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Rezension: Der Selbstversorger- Garten- Elke von Raziewsky

Elke von Raziewsky hat gemeinsam mit dem Fotografen Jürgen Holzenleuchter dieses reich bebilderte Gartenbuch auf den Weg gebracht. Verfasst hat sie es mit ihrem Mann Uwe, wie sie im Vorwort schreibt. Das Ehepaar kaufte vor 8 Jahren in Sachsen ein 300 Jahre altes Pfarrhaus mit Obstwiesen und legten dort einen Selbstversorger-Garten an. Im Buch berichten die beiden von ihren gärtnerischen Erfolgen und Fehlschlägen und von Menschen, denen sie begegnet sind, so etwa Kartoffelexperten, Apfelsammler und auch Imker, um sich mit ihnen auszutauschen und von ihnen zu lernen.







Foto: Helga König Privat

Das Buch ist untergliedert in:
-Planen
-Pflanzen
-Pflegen
-Obst
-Gemüse
-Kräuter
Im Anhang findet man dann Adressen, die weiterhelfen und auch weiterführende Literatur sowie ein Stichwortverzeichnis.


Schenkt man der Autorin Glauben, so bringen einen Hobbygärtner zwei Fragen und sieben goldene Regeln auf den richtigen Weg bei der Anlage eines Nutzgartens. Welche Fragen und Regeln dies sind, kann man dem Kapitel "Planen" entnehmen. Wichtig ist ein übersichtliches Grundmuster, damit ein Selbstversorger-Garten auch wirklich funktioniert. In einem Nutzgarten sind hohe Bäume nicht erwünscht und kostbare Blühstäucher ebenfalls nicht. Einfache Elemente, wie Beete, Hecken und Wege sind zentrale Momente der Gestaltung. Wie man Hecken am besten pflanzt und Beete sinnvoll organisiert, wird ausführlich und gut erläutert.


Foto: Helga König Privat
Gemüsepflanzen derselben Pflanzenfamilie sollten nicht zu- und nacheinander auf das gleiche Beet gesetzt werden und zwar, weil sie nicht selten die gleichen Nährstoffe benötigen und auch unter gleichen Schädlingen leiden. In diesem Zusammenhang erfährt man, welche Gemüsesorten zu den Doldenblütlern, Kreuzblütengewächsen, Nachtschattengewächsen, Kürbisgewächsen, Lauchgewächsen und zu den Schmetterlingsblütlern gehören.


Man liest in der Folge, wo man Pflanzen am besten kauft, wenn man sie nicht selbst ziehen möchte, lernt aber auch das Aussäen und hier etwas über die verschiedenen Keimtypen. Als Faustregel für alle Körner muss man sich merken: "Die Körner werden mit so viel Erde bedeckt, wie sie dick sind," (Zitat S. 43). Unterschieden wird zwischen: Lichtkeimer, Kaltkeimer, Dunkelkeimer und Langsamkeimer.


Ausführlich erklärt wird, wie man sein eigenes Saatgut erntet, was man unter Stecklingen versteht und wie man diese richtig in die Erde bringt. Differenziert wird bei den Stecklingsarten zwischen: Kopfstecklingen, Grünstecklingen, Risslingen und Steckhölzern.
Der ertragreichste Boden ist ein Lehmboden. Nicht überall gibt es einen solchen Boden, deshalb sollte man kompostieren. Die Autorin erläutert die Grundregeln für guten Kompost, thematisiert anschließend Mulch und wartet mit allgemeinen Mulchregeln auf. Elke von Radziewsky berichtet von den Nonnen von Fulda, die seit den 1950er Jahren nach biologischen Grundsätzen gärtnern und ihr Wissen an die Außenwelt weitergeben. In diesem Zusammenhang liest man auch von deren Vorbild Miss Bruce, deren Pflanzenpräperat "Humofix" Berühmtheit erlangte.

Im Kapitel Obst wird man über Anbau, Pflege und Verwertung von Rhabarber, über rote und schwarze Johannisbeeren, über Himbeeren, Stachelbeeren, Blaubeeren, Kirschen, Pflaumen und Äpfel bestens aufgeklärt und erfährt über die Tätigkeiten des Erdbeerforschers Klaus Olbricht im sächsischen Weixdorf und des Experten für alte Obstbaumsorten Meinolf Hammerschmidt, der zwanzig Jahre lang als Entwicklunghelfer in Afrika arbeitete und dort die Erfahrung machte, das Obstbauprogramme scheitern, die sich über regionale Gegebenheiten hinwegsetzen, Wissenswertes.

Foto: Helga König Privat
Der Imker Gunter Paul produziert im Jahr 500 Gläser Honig. Im Rahmen eines aufschlussreichen Interviews erfährt man Näheres über seinen Umgang mit Bienen und auch über die Kosten für eine Grundausrüstung.

Sehr erhellend auch ist das Kapitel "Gemüse". Hier wird man über Anbau, Pflege und Verwertung von Bohnen, Salat, Fenchel, Zwiebeln, Poree, Tomaten, Chili, Gurken, Sellerie, Kartoffeln und Kohl aufgeklärt. Die Autorin porträtiert in diesem Zusammenhang die englische Salatkönigin Joy Larkcom, und den Kartoffelbiobauer Karsten Ellenberg, der 100 Kartoffelsorten anbaut und davon 33 direkt vermarktet.

Das letzte Kapitel ist dem Anbau von Kräutern gewidmet. Thematisert werden Petersilie, Schnittlauch, Knoblauch, Basilikum, Bergbohnenkraut, Borretsch, Dill, Estragon, Kapuzinerkresse, Kerbel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse und Zitronenverbene.

Die Fülle an Gartenwissen, die den Leser hier erwartet, ist außerordentlich. Meine Mutter, seit über 60 Jahren Biohobbygärtnerin, ist begeistert von diesem Buch, das ihr trotz ihrer umfangreichen Kenntnisse, noch viel Neues bietet. Ich als ihre Assistentin freue mich schon auf die Stunden an Wochenenden in unserem Garten. Erstmals werde ich in diesem Jahr Chili anbauen, weil ich von dessen gesundheitlichen Nutzen seit Jahren überzeugt bin. Die klimatischen Verhältnisse und der gute Boden im Südried lassen dieses Experiment zu.

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