In diesem zauberhaften, reich bebilderten Gartenbuch der Gartendesignerin Jo Thompson werden 30 Gärten in England von wildromantisch bis elegant präsentiert.
Dabei beginnt das Werk mit einer umfangreichen Einleitung der Autorin, die zunächst von ihrem ersten Garten, den sie angelegt hat, schreibt. Dieser befand sich auf einem Dach in West-London.
Sie fast ihre Erfahrungen im Hinblick auf Gärten mit den Worten zusammen: "Gärten wachsen, verändern sich und aus diesem gemeinsamen Prozess entsteht Vertrauen, manchmal auch Freundschaft." Ein Garten bleibe nie im selben Zustand. Jeder, der einen Garten besitzt, muss lernen, damit umzugehen, muss begreifen, dass man Veränderung zulassen sollte, wenn man einen Dialog mit dem Garten anstrebt, ihn also auch verstehen möchte.
Thompson schreibt, wie sie ihre Kunden, - die Gartenbesitzer -, kennenlernt, wie sie Lösungen vorschlägt, dabei ihnen aber nichts aufzwinge. In der Einleitung bekundet sie Lesenswertes über Echtheit, Tiefe und Rausch in ihrem Metier, schreibt über die großen Reize des Gärtners, die im Kennenlernen und Verstehen der Pflanzen und im Gespräch über sie, eigentlich auch mit ihnen und darin Gleichgesinnte zu finden, bestehen.
Jo Thompson überlässt den Pflanzen den Raum, sich selbst zu behaupten. Was das bedeutet, beschreibt sie eindrucksvoll. Beim Renovieren eines Gartens gehe es übrigens nicht darum, Vergangenes festzuschreiben, vielmehr darum, die Essenz einzufangen, das Gewesene zu respektieren, weiterzuentwickeln und etwas von unserer Zeit hinzuzufügen.
Die 30 neuen romantischen Gärten, die Jo Thompson vorstellt, bieten eine Fülle von Gestaltungstipps, die sehr gut erklärt werden. Man liest Wissenswertes über "Feenburgen" und Thompsons Einstellung zur Landschaftsgestaltung, die für sie bedeutet, in einer Welt zu leben, die parallel zur Realität verläuft, allerdings stets ein wenig magischer.
Seite für Seite liest man Wissenswertes und kann sich in Paradiese vertiefen, die Labsal für die Seele sind. Jeder Garten steht unter einem bestimmten Thema.
Neugierig schaue ich mir die Fotos des Gartens an, welcher ein Rückzugsort für Schreibende sein soll und bin von dem, was ich sehe und lese begeistert.
Im Zusammenhang mit der Präsentation eines naturbelassenen Gartens- traumhafte Fotos- erfährt man Wissenswertes zum keltischen Feuerfest "Samhain", entdeckt Seiten danach den Garten der Schriftsteller und liest dort wie die Druiden den Frühling feierten, kann sich in eine traumhafte Wildblumenwiese vertiefen und Schönes dazu lesen, um sich schließlich mit "Beltane" zu befassen, einem Begriff, den ich erstmals in dem Roman "Die Nebel von Avalon" las.
An den vielen unterschiedlichen Gärten und dazugehörenden Beschreibungen kann man sich nicht sattsehen und –lesen, alles inspiriert, stimmt nachdenklich, lässt erkennen, dass gelungene Gartenarbeit einen Geisteshaltung voraussetzt, die den Dialog mit den einzelnen Gärten im Augen hat und in erster Linie nicht trimmen möchte.
Man kann diesem Prachtband im Rahmen einer Rezension nicht gerecht werden, denn er bietet unendlich Vieles, Facettenreiches, Lobenswertes an, auch Luxus auf kleinem Raum in einem Stadtgarten, der u.a. reich an Rambler- und Strauchrosen ist.
Was bleibt ist staunen und applaudieren. Ein wahrlich gelungenes Werk!
Helga König
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen