärchen für alle, die sich nach einem subtropischen oder tropischen  #Paradies sehnen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Callweyverlag und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern. http://www.callwey-shop.de/buecher/garten/mythos-orchideen.html

Rezension: #Botanik für #Gärtner- #Geoff_Hodge- #Dumont.

Dieses Buch ist für Gartenfreunde geschrieben worden, die mehr über die Wissenschaft von Pflanzen wissen möchten. Dabei befassen sich alle neun Kapitel mit einem Teilgebiet der Botanik unter dem Gesichtspunkt seiner Bedeutung für den Gärtner. 

Das Buch ist ein Nachschlagewerk; es muss also nicht von vorn nach hinten durchgelesen werden. Stattdessen steht jedes Kapitel für sich. Querverbindungen werden mittels Verweisen angezeigt. 

In die einzelnen Kapitel sind Lebensläufe und Lebensleistungen von 15 Botanikern, Forschern und Illustratoren eingebunden. 

Wie der Autor schreibt, soll das Werk Gärtnern Hintergrundinformationen liefern. Die praktische Beispiele und Ratschläge sind allerdings nicht umfassend und abschließend zu verstehen. 

Zunächst wird man mit einer kleinen Geschichte der Botanik vertraut gemacht, bevor man sich in das Pflanzenreich vertiefen kann, über Wachstum, Form und Funktion viel erfährt, auch über die Abläufe im Inneren, die Fortpflanzung, den Beginn des Lebens, die äußeren Faktoren, die Sinneswahrnehmungen bei Pflanzen und die Schädlinge, Krankheiten sowie Störungen. 

Bemerkenswert übrigens ist, dass Pflanzen, die Farbe oft dazu dient, um von Tieren wahrgenommen zu werden. Dabei reagieren Bestäuber auf Lichtwellenlängen. Bienen reagieren auf andere Farben als Vögel oder Schmetterlinge. Die zuletzt genannten bevorzugen orangefarbene Blüten. Über dieses Phänomen liest man beispielsweise viel Wissenswertes und auch darüber, dass nach der Bestäubung die Farbe verblasst. 

Zu den Botanikern und botanischen Illustratoren, die im Buch porträtiert werden, zählt auch #Pierre-Joseph_Redouté. Dieser belgische Maler war der bekannteste botanische Künstler, dessen Rosen- und Lilienaquarelle noch heute sehr berühmt sind. 

Das Buch ist eine Quelle botanischen Wissens und zählt zu den 100 Büchern, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde, um mich dort nicht zu langweilen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich
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Rezension: Faszination #Grüne_Gärten- Die schönsten #Gestaltungsideen mit 50 ausführlichen Pflanzporträts- -Christa_Hasselhorst, Fotos #Marion_Nickig- Callwey

Auf den Weg gebracht haben dieses schöne und dabei sehr informative #Gartenbuch die Kulturjournalistin und renommierte Gartenbuchautorin Christa Hasselhorst und Marion Nickig, eine der wohl bekanntesten,  deutschen Gartenbuchfotografinnen. 

Zur Einstimmung in das Buch hat man die Chance, sich durch Goethe im Hinblick auf die Schönheit von Grün begeistern zu lassen. Anschließend erhält man in der Einleitung einen kurzen Überblick, worum es generell geht. Grün steht in unserer Kultur als Symbol für Hoffnung und jeder weiß, dass sie unsere gestresste Seele beruhigt. Wer kennt schon all die Begriffe für die Nuancen der Farbe Grün? Die Fantasie wird beflügelt von Namen wie Nilgrün, Smaragdgrün, Jadegrün oder Resedagrün und wünscht sich alle Bezeichnungen für Grünschattierungen zu kennen. 

Minimalistische Gärten sind zumeist ausschließlich #Grün bepflanzt und nicht wenige kennen die magische Wirkung von Grün als Dominante im Garten. So liest man in diesem Zusammenhang von einem Garten in der Provence, der aufgrund der vielen Facetten der Farbe Grün dort eine nahezu pastorale Ruhe ausstrahlt. 

18 #Gartenparadiese, die sich durch außergewöhnliche Gestaltung auszeichnen, werden in dem vorliegenden Buch präsentiert, immer wird eine Skizze des Gartens mitgeliefert und stets kann man sich anhand von Bildern einen visuellen Eindruck verschaffen. In den Begleittexten erhält man detaillierte Eindrücke von den gezeigten Gärten. Man erfährt auch, wer die Besitzer sind und wo die Paradiese sich konkret befinden. So liest man, dass gleich der  zweite der gezeigten Garten in einem Dorf nördlich von Weimar lokalisiert ist. Es handelt sich um einen wunderschönen Landhausgarten, der auch Goethe bestimmt gefallen hätte. 

Fasziniert bin ich von dem Anwesen von Jef und Mariet Dellafaille. Der Garten wurde von #Jacques_Wirtz angelegt, Belgiens "grünem König". Er entfernte den vorhandenen Barockgarten bis auf wenige Relikte und schuf eine poetische Melange aus englischem Landschaftspark, einem Quäntchen Sissinghurst und der typischen Wirtz-Formensprache, die nach dem Prinzip "Weniger ist mehr" virtuos ästhetische Räume mit andachtsvoller Stille gestaltet. 

Im Anschluss an die Gartenskizzierungen lernt man 50 Pflanzen im Porträt kennen. Neben den ausführlichen Beschreibungen liest man stets Wissenswertes zu Arten, Standort, Boden, Blüte und Höhe. Zudem wird grünes Zusatzwissen geliefert. In einem Sonderthema erfährt man  Näheres über Farne, die mehr als nur Lückenfüller sein sollten und man kann sich im Rahmen eines Interviews mit dem Landschaftsarchitekten Jochen Martz ein Bild machen über Farne als neue Gräser. Hier auch werden Farne für Einsteiger empfohlen und man erfährt zudem, welche Farne wirkungsvoll in kleinen Gärten sind. Etwa 400 Arten von #Fetthennen gibt es, deren Blättchen man im Frühling auch im Salat verwenden kann. Da Fetthennen auch auf nährstoffarmen Böden gedeihen, sind sie wirklich bestens einsetzbar und vor allem schön, wenn sie blühen. 

Ein weiteres Sonderthema sind die magischen Moose. Es sind Schattengewächse, die über 400 000 Millionen Jahre alt sind und einen bemerkenswerten ökologischen Aspekt aufweisen. Moose sind nämlich gute Feinstaubfilter, die einen kühlenden Effekt erzeugen. 

Es führt zu weit auf alle #Pflanzen hier näher einzugehen. Besonders schön finde ich die grünsilbrige Farbe des Wermuts. Diese #Heilpflanze kannten die Ägypter bereits vor 4000 Jahren. Ihr Bitterstoff wird für Kräuterschnäpse und Liköre verwendet. 

Dann ist da auch noch der Kaukasus-Vergissmeinnicht. In Volkssagen kennt man sie als die blaue Wunderblume, möglicherweise war es genau die Blume, nach der Heinrich von Ofterdingen suchte. 

Sehr empfehlenswert, weil informativ und inspirierend. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Callwey-Verlag und können das buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

https://www.callwey.de/buecher/gruene-gaerten/

Rezension: Mit Goethe durch das Gartenjahr- Prestel

Dieser traumhafte Bildband enthält Gartenaufnahmen des begnadeten Landschaftsfotografen Ferdinand Graf von Luckner, mit dem ich Gelegenheit hatte, vor noch nicht allzu langer Zeit auf "Buch, Kultur und Lifestyle" ein Gespräch zu führen. 

Das Vorwort hat Sonja Gräfin Bernadotte verfasst, für die Gärten, wie Graf von Luckner sie hier im Buch visualisiert, ein Geschenk für die Menschheit sind, die als solche Anerkennung finden sollten. 

Die gezeigten Gärten erhielten den Europäischen Gartenkultur-Schöpfungspreis der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa. 

Der Romanist Roland Doschka kuratiert seit vielen Jahren Ausstellungen zur Kunst der Moderne und hat zahlreiche Texte zur Kunst des 20. Jahrhunderts publiziert. Er hat die Einleitung zum Buch verfasst und die Gedichte sowie Sentenzen von Goethe für das Buch ausgewählt, die die Fotos begleiten.

"Mit Goethe durchs Gartenjahr" verbindet die Verse des berühmten Frankfurter Sohnes mit Italien und Frankreich, die großen Einfluss auf sein Werk und seine Geisteshaltung hatten und ihn bereits früh zu einem großen Europäer machten. 

Der hier visualisierte Garten setzt sich aus Literaturästhetik, der Malerei Claude Monets, dem Geist der französischen Sprache und dem Naturmythos Albert Camus zusammen. 

Ferdinand Graf von Luckner führt den Betrachter seiner Bilder durch das Gartenjahr und erinnert dabei an Goethes "Stirb und Werde!“ 

Es sind Gartenbetrachtungen, die das Augenmerk auf jahreszeitlich typische Blumen legen. Gleich am Anfang sieht man eine Wiese mit Schlüssel – und Dotterblumen sowie Narzissen, der Löwenzahn ist noch nicht aufgeblüht, aber die Knospen lassen schon die gelbe Farbe erkennen. Die Natur ist zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich zartgrün und gelbfarben. Die strahlenden Gelbtöne spiegeln das Sonnenlicht wieder, nach dem man sich im Frühling stets so unendlich sehnt. 

Es sind diese gelungenen Farbkompositionen, die Seite für Seite den Betrachter staunen lassen. Rambler-Rosen lassen alte Bäume erblühen und Lavendel  sowie Mohn sorgen für sommerliche Melancholie. 

Nicht alle Verse von Goethe, die hier die Bilder begleiten, kannte ich bereits. Sehr schön finde ich nachstehenden kleinen Vers, weil er  die die Heiterkeit des Frühlings in Worten  festhält.

Kleine Blumen, kleine Blätter 
Streuen mir mit leichter Hand 
Gute junge Frühlingsgötter 
Tändelnd auf ein luftig Band

Weiße Fingerhüte und weiße Päonien zwischen Buchbaumkugeln und Farnen, dazu die weißen Stämme von Birken lassen mich über die Bodenbeschaffenheit nachdenken: Feucht und sandig zugleich, offenbar.

Weiße Blüten und facettenreiches Grün gestalten einen Garten edel.  Das dokumentieren die entsprechenden Bilder. 

Dass ein Garten im Winter auch schön sein kann, beweisen die entsprechenden Impressionen. Doch am schönsten ist ein Garten, wenn alles blüht und wir in seine Farben eintauchen können 

"Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis". Das muss man sich immer und immer wieder klar machen, wenn Blumen welken  und die Blätter sich vom Baum lösen, um ein letzten Mal  im Wind zu tanzen.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Prestel-Verlag und können das Buch bestellen.
http://www.randomhouse.de/Buch/Mit-Goethe-durch-das-Gartenjahr/Roland-Doschka/e490252.rhd. Sie können es aber auch direkt beim Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Farbenpracht im Garten- Andrew Lawson- Gerstenberg

Andrew Lawson gilt als einer der renommiertesten Gartenfotografen überhaupt. Seine Fotos illustrieren nicht nur Werke namhafter Gartendesigner, sondern Prinz Charles hat ihn sogar als Fotograf für sein Buch über den Park von Highgrove verpflichtet. 1993 bereits hat die Royal Horticultural Society ihm die Goldmedaille für Fotografie verliehen. 

Lawsons reich bebildertes Buch beginnt mit allgemeinen Betrachtungen zur Macht der Farben, die für einen Gärtner ein wichtiges Gestaltungsmittel darstellen. Nicht zwingend relevant sind einzelne Farben für das Gartenbild, sondern vielmehr die Zusammenstellung an sich, denn jede Farbe beeinflusst die Nachbarfarbe und es soll die Beziehung zwischen ihnen sein, die den Blick letztlich fesselt. 

Sind die Farben untereinander ähnlich, so spricht man von Harmonie, sind sie unterschiedlich nennt man es Kontrast. Dabei wirken Harmonien besänftigend und der Kontrast wohl eher anregend. Worum es geht, ist u.a. Farbprogramme das gesamte Jahr über durchzuhalten. Bei allem  soll aber beim Gärtnern eine Partnerschaft mit der Natur eingegangen werden. Es handelt sich hier speziell um  das Umsetzen der Erkenntnis, dass eine Pflanzung, die an einem Ort gedeiht an einem anderen durchaus kümmern kann. 

Im Kapitel "Farben verstehen" lernt man zunächst das Farbrad kennen.  Rot, Blau und Gelb sind  die Primärfarben, aus denen theoretisch alle anderen Farben gebildet werden. Man liest über die Farben des Regenbogens, die Vielzahl der farblichen Abstufungen und erfährt Wissenswertes über das Farbrad, das ein zu einem Kreis geschlossenes Farbspektrum ist. 

Ein weiteres Thema ist die Sättigung. Diese beschreibt die Intensität einer Farbe. Eine gesättigte Farbe zeigt sich in voller Kraft und insofern in ihrer unverfälschten Form. Helle und dunkle Töne kommen zur Sprache, auch der Einfluss des Lichts, die Farbaufteilung, sowie Dichte, Form und Struktur. Dann wird auf die einzelnen Farben im Rahmen der Gartengestaltung mit Farbe eingegangen. Den Anfang nimmt die Farbe Gelb. 

Man liest Spannendes über ihre psychologische Wirkung und welche Pflanzen man im Garten diesbezüglich effektvoll verwenden kann. Die gelben sind wie alle anderen  in Farben untergliederten Blumen nach Jahreszeiten aufgelistet und kurz skizziert.  Sehr neugierig hat mich der blaue Garten gemacht, weil ich hier nur wenige Blumen zuvor mit Namen kannte.

Interessant auch ist die Farbe Weiß, die in Verbindung mit Grün besonders edel wirkt. Ausführlich kann man sich mit Farbharmonien befassen. Hier begeistert mich der Mix aus Magenta, Purpur und Rotbraun. Auch Kontraste werden an Beispielen ausgiebig zur Sprache gebracht und schließlich auch bunte Mischungen. Die vielen Bilder und Pflanzpläne zum Schluss schenken einen guten Überblick und lassen Hobbygärtner mit Farbempfinden zur Tat schreiten. 

Romantisch ist natürlich ein rosafarbener Garten, aber ein Garten mit weißen Blumen ist mein eigentlicher Traum, denn er schenkt am meisten Ruhe, die die Basis zum Meditieren ist. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Gerstenberg-Verlag und können das Buch bestellen.https://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836921053&highlight=+pflanzpl%C3%A4ne. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Gardens in France- Gärten in Frankreich- Taschen

Dieser Prachtband wurde von Dr. Angelika Taschen herausgegeben. Die beeindruckenden Fotos realisierte Deidi von Schaewen, die für zahlreiche internationale Magazine und als Filmemacherin arbeitet. Marie-Francoise Valéry schließlich hat die Texte verfasst. Sie ist Autorin zahlreicher Gartenbücher und schreibt zudem für viele renommierte französische Garten- und Designzeitschriften. Die Texte sind in englischer, französischer und deutscher Sprache nachlesbar und dienen der Erläuterung der schönen Bilder. 

Gezeigt werden die schönsten Gärten Frankreichs. Dabei werden die typischen Pflanzen der unterschiedlichen Klimazonen präsentiert, die Inspiration für den eigenen Garten schenken wollen. 

Untergliedert sind die Gärten in unterschiedliche Regionen, beginnend mit Le Nord und hier nochmals unterteilt in Gärten der Ile –de –France und der Normandie. Zunächst lernt man den Garten von Vaux-le- Vicomte kennen, den Inbegriff des französischen Barockparks. Konzipiert wurde der Park von André le Nôtre (1613- 1700), dem genialen Gartenarchitekten, der auch Versailles gestaltet hat.  Alle Einblicke werden genau beschrieben, so auch, dass die Rasenflächen dort mit Eiben geschmückt sind. 

Es folgt eine Präsentation von La Roseraie du Val-de Marne à l Hay – les Roses. Die Idee für diesen prachtvollen Rosengarten hatte 1894 Jules Gravereaux. Man staunt über die Vielfalt dort, wo die Wege mit Kletterrosen überwuchert sind. 

Unmöglich ist es, all die schönen Gartenanlagen hier zu benennen oder gar all die Bilder zu beschreiben. Über jeden der Gärten erfährt man Wissenswertes und sollte die Informationen auch aufmerksam lesen. Sehr lehrreich ist es,  zu sehen wie man Weintrauben nach einer Methode aus dem Städtchen Thomery lagert und beeindruckend sind die Gartenbilder aus Versailles, besonders die Fotos von Le Hameau de la Reine- Marie Antoinettes künstlichem Bauernhof und das schöne Trianon, das mit dem Namen Axel von Fersen wohl  auf ewig verbunden bleibt. 

Ein Traum sind die Bilder von Les jardins de Claude Monet à Giverny und hier vor allem der Wassergarten, an dessen Böschung Urpflanzen wuchern. Dann auch die Seerosen…

Doch auch weitere Gärten in der Normandie faszinieren mich. In einem der Gärten erblickt man ein Arrangement in Orange auf Taglilien, Mohn, bronzefarbenem Fenchel und Wolfsmilch. Zauberhaft. Rote Lupinen und roter Türkenmohn beeindrucken ebenso wie die üppig blühenden Rhododenronsträucher. Limesy… auf der Rückseite des normannischen Hauses Hortensienbüsche…am Eingang dann kugelige Buchsbäume...  

Diverse Pflanzen im Buch werden einzeln gezeigt, machen deshalb noch neugieriger. Canon in der Normandie ist ein Garten, in dem sich Klassizismus und Romantik vermischen, beeindruckend alles dort. Mit Chaumont beginnt das Centre, doch lange verweilt mein Blick  kurz darauf  auf den "Gärten von Villandry", wo ich schon mehrfach war zu anderen Jahreszeiten als im Buch thematisiert.

Schön auch mutet Hauteford an, ein majestätisch wirkendes Anwesen mit vielen Buchsbeeten. Buchs auch findet man in anderen Anwesen, doch nicht so oft im Süden, untergliedert übrigens in die Provence und die Côte D `Azur. Dort dann begeistern nicht nur Olivenbäume und Lavendel, sondern mediterrane Pflanzen aller Art in geheimnisvollen Gärten, irgendwo, vielleicht im Hinterland von Cannes. 

Die Villa Ephrussi de Rothschild sah ich vor über 30 Jahren zu ersten Mal. Traumhaft sind die typisch mediterranen Gewächse dort… und dann der Blick auf Villefranche, ein Geschenk des Himmels, für den,  der dies im Original sehen darf. 

Anfahrt und Öffnungszeiten der Gärten erfolgen übrigens zu Schluss.

Sehr empfehlenswert

Helga König


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Rezension: Blumen einst und jetzt- Klosterbibliothek Heiligenkreuz Biosphärenpark Wienerwald- Verlag Anton Pustet

Bild und Textautor dieses schönen Buches ist Gerhard Wasshuber, der seit 1999 als Lehrbeauftragter für Drucktechnik an der Universität Graz tätig ist. Das Werk präsentiert einen bibliophilen Kunstschatz. 

Der 1683 in Regensburg geborene Apotheker Johannes Wilhelm Weinmann sammelte das gesamte Wissen der barocken Zeit und hat in der Folge ein vierbändiges Kompendium mit 1000 Kupferstichabbildungen geschaffen. Im vorliegenden Buch wurden eine Vielzahl von Pflanzen aus dem bibliophilen Kunstschatz ausgesucht, die vormals und auch heute noch im Wiener Wald wachsen. Dabei werden die Originalaufnahmen der Pflanzen von heute und kurze Erläuterungen mit den entsprechenden Kupferstichabbildungen und Auszügen aus den entsprechenden barockzeitlichen Texten verglichen. 

Nach einem Grußwort von Dr. Maximilian Heim, dem Abt der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz, kann man das Vorwort von Prof. Dr. Georg Grabherr lesen und erfährt hier auch, dass das Buch Grenzen überschreitet, indem hier mit Herrn Wassenhuber ein exzellenter Meister seiner Zunft, der Drucktechnik, sich in die Botanik vorwagt und ein Glanzstück alter Fachliteratur aktualisiert hat.

Alsdann informiert Gerhard Wasshuber über sein Anliegen, das darin mündet, dass durch das Buch die Natur des Biosphärenparks Wienerwald großen und kleinen Wanderern, aber auch botanisch, historisch und bibliophil, interessierten Lesern nähergebracht werden soll. 

Das Werk ist für Blumen- und Pflanzenfreunde ein Hochgenuss. Sich in die Blüten und das Blattwerk der Schlüsselblumen zu vertiefen, macht mir besonders viel Freude, weil es mich an Kindertage zurückdenken lässt, wo diese Wildblumen in den Wiesen am Bachverlauf  gerade jetzt üppig blühten. 

Nicht nur Frühlingsblumen, sondern auch Walderdbeeren, Bienen-Ragwurz, auch Wiesensalbei etc. etc werden. gezeigt und - diese muss ich hervorgeben - traumhaftschöner Akelei. 

Fast zum Schluss dann kann man Wissenswertes zum Biosphärenpark Wienerwald lesen und hier auch, dass dort nicht nur Bäume alt werden, sondern auch Maiglöckchenklone. Diese bringen es auf ein Alter von 400 Jahren. 

Dann werden noch Fotos gezeigt von Blumen aus dem Wienerwald, die in den Weinmann- Bänden nicht auftauchen, so etwa der Frauenschuh, auch der Schwalbenwurz-Enzian und die Königskerze. 

Ein Werk für Liebhaber schöner Botanikbücher. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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