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Rezension: Rosen- Die Geschichte der Rose- Peter E. Kukielski & Charles Phillips- Gerstenberg



Dieses informationsreiche Buch von Peter E. Kukielski und Charles Phillips mit einem Vorwort von Judith B. Tanark ist der Geschichte der Rose gewidmet. 

Nach einer zweiseitigen Einleitung wird man im Rahmen von 9 Kapiteln vielschichtig mit dieser Geschichte vertraut gemacht. 

Das 1. Kapitel behandelt zunächst die Familie der Rosengewächse, die je nach Quelle zwischen 3500 und 4800 Arten aus 100 bis 160 Gattungen umfasst. Dabei zählen zu Rosengewächsen auch Sträucher, Bäume und krautige Pflanzen. So gehören innerhalb dieser Gewächse zu den Pflanzengruppen auch Maulbeeren; Weißdorne, Himbeeren, Mandeln, Erdbeeren und Apfelbäume. 

Übersichtlich aufgelistet sind in der Folge Vertreter  unterschiedlicher Wildrosen, Alter Rosen, Alter Gartenrosen, Historischer Rosen und schließlich Moderner Rosen, so etwa Kletterrosen und die zauberhaften Floribunda-Rosen. 

Im zweiten Kapitel erfährt man dann, dass Rosen schon seit 35 Millionen Jahren gedeihen, denn alte Abdrücke von Rosenblättern in Zentralasien lassen diesen Schluss zu. Man liest vom oligozänen Klimawandel und wie dadurch neue Ökosysteme entstanden sind, liest auch, dass bis zu den Ursprüngen antiker Kulturen die Geschichte der Rosen im Verborgenen verlief und erfährt von der legendären Rose Persiens Wissenswertes, auch von den Ursprüngen des Rosenwassers, liest über die Rosenlegenden in Indien, den frühen Handel mit Rosen, um alsdann mehr über Rosen im alten Ägypten zu erfahren.

Der Philosoph Theophrast hat die Blütezeit und die Vermehrungsmethoden von Rosen im Alten Ägypten detailliert in seinen Werken beschrieben. Weiter geht es dann mit Rosen im antiken Griechenland. Hier waren einige Gegenden für den Anbau und Handel mit Pflanzen besonders bekannt. Erwähnt werden Innengärten in hellenistischen Häusern, in denen nicht zuletzt wundervolle Rosen blühten, auch Parkanlagen, wo neben Lorbeer- und Olivenbäumen Rosen das Auge erfreuten.

Rosen in griechischen Schriften sind ein Thema. So liest man u.a. von Texten der Dichterin Sappho, auch von Anakreon und kann sich in einen Auszug von dessen Gedicht "Über die Rose" vertiefen. Dass Alexander der Große ein Rosenliebhaber war, der diese von seinen Eroberungszügen mitbrachte, wird ebenfalls erwähnt und man lernt das älteste bekannte Rosengemälde kennen. Es handelt sich dabei um das Fresko mit dem blauen Vogel, das um 1550 v. Chr. entstanden ist,

Sehr lesenswert sind die  Beiträge über Rosenöl im antiken Griechenland und über Rosen in antiken Texten. Die Symbolkraft der Rose gilt es hier hervorzuheben, die für Schönheit, auch für Freude, Anfänge und Tragödien sowie Tod steht. 

Die Rosenmanie im alten Rom wird durch entsprechende Texte vortrefflich dokumentiert. So liest man auch von der verschwenderischen Verwendung von Rosen bei Festen von Nero, liest  von den "Rosen des Elagabalus", um nicht zuletzt auch über den medizinischen und praktischen Nutzen von Rosen in besagter Zeit aufgeklärt zu werden. 

In dieser Weise geht die Reise mit Fokus auf die Rose weiter durch die Jahrhunderte. Die frühen Klöster schätzten sie bereits, so in den Mariengärten. Erwähnt werden die Rosenfenster von Notre-Dame, auch Rosen in christlichen Legenden und man erfährt die Legende vom Rosenkranz, die ich bislang nicht kannte. 

Rosensymbole der Religionen werden sehr gut den Lesern nahe gebracht, das gilt auch für Rosen als politisches Symbol und für Rosen in der Dichtkunst. Wunderbar ebenfalls sind die Betrachtungen zum Duft der Rosen und hier vor allem zu den frühen Verfahren der Parfumindustrie. 

Was noch? Ach ja, die Rose in der Romantik und hier in der Dichtung, doch auch die Rose in der modernen Kultur werden nicht vergessen. All das zeigt den Stellenwert der Rose über die Zeiten hinweg. Selbst die Ziele moderner Rosenzüchtungen kommen zur Sprache und man liest auch, weshalb man überhaupt Rosen pflanzt. Der Freude wegen und weil man von ihnen lernen kann, allein das wäre schon Grund genug. Doch  da gibt es noch mehr...

 Maximal empfehlenswert

 Helga König

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Rezension: Gärten des Jahres- Dieter Kosslick, Konstanze Neubauer


Auch in diesem Jahr stellt der Callwey-Verlag die 50 schönsten Privatgärten des Jahres vor, die seitens einer renommierten Fachjury im Zuge des Wettbewerbs "Gärten des Jahres 2022" gekürt wurden. 

Die Einleitung zum Buch hat Dieter Kosslick verfasst, er ist Kulturmanager und ehemaliger Berlinaledirektor. In der Folge dann werden die Jurymitglieder mit Name und beruflicher Tätigkeit sowie Bild vorgestellt. Alle Jurymitglieder geben ein Statement ab, das sich auf den Wettbewerb bezieht. Aufgelistet sind dann die Partner und Sponsoren. 

Alsdann kann man sich mittels wunderbarer Fotos und sehr guter Texte mit den Gärten des Jahres 2022 befassen. Dabei wird zunächst der Garten präsentiert, der den ersten Preis erhalten hat. Es handelt sich dabei um den "Garten der alten Schmiede." Man erfährt, wie bei allen weiteren Gärten, die thematisiert werden, stets die Lage und die Größe des Gartens, das Planungsbüro, die Ausführenden, der Fotograf und erhält ein Statement vom jeweiligen Macher. 

Der vorgestellte Garten wird sehr gut porträtiert und man hat Gelegenheit bei diesem Garten und den Anerkennungen jeweils eine Laudatio zu lesen. Im Falle des Gartens des Jahres erfährt man, dass die Illusion einer "alten Schmiede" auch durch die Gartenanlage entstehen sollte, so etwa durch Stahl für die Einfassung der Wassergräben, in denen sich die Gartenbilder spiegeln.  Niels Blatt, der Gartenplaner, schreibt, dass dieser Garten es schafft, die Gebäude zu verbinden und unterschiedliche "Räume" mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten auszubilden." Beeindruckend, allein schon, was auf den Fotos zu sehen ist... 

Es folgen dann die Präsentationen weiterer Gärten, untergliedert in Anerkennungen und Projekte. 

Bei den Gärten der Rubrik "Anerkennung" möchte ich den durch das Planungsbüro Jörg Lonsdorf gestalteten Garten hervorheben, für den dieses Paradies mit der Zeit wilder geworden ist. Doch das Grundkonzept mit den optischen Ruhepolen erlaube dies, ohne dass ein reines Chaos entstünde. In Lönsdorf Garten sind Stauden und Gräser die Hauptakteure, speziell krautige Stauden. Wie man der Laudatio von Jens Spanjer entnehmen kann, darf sich der Garten bei ihm immer weiterentwickeln und befindet sich so im ständigen Wandel. Für die Jury, so der Laudator, sei dies in Zeiten der Pandemie, des Klimawandels und des Verlustes der Biodiversität ein zeitgemäßes Konzept, das den Garten als privaten Rückzugsraum und Sehnsuchtsort präsentiere. Ein Blick auf einer Doppelseite in das zauberhafte Paradies beeindruckt, nicht zuletzt durch die vielen unterschiedlichen Grün- und Violett-Töne. 

Alsdann kann man sich in die vielen Projekte der herausragenden Gartenplaner vertiefen und sich inspirieren lassen. Dabei sind die Anlagen sehr unterschiedlich, stets dem Gebäude und dem Umfeld angemessen. So findet man unter den Projekten das Projekt "Im Tongrubengarten". 

Die Gartenbauarchitektin berichtet von der ungewöhnlichen Geschichte des Gartens, der in einem Gebiet liegt, wo früher Ton für die Ziegelherstellung abgebaut wurde. Hier wurden seitens der "Potsdamer Gartengestaltung GmbH robuste", widerstandfähige Pflanzen in die Erde gebracht, die mit eventuellen Schadstoffen im Boden und extremer Trockenheit klar kommen müssen. 

Was mir sehr gut gefällt, ist das Gartenprojekt von "Horeis +Blatt Partnerschaft mbB", das unter dem Motto "Alles ist Veränderung" gestaltet ist. Es handelt sich dabei um einen naturhaften Garten mit einem Rahmen aus Hecken und Gehölzen. Die Nutzung dazwischen ändere sich jährlich, so Niels Blatt. Höhepunkte entstünden neu und geschaffene Bilder verwandelten sich. 

Auf den letzten Seiten finden sich Lösungen des Jahres 2022. Hier werden ausgezeichnete Gartenobjekte näher beschrieben, so etwa ein "Homeoffice im Grünen" (Tolle Idee!)  aber auch ein "Holz-Pellet-Grill" und anderes mehr. 

Eine Liste der Unterschützer mit Anschriften rundet das sehr informative, bildreiche Werk ab.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Pflanzen für ein naturnahes Leben- Jane Moore- Gerstenberg


Diesen hübsch illustrierten Leitfaden zur Gartengestaltung hat Jane Moore, Chefgärtnerin einer Benediktinerabtei, die zudem Autorin für britische Gartenmagazine- und zeitungen ist und im britischen Fernsehen Gartensendungen moderiert, verfasst.
 
Hier erklärt sie, wie man den eigenen Garten zu einem kleinen Ökosystem entwickeln und auf diese Weise im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie gärtnern kann. 

Die Autorin schreibt zunächst über Regenwürmer und verdeutlicht, weshalb diese nützlich sind, erläutert anschließend, was Wildtiere im Garten benötigen und empfiehlt in diesem Zusammenhang anstelle von Rasen eine Blumenwiese zu gestalten, die nicht zuletzt Trockenheit besser verträgt wie getrimmter Rasen. Ob das zutrifft, werde ich im Sommer sehen, denn ich habe gerade Blumenwiesensamen in meinen Garten gestreut und leicht eingeharkt. 

Was man unternehmen kann, um Schmetterlinge und Nachtfalter im Garten zu beheimaten, bleibt auch nicht ausgespart und man liest über 10 Möglichkeiten Wildtiere in den Garten zu locken. Dazu gehören u.a. die Optionen für Blüten und Früchte zu sorgen, einen Baum zu pflanzen oder auch mit dem Jäten zu pausieren. All das und mehr wird sehr gut erläutert. 

Man liest zudem Wissenswertes über Käfer, erfährt wie man einen Teich anlegt, welche Pflanzen man dort setzen soll und liest weiter über Frösche und Kröten als auch über Libellen, d.h. über Tiere, die sich in einem naturnahen Teich gerne ansiedeln. 

Fünf Schritte werden in der Folge erläutert, wie man zu einem naturnahen Garten kommt, um alsdann Näheres über Bienen zu erfahren. Gut gefallen hat mir, dass die 10 besten Pflanzen für Wildtiere aufgelistet sind und hier u.a. Wissenswertes zu deren Vorkommen, der Saison, dem Nutzen für Wildtiere, den Gärtnerischen Nutzen, den besten Sorten und allgemein Wissenswertes nachzulesen ist.

Eine der Pflanzen ist für mich aufgrund negativer Erfahrungen tabu. Es handelt sich um Efeu, der viel Schaden anrichten kann an Häusern und Mauern. War arbeitsaufwendig und alles andere als billig, all die Schäden beseitigen zu lassen. Kurzum: Efeu, nein danke.

Wie man Rotkehlchen vor dem Aussterben rettet, mittels wildtierfreundlichen Pflanzen den Garten naturnah gestaltet, liest man und erfährt hier u.a., dass das Fallobst von Apfelbäumen im Herbst Rotkehlchen und Drosseln aber auch Herbstschmetterlinge anziehen. 

Gefallen haben mir auch die Tipps zum naturnahen Nutzgarten und der Hinweis wie wichtig Bienen und Schmetterlinge und u.a. auch Marienkäfer sind, damit Nutzpflanzen überhaupt gedeihen können.

Über gefährdete Igel liest man Wissenswertes und wie man Lebensräume für diese Tiere im Garten schaffen kann. Neben all diesem, erfährt man noch weit mehr in diesem informationsreichen Buch und erhält   zudem Adressen von Internetseiten, um das Wissen um den naturnahen Garten zu erweitern.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Flower Girls- Sarah Stiller-Callwey


Sarah Stiller, die Autorin dieses reich bebilderten Gartenbuchs stellt in ihrer bemerkenswerten Publikation 20 Gartenbloggerinnen vor.  Von diesen wurde sie in deren Welt mitgenommen und diese haben ihr ihre jeweilige Geschichte erzählt. 

Für all die Frauen gibt es keine Garten“arbeit“, sondern ausschließlich Gärtnern. Sarah Stiller erzählt zunächst von ihrem Cottage-Garten und wie er entstand. 

Die Portraits der 20 Gärtnerinnen und deren Gärten verdeutlichen, dass jede der engagierten Frauen ihren eigenen Weg gefunden hat, beginnend mit Lisana, die sich durch die Bücher von Alys Fowler, einer englischen Gartenikone inspirieren ließ. 

Lisana setzt Nutzpflanzen zwischen blühende Pflanzen, spielt mit Farben und unterschiedlichen Höhen. Ihr Ziel ist es, den Gedanken "Garten" bei ihren Mitmenschen wieder zu fördern und Lust darauf zu machen, zu buddeln und zu pflanzen. Dabei geht es ihr nicht um Perfektion - weder beim Gärtnern noch beim Kochen-. Für Lisa ist ihr Gartentagebuch ihr wichtigstes Gartenwerkzeug geworden. Welche Rubriken sie dort füllt, hat sie für die Leser aufgelistet. 

Im Rahmen der Rezension ist es natürlich unmöglich, auf alle 20 Gärtnerinnen hier näher einzugehen. Der wilde Blumengarten von Katharina ist natürlich ein Hingucker und ihre Anleitung zum Anbau von Ranunkeln sehr lehrreich. 

Blumen und Nutzpflanzen zieren die Gärten aller Gärtnerinnen. Nicht selten kochen die Damen auch gern und sind begeistert vom Selbstversorgergedanken wie auch von ökologischen Zielsetzungen.

Rezeptideen,  wie etwa für einen "Gänseblümchenhonig" oder auch für "Mangoldpäckchen" machen klar, dass der eigene Garten auch dem Gaumen viel Freude bringen kann. 

Zauberhaft finde ich das Paradies von Christine, das durch seine Pastelltöne überaus romantisch wirkt und gewiss nicht nur Rosenfreunde entzückt. Homöopathie für Rosen? Das klingt interessant und wird sehr gut erläutert. 

Mel zum Beispiel gibt Tipps für Gärtnern auf dem Balkon, während die Architektin Carmen leere Flächen in durchdachte Räume unterteilt, dabei beobachtet, anpasst und pflanzte. Sie hat -wie wohl auch alle anderen - viel Herzblut in ihren Garten gesteckt. Die jeweiligen Ergebnisse sind ein Traum.

Es stimmt, was Carmen schreibt: "Der Garten ist ein Ort, an dem die Seele zur Ruhe kommt."

Dann gibt es da noch Yvonne, in deren Garten überall in ihrem Garten liebevoll dekorierte Tische und Ecken zu finden sind, aber auch die Gärtnermeisterin Barbara, von der man u.a. erfährt, was ein Magerbeet ist. Barbara listet zudem Pflanzen auf, die der Trockenheit trotzen. Die Kartäusernelke gehört übrigens dazu. Diese habe ich gerade vorhin ausgesät.

Caro, für die "Gärtnern das neue Kochen ist", erklärt u.a. Wissenswertes über die Beet-Bewässerung mit Tontöpfen. 

Was noch? Man erfährt zudem wie man florale Glückmomente festhalten  d.h., mit welchen Techniken man Blumen haltbar machen kann, aber auch wie man tolle Gartenbilder realisiert.

Zum Schluss werden die Blogs aufgelistet, wo man sich weiterinformieren kann. 

Für Gartenliebhaber*innen eine wahre Freude!

Maximal empfehlenswert 

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Helga König

Rezension: Gärtnern im Wandel- Wie der Garten klimafest wird- Veronika Schubert


Dieser Ratgeber stammt aus der Feder der Gartenexpertin Veronika Schubert. Sie hält u.a. Vorträge und begleitet Gartenreisen. Ihr standen für das Buch neben dem Staudenexperten DI Jürgen Knickmann und dem Ökologen Mag. Joachim Brocks vor allem DI Thomas Roth mit seiner Expertise zur Verfügung.

Für mich, die ich derzeit gerade einen Garten neu gestalte, ist dieses Buch natürlich besonders nützlich, denn man erfährt hier Wissenswertes in puncto Gärtnern für den Klimaschutz. Der neue Trend. "Die richtige Pflanze am richtigen Ort" bedeute auch, dem Kreislauf der Natur treu zu bleiben. Nur so werde man auch in der Zukunft eine gute Ernte einfahren und eine üppige Blütenpracht genießen können. 

Wer für das Klima etwas tun möchte, der möge, lt. der Autorin einen Garten anlegen, nicht nur weil Bäume, Sträucher und Stauden Co2 verarbeiten und Sauerstoff produzieren, sondern auch, weil sie das Kleinklima verbessern. 

Man erfährt in der Folge in welcher Weise Pflanzen das Klima beeinflussen und wie man klimafreundlich gärtnert, liest über torffreie Erde Wissenswertes, über natürlichen Dünger und Pflanzenstärkung, wobei- dies sei an dieser Stelle schon mal angemerkt-, der beste Dünger der eigene Kompost sei. 

Sehr informativ sind die Tipps im Hinblick auf Diversität und gute Nachbarschaft. So schützen Zwiebeln und Lauch neben Möhren angebaut, diese vor der Möhrenfliege. 

Die Autorin rät vor Elektrogeräten im Garten ab und empfiehlt Handarbeit als Beitrag zum Klimaschutz. 

Wer Wildpflanzen zulässt, hat eindeutig einen gesünderen Garten als jener, der keine Wildpflanze dort toleriert. Wichtig ist vor allem, ohne Einsatz von Pestiziden, chemisch-synthetischem Dünger und ohne Torf zu gärtnern, auf Pflanzenvielfalt zu achten, die richtige Pflanze am richtigen Ort zu platzieren und Kompostwirtschaft zu betreiben. 

Man liest, was Gärtnern unter neuen Bedingungen bedeutet, so etwa, was sich zum Guten hin verändert. Neue Strategien werden aufgelistet, zu diesen gehört auch, anstelle eines Rasens nach englischem Vorbild einen Kräuterrasen oder eine Blumenwiese anzulegen. Ich habe mich zu einer Blumenwiese entschieden, umgeben von vielen unterschiedlichen Stauden.

Erläutert wird, wie der Boden fit bleibt, warum man mulchen und harken sollte. Harken verhindert die Kapillarwirkung, d.h. Wasser kann nicht so rasch in tiefere Schichten des Bodens entweichen, auf diese Weise können Pflanzen in heißen Monaten leichter Trockenperioden überstehen. 

Sehr gut erläutert wird die richtige Gießstrategie und hier auch wie man Bäume im Wurzelbereich besser feucht hält. Zu welcher Uhrzeit man gießt, wird auch thematisiert und man erfährt die Faustregel, wieviel pro Quadratmeter man gießen soll. Das habe ich gleich mal ausprobiert an meinen im Herbst neu gesetzten Obstbäumen. Der Pflaumenbaum zeigt noch keine Regung, alle anderen treiben bereits aus. 

Sehr gut sind die insgesamt 15 Portraits im Hinblick auf die Klimagewinner. Vorgestellt werden 5 Bäume, 5 Sträucher und 5 Blütenstauden. Man erfährt jeweils Wissenswertes zu den Punkten Familie, Wuchs, Standort, Besonderheiten und Tipps. 

Das Buch ist ein sehr guter Ratgeber für alle, die trotz des Klimawandels einen schönen Garten pflegen möchte, damit viele daran Freude haben. Mühe lohnt sich, das lehrt uns ein klimafester Garten.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Buckingham Palast- Der königliche Garten- Claire Masset- Gerstenberg


Nur noch wenige Wochen dauert es bis der Frühling beginnt. Die Lust Gartenbücher zu studieren,  ist jetzt natürlich besonders groß. Weshalb nicht mit einen reich bebilderten Werk wie "Buckingham Palast- Der königliche Garten" beginnen? Dort agieren hervorragende Fachleute, von denen man viel lernen kann.

Der Buckingham Palast ist bekanntermaßen die offizielle Residenz von Königin Elisabeth II. von England. Über privaten und öffentlichen Funktionen hinaus ist der Garten dieser Residenz eine grüne Lunge inmitten Londons. 16 Hektar umfasst dieses Paradies und besticht durch seine schönen und ungewöhnlichen Pflanzen sowie durch seine Gestaltungselemente. 

Man erfährt bereits eingangs, dass die Gärtner die Anlage naturbezogen pflegen und zwar nach den fachlich besten Gartenbaumethoden. Genau dies wird im Buch präsentiert. Darüber hinaus gibt erhält man vom Chefgärtner Marc Lane sehr gute Tipps und einen Einblick in die Geschichte des Gartens der Queen. 

Anhand eines Plans kann man sich die Dimension des Gartens bewusst machen. Die Punkte, die im Buch besprochen werden, sind in diesem Plan eingezeichnet, so dass man weiß, wo was lokalisiert ist.

Der Rundgang durch den Garten ist jahreszeitenmäßig gestaltet worden. Bilder von blühenden Magnolienbäumen und typischen Frühlingsblumen begleiten den informativen Text im Frühling. So sollen auf 2 Hektar Fläche über 320 verschiedene Wildblumen und Gräser wachsen. Diese stellen eine Oase der Biodiversität dar, die Bienen und Käfern bis hin zu Grashüpfern und Schmetterlingen Lebensraum schenken. Fünf Bienenstöcke sind im Garten vorhanden. Der Imker erntet jedes Jahr Honig für 160 Gläser, die in den königlichen Küchen verwendet werden. 

Man liest von einer besonderen Blume, die im königlichen Garten im Spätfrühling erblüht. Es handelt sich um eine seltene Orchidee, namens "Das Weiße Waldvöglein". Es gibt dort noch eine ganze Reihe anderer seltener Frühlingsblumen, unter ihnen die Nelken- Haferschmiele und der Hasenklee. Dann liest man von den frühlingsblühenden Bäumen und kann deren schöne Blüten auf Bildern bewundern. Stars im Spätfrühling sind die Azaleen und der Rhododendron. 

Thematisiert werden die Rasenpflege und das Mulchen, bevor man den Sommer im Garten der Queen vorgestellt bekommt. Traditionell gibt sie alljährlich im Mai drei Gartenpartys, über die man im Buch Näheres erfährt. 

Man liest von den Platanen im Garten, den prachtvollen Staudenrabatten und den 15 Duftwicken-Wigwams. Schlendert man die Königinnen-Promenade entlang, so liest man, gelangt man zum Rosengarten. In jedem der 25 Beete blühen 60 Sträucher. Ein Traum! Die meisten der Rosen sind Teehybriden. Man lernt bedeutsame Gartenelemente im Rosengarten kennen, kann wenig später Trauerweiden bewundern und sich auch wieder mit den Arbeiten im Garten befassen, so etwa wie man verblühte Rosen ausschneidet. 

Weiter geht es dann mit dem Herbst. Fantastisch sind die verfärbten Bäume, wie Stieleichen, Silberweiden, Weißdorn, Erle, Esche, Buche, Hängebirken, chinesische Kastanien etc. etc.. Die bedeutendsten Bäume sind die Maulbeerbäume, deren Laub sich im Herbst gelb verfärbt. Zauberhafte Herbstblumen und viele Beeren in Orange- und Rottönen lassen für eine Weile vergessen, wie viel Arbeit 1000 Bäume ganz unterschiedlicher Größe machen, wenn es darum geht, das Laub zu kompostieren. 

Es folgt der Winter, zunächst eher etwas traurig, doch bereits im Spätwinter zeigt sich erneut florales Leben, das man ausgiebig bewundern kann. Doch ebenfalls bewundernswert sind die Wintersträuße aus bunten Beeren, die die Gärtner der Königin liefern. 

Was noch? Einen knappen historischen Exkurs auf den letzten beiden Seiten sollte man nicht überblättern. 

Wer Gärten liebt, wird begeistert sein. Ich bin es und bin sehr begeistert. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Sissinghurst-Der Traumgarten-Tim Richardson-Gerstenberg


Der Historiker und Autor Tim Richardson, dessen Spezialgebiete Gärten und Kunst sind, hat gemeinsam mit dem renommierten Fotografen Jason Ingram und dem Landschaftsdesigner Dan Pearson dieses wundervolle Gartenbuch auf den Weg gebracht. 

Dabei nimmt der Autor die Leser mit auf eine Tour durch die Gartenräume des historischen Landsitzes #Sissingshurst in der Grafschaft Kent, deren Schöpfer Vita Sackville-West und Harold Nicolson waren, die das Anwesen 1930 kauften. Der Garten soll für die beiden Intellektuellen ihr Lebensprojekt gewesen sein, ein Ausdruck ihrer unkonventionellen Liebe und ihrer Weltanschauungen. Wissen sollte man, dass es für Vita keinen grundlegenden Unterschied zwischen Schreiben und Gärtnern als kreative Beschäftigung gegeben hat. 

Nach dem Tod des Paares ging Sissinghurst 1967 an den National Trust über. 

In der angeführten Chronik von Sissinghurst hat man Gelegenheit sich einen Überblick zu verschaffen, was sich im Laufe der Vergangenheit aber auch seither getan hat und lernt alsdann in diversen Kapiteln die bemerkenswerte Gartenanlage in umfangreichen Texten und wunderschönen Bildern näher kennen. Dabei ist Kapitel 3 dem Rosengarten gewidmet. Hier werden die Rosen der einzelnen Beete ausführlich erläutert. Sehr spannend, speziell für RosenliebhaberInnen. 

In den Ausführungen zum Frühlingsgarten liest man u.a., dass die Übergänge der einzelnen Gärten oft diffus erscheinen, doch genau dies den Charme und Charakter der Gartenanlage von Sissinghurst ausmachten. 

Entführt wird man u.a. in den Nussgarten, der sich als besonderer Lichtspender zeigt, auch in den Kräutergarten wird man mitgenommen und darf dort den Thymianrasen bewundern, dessen Duft man beim Lesen zu spüren meint. 

Traumhaft ist das Foto, auf dem Sumpfdotterblumen den Blick nach Norden über den von alten Eichen überwölbten Wassergraben leiten, aber auch der Blick auf die Dionysos-Statue in der Buchenhecke beeindruckt sehr.

LiebhaberInnen von Cottagegärten kommen auch auf ihre Kosten. In den Beeten dort dominieren Goldlack und Tulpen und in dem Obstgarten erfreut man sich zuallererst einer Rambler-Rose an einem Obstbaum. 

Kurzum: Allerorten Anmut und Schönheit, nicht nur zwischen Apfelblüten und Wasser. 

Der "Weiße Garten" ist gewiss der edelste. Für Vita war dieser Garten vor allem ein Juni-Spektakel. Heute, so liest man, erblüht er von März bis Juli. Welche Blumen es sind, die dort und anderenorts in der Gartenanlage von Sissinghurst erblühen, erfährt man ebenfalls, darf sich wunderschöner Fotos erfreuen und liest dann beispielsweise:

“Aus den grau-grün-weißen Wogen kommend tritt man hinter der Laube mit der "Mulliganii-Rose" zwischen die geordneter erscheinenden Buchs-Kästen mit wechselnden Pflanzenensembles: Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), Pyromaden-Milchsterne (Ornithogalum pyramidale) Silberblätter, Allium, Pfingstrosen, Königslilien, Jungfern im Grünen, Feinstrahl (Erigeron annus), Strahlen-Breitsamen und weiß blühende Sommerhyazinten (Galtonia cadicans)….“ 

Ein wunderbares, sehr inspirierendes Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

Ach ja, nicht unerwähnt soll bleiben, dass auf den letzten beiden Seiten ein bemerkenswertes Bewusstseinsstrom-Gedicht von Tim Richardson, verfasst am 1.Juli 2019,  abgedruckt ist. Es endet mit den Zeilen:

der fenchel flirrt
burgunderfarben und golden
die rosen und fingerhüte
sind verschwunden

die lilien  scharen sich
zusammen

engeln gleich glänzen
sie bis zuletzt.

Helga König

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Rezension: Gärten des Jahres- Die 50 schönsten Privatgärten-Hanne Roth- Konstanze Neubauer-Callwey



Auch in diesem Jahr präsentiert der Callwey-Verlag "Gärten des Jahres". Dazu gibt es  übrigens eine Ausstellung, die man bis zum 29.8.2021 in Essen im Romanischen Haus in der Mustergartenanlage im Grugapark, Külshammerweg10 besuchen kann. 

Hanne Roth, eine der beiden Autorinnen des vorliegenden Prachtbandes, hat die umfangreiche, dabei sehr informative  Einleitung verfasst. In der Folge dann wird der Garten vorgestellt, der den 1. Preis erhalten hat. Es ist ein Gemeinschaftswerk der Pflanz-und Pflanzenexpertin Petra Pelz und der Gartendesign-Firma Gartenlandschaft Berg & Co. In der Laudatio von Paul Saum erfährt man, was diesen Garten so herausragend macht. Es handelt sich hierbei um naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung und was sie heute bereits für den Natur- und Artenschutz leisten kann. Belohnt wurde hier der durchdachte Mix aus verschiedenen Pflanzenarten und –bereichen. Der Garten wird textlich und mittels Bilder vorgestellt, zudem erhält man Infos zur Lage, der Größe, des Planungsbüros, der Ausführenden, erfährt auch, wer die eindrucksvollen Fotos realisiert hat und erhält Kenntnis vom  jeweiligen Leitmotiv der Macher. 

Es folgen Präsentationen von 4 Gärten, die unter der Rubrik "Anerkennungen" zusammengefasst sind und 45 Gärten unter der Rubrik "Projekte" Zu jedem der Gärten gibt es eine Laudatio und es wird bei den Präsentationen ansonsten auch so vorgegangen wie beim Garten, der den 1. Preis erhalten hat. 

Man lernt viele Planungsbüros und Ausführende und deren unterschiedlichsten Konzepte kennen. Wer hier nichts Passendes findet, wird nirgendwo fündig.

Besonders gut hat mir das Konzept von Jürgen Kirchner gefallen. Es handelt sich hierbei um einen Garten mit japanischer Ästhetik, der wie alle Gärten dieser Art Ruhe und Harmonie ausstrahlt. Dann ist da auch ein intimer kleiner Stadtgarten mit altem Baumbestand in Mainz, der mich inspiriert und ein Garten in Budapest, ebenfalls mit altem Baumbestand, der durch seinen mediterranen Charme besticht. Ruhe  und Harmonie sind wesentlicher Bestandteil  vieler Paradiese, die hier gezeigt werden.

Unmöglich, im Rahmen der Rezension über all die vorgestellten Gärten etwas zu schreiben. Jeder Garten hat seinen besonderen Reiz. Die Flächen müssen nicht immer riesig sein, denn Vielfalt im Garten ist keine Frage der Größe, wie man erfährt. Die Projekte beeindrucken-das muss unterstrichen werden-  durch ihren Ideenreichtum und ihre Qualität.

In der Rubrik "Lösungen des Jahres 2021" werden u.a. sehr gute Gartenmöbel, Terrassendächer, Gartengeräte, Solarleuchten "Outddoorküchen", Pools u.a. mehr vorgestellt. Auch das ist sehr hilfreich.

Ein Traumbuch für alle, die einen Garten gestalten möchten. In Zeiten von Corona sind  diese paradiesische Rückzugsorte besonders wertvoll und begehrenswert. Das wissen nicht nur Gartenenthusiasten.

Maximal empfehlenswert 

Helga König Onlinebestellung bitte hier klicken: Callwey oder Amazon

Rezension: Gärtnerinnen & Gärtner- Anja Birne& Marion Nickig-Callwey


Das Autorenteam Anja Birne& Marion Nickig stellt in diesem Bildband die 100 spannendsten Gärtnereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor. 

Nach einer lesenswerten Einleitung hat man Gelegenheit, sich mittels einer kurzen Auflistung besagter 100 Gärtnereien plus Karte eine erste Idee von dem, was kommt, zu verschaffen. Es folgt dann, was Deutschland anbelangt, nach Bundesländern geordnet, die Präsentation der einzelnen Gärten. Dabei gibt es jeweils eine Seite mit Fotos, zudem auf einer weiteren Seite eine kurze textliche Skizzierung der fokussierten Gärtnereien, die alles Wesentliche auf den Punkt bringt, plus Adresse, Foto des Inhabers oder der Inhaberin, Auflistung der Pflanzen, die man dort erwerben kann, Anzahl der Mitarbeiter, Infos zum Vertrieb und zu Sehenswerten im jeweiligen Umfeld. 

Spannend finde ich die unterschiedlichen Schwerpunkte. Darin liegt der eigentliche Reiz dieses Buches. Vorgestellt wird beispielsweise eine Gärtnerei, die rund 300 heimische Wildpflanzen anbietet, um auf diese Weise lebendige Naturgärten kreieren zu können. Dann gibt es auch diverse Gärtnereien mit Schwerpunkt Rosen oder auch eine Gärtnerei, die 500 verschiedene Salbeiarten und exotische Kräuter vertreibt. 

Nicht ganz so weit von meinem Wohnort  ist es eine Gärtnerei lokalisiert, die bereits in der 4. Generation Bäume und Stauden anbietet. Dabei hat Friedrich Huben in Ladenburg 1905 seine Baumschule mit Obstbäumen begonnen. Dann gibt es zahlreiche Staudengärtnereien und in Unterliezheim schließlich zwei Clematisspezialisten, deren Liebhaberei Wildobstraritäten sind.

Für alle, die Kamelien lieben, sind die beiden Seiten, die einer Hamburger Kamiliengärtnerei gewidmet sind,  gewiss das Highlight des Buches. Betrieben wird sie von dem Lehrer Michael von Allesch, der seine Gärtnerei im Laufe von 30 Jahren aufgebaut hat. Des Weiteren wird ein Gärtnerei vorgestellt, deren Schwerpunkt Magnolien sind und nicht zuletzt die älteste Rosenschule Deutschlands in Steinfurth. Sie wurde 1868 bereits gegründet. 

Anderenorts dann gibt es eine Gärtnerei für 600 Fliedersorten und in Groß Rosenburg schließlich werden traumhafte Päonien gezüchtet. 300 verschiedene Wildarten und Kultursorten werden dort angebaut, die man sogar online bestellen und erwerben kann. 

Doch auch einige Gärtnereien in der Schweiz und in Österreich werden porträtiert auf den letzten Seiten. Hier  lernt  man  z. B  Wildstauden aus der Schweiz kennen und liest von Sumpf- und Wasserpflanzen wie etwa Seerosen, die man in Münchwilen in der Schweiz beziehen kann. 

Zum Schluss  des informativen  und dabei sehr schönen Buches werden Bestelladressen aufgelistet, sodass man im heimischen Garten zur Tat schreiten kann. 

Gartenarbeit macht glücklich. Wussten Sie das schon? 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Gartenglück- Zu Hause im Schrebergarten- Jana Henschel & Ulrike Schacht- Callwey


Gartenbücher sind besonders in Zeiten von Corona ein absolutes Highlight. Deshalb auch möchte ich in dieser Woche drei tolle Gartenbücher aus dem Callwey-Verlag vorstellen und mit dem Buch beginnen, das sich mit  speziell Schrebergärten befasst. 

Wie die beiden Autorinnen Jana Henschel & Ulrike Schacht im Vorwort bekunden, ackern derzeit bereits fünf Millionen Deutsche in Schrebergärten und die Sehnsucht nach Land nehme zu. Die neue Generation Schrebergarten sei weiblich. Um welche Frauen es sich dabei handelt, haben die Autorinnen einen Sommer lang in Deutschland, Österreich und der Schweiz erkundet, wo sie Schrebergärtnerinnen  bei ihrem Tun beobachtet und dabei viel von ihnen gelernt haben.

Im vorliegenden Werk zeigen die beiden ihre besten Lifehacks zum Pflanzen, Bauen und Einrichten. Darunter sind zahlreiche Diy-Tipps, wirklich großartige Ideen, die für die ganze Saison genügen.

Zunächst berichten 16 Gärtnerinnen wie sie zu ihrem Schrebergarten kamen und ihn nach ihrem Einzug stylischer gestaltet haben. Die Damen beantworten  ausführlich und gut Fragen wie etwa, was gegen Schnecken hilft, wie man Rosen zum Blühen bringt, was man gegen Mehltau unternehmen kann etc, etc. 

Insgesamt werden alle wichtigen Fragen beantwortet, die sich der Laie stellt, der im Garten aktiv werden möchte. Sandra Böhme vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde erläutert  dann in einem sehr informationsreichen Interview wie man überhaupt an einen Schrebergarten gelangt und die Gärtnerin Marita Richter erklärt wie man ertragreich Obst und Gemüse anbaut. 

Hier geht es darum, beispielsweise Setzlinge korrekt vorzuziehen, richtig zu gießen, natürlich zu düngen, aber auch gutes Saatgut zu kaufen. Maren Meyer-Kohlhus erläutert verständlich wie man Lauben baut und die Grafikerin Anna Weis zeigt wie sie ihre Laube zu einem geschmackvollen Mini-Loft umgebaut hat. 

Alle 16 Schrebergärtnerinnen haben viel Informatives zu dem Buch beigetragen. Hinzu kommen ungezählte tolle, inspirierende Fotos, die Lust auf Eigenkreationen entstehen lassen. Generell gilt: Jeder einzelne Schrebergarten besticht durch Individualität. 

Wunderschön sind die Schrebergartenkreationen der Illustratorin Janine Sommer. Viel Farbe lässt hier gute Laune entstehen. 

Es würde den Rahmen der Rezension sprengen, auf alle Gärten im Buch näher einzugehen. Alle sind mit viel Liebe und Verstand gestaltet worden. Keiner gleicht dem anderen, insofern gibt es hier für jeden Geschmack viel  Inspiration. 

Maximal empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Die geheimen Gärten von Somerset- Abigail Willis

 
Abigail Willis, die Autorin dieses reich bebilderten Buches nimmt gemeinsam mit dem renommierten Fotograf Clive Boursnell die Leser mit auf einen exklusiven Rundgang durch die geheimen Gärten von Somerset. Dies ist eine der reizvollsten Grafschaften Englands, in der der Gartenbau die Landschaft geformt hat. 

Die abwechslungsreiche Geografie dort macht diesen speziellen Reiz aus. Neben dem Tiefland der Levels und der Jura-Küste gibt es idyllische Täler und sehr unterschiedliche Höhenzüge. 

Vorgestellt werden 20 traumhafte Gärten mittels eindrucksvoller Fotos und gut erläuternder Texte. 

Ein  ganz spezieller Traum sind die Gärten an der Kathedrale von Wells, die seit 800 Jahren kultiviert werden. Seit 2002 hegt der Chefgärtner James Cross diese Gärten und stieß eine grüne Verjüngungskur an. Dabei setzte er auf mehr Diversität und interessantes Laub. Das Ergebnis ist einzigartig wie die Fotos zeigen. So säumen Hortensien einen Wassergraben und am Brunnenhaus aus dem 15. Jahrhundert ranken wunderschöne Rosen. Die exotische Bepflanzung rund um die Turmruine entfaltet einen besonderen Zauber. 

Romantisch ist der Garten von Cothay Manor. Diesen haben Mary-Ann Robb und ihr verstorbener Mann Alastair geschaffen. Er soll ein Pilgerort für Gartenkenner sein. Eine Spezialität des Gartens sind die bepflanzten Steintröge und Terrakottakübel. 

Alle gezeigten Gärten haben jedoch einen  individuellen Reiz. Besonders ansprechend finde ich die "Wiege des Cottage-Gartens", sprich East Lambrock Manor und dort die Schneeglöckchen entlang des Entwässerungsgrabens. So kann der Frühling eingeläutet werden, üppig und vielversprechend. … 

Zudem liest man immer wieder kluge Gedanken einzelner Gärtner oder Gärtnerinnen. Darunter auch folgende: 

"Ein Garten ist ein Versprechen- man freut sich auf das, was sein wird." (Piet Oudolf) 

"Ich wollte einen Garten schaffen und ihn dann freilassen- merkwürdig, meinen Sie nicht?" (Dave Chase)

Die Gärten von Somerset sind voller Poesie, vielleicht weil freiheitsliebende Menschen der Natur genügend Raum ließen und lassen, die Paradiese mitzugestalten 

Maximal empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Plant it love it!- Caro Langton und Rose Ray- Gerstenberg



Caro Langton und Rose Ray, die Autoren dieses Ratgebers, sind gefragte Pflanzenstylisten. Sie leben in London und in der Grafschaft Kent. Dort animieren sie andere, die Wunder der Natur in ihr Heim zu integrieren. 

Mithilfe des vorliegenden Buches lernt man rasch, wie man Stecklinge schneidet, Ausläufer und Absenker kultiviert, Pflanzen und Wurzeln teilt oder aber auch die Bildung von Luftwurzeln anregt. Man lernt Schnittmethoden kennen, bei denen kein Abfall anfällt, zudem erhält man Substratrezepte und hat die Möglichkeit selbst gezogene Zimmerpflanzen zu verschenken oder gegen neue einzutauschen. 

Untergliedert ist dieser Ratgeber in acht Abschnitte. Dabei geht es zunächst darum, Vermehrung von Pflanzen überhaupt zu verstehen. Diesbezüglich erhält man neun Tipps und kann sich zudem in nützliche Begriffe vertiefen, um auf Augenhöhe dann entspannt mit Insidern zu kommunizieren.

Werkzeuge und Materialien werden vorgestellt und es werden die besten Gießmethoden thematisiert. Dabei soll Regenwasser ideal sein, weil die Pflanzen auf diese Weise keinen Kalkschaden erleiden. Man erfährt Näheres über die perfekte Umgebung zum Bewurzeln. Zur Sprache gebracht werden Substratfeuchte, Luftfeuchtigkeit, Licht und Temperatur. 

Anzuchtsgefässe sind ein weiteres Thema, auch geht es ums Abhärten & umtopfen, zudem erfährt man Wissenswertes über sogenannte Wurzelbeschleuniger. Zu diesen zählen übrigens Zimt, Honig aber auch Weidentee. 

Anschließend werden Rezepte für selbst gemachtes Anzuchtssubstrat vorgestellt und man liest wie man Pflanzen in Wasser bewurzelt. Stecklinge sind auch ein ergiebiges Thema, das breitgefächert dargeboten wird. Mittels Fotos erhält man einen sehr guten visuellen Eindruck von dem, was in punkto Stecklinge textlich erläutert wird. Eine mehrseitige Pflanzenvermehrungstabelle rundet das zuvor Erklärte bestens ab. 

Teilen und veredeln werden sehr gut beleuchtet. Auch über Ausläufer, Ableger und Kindel liest man Wissenswertes, weiß nach der Lektüre zudem mehr über das Abmoosen und über Absenker, wird also immer mehr zum Insider. 

Wie man einen Mini-Mangobaum aus dem Samen zieht, wird ebenfalls gut erläutert und man erfährt Wissenswertes über die Pflege von Pflanzen. Hier geht es beispielsweise um das Zurückschneiden, das Ausbrechen und Wurzeln trimmen, um häufige Probleme, deren Ursachen und Lösungen und das ein oder andere mehr. 

Alles in allem ein sehr brauchbarer Ratgeber für alle, die Zimmerpflanzen zu schätzen wissen. Das Buch sollte am besten griffbereit auf der Fensterbank liegen und das nicht ohne Grund.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Ein Garten-Zwei Ideen- 100 Lösungen für jedes Budjet und jedes Grundstück-Callwey


Dieses hervorragende Gartenbuch hilft Gartenbesitzern ihren Garten zu gestalten bzw. erst einmal neu zu planen. Wie die 100 Lösungen zeigen, gibt es viele Möglichkeiten, Abwechslung ins Spiel zu bringen. Karina Nennstiel, Silke Eberhard und Kornelia Friednauer sind die Planungsexpertinnen um Redaktionsteam von "Mein schöner Garten", Europas größtem Gartenmagazin. 

Das Team hat je zwei Vorschläge zu 50 Gartensituationen entworfen. Mittels der Vorher-Fotos ist man in der Lage,  die Ausgangsposition zu erkennen und kann problemlos vergleichen, welche Ideen hier umgesetzt wurden. Bei allen Beispielen, so Wolfgang Bohlsen, der Chefredakteur von "Mein schöner Garten", geht es nicht nur um attraktive Bepflanzung, vielmehr auch um eine stilsichere Ausstattung des Gartens. 

In allen Beispielen werden aktuelle Trends aufgegriffen. Die Vorschläge werden detailliert und maßstabsgetreu beschrieben. Auch findet sich zu jedem Beispiel eine Auflistung als auch der durchschnittliche Preis der Pflanzen und zudem ein Grundriss, der beim Nachpflanzen hilft. Adressen von Gartencenter oder Gärtnereien sind auch zu finden. Alle Pflanzen sind im aktuellen Sortiment gut sortierter Fachgeschäfte käuflich zu erwerben. 

Untergliedert ist das Buch in die Kapitel: 
Vorgärten 
Terrassen 
Besondere Gegebenheiten 
Sitzgelegenheiten 
Sichtschutz 

Sehr gut wird die Ausgangssituation jeweils geschildert und per Foto visualisiert, so dass man sich klar machen kann, dass Verwandlung tatsächlich immer möglich ist. 

Dank des Buches, bin ich jetzt genügend inspiriert, meinen zukünftigen Vorgarten umzugestalten. Die Idee der blühenden Hochbeete betrachte ich als besonders reizvoll. Im Kapitel mit Terrassen finde ich den Wechsel von Beeten und Pflanzkübeln besonders bemerkenswert, auch die Rosenbäumchen und der freie Blick in den Garten, der sich Terrassen mitunter anschließt.

Unmöglich, hier über die vielen Lösungen nur ansatzweise zu schreiben. Einfach schauen, lesen, sacken lassen, nachdenken und zur Tat schreiten. Dies gilt auch für die tollen Ideen im Hinblick auf Sitzgelegenheiten oder auch Sichtschutz.

Ein Buch, das jeder griffbereit haben sollte, der seinen Garten umgestalten möchte oder gar einen neuen Garten kreieren will. Jedes Paradies  erzählt etwas über seinen Gestalter.

Maximal empfehlenswert 

Helga König


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Rezension: Der Genuss wächst vor der Haustür-Karoline Jönsson-Thorbecke


Die Autorin dieses reich bebilderte Garten-und Kochbuchs befasst sich darin mit Pflanzenkraft und Nutzpflanzen. Karoline Jönsson spricht sich in diesem Zusammenhang für eine pflanzenbasierte Ernährung aus. Die meisten Zutaten für die Gerichte, die aus ihren Gartenprodukten entstehen, lassen sich allerorten in unseren Breitengraden anbauen. Ihr Bestreben ist, zu zeigen, dass Gartenarbeit Freude schenkt und entspannt. 

Die Gartenenthusiastin hat erkannt, dass nicht alles unter Leistungsaspekten messbar ist und Erfolg im Garten von vielen, von ihr nicht beeinflussbaren Faktoren abhängt. Über ihre Erfahrungen mit dem Gärtnern, schreibt sie  in den einzelnen Kapiteln ihres Ratgebers. 

Das Buch ist in folgende Kapitel untergliedert: 
Der Nutzgarten 
Das Gewächshaus 
Der Obstgarten 
Der Kräutergarten 
Der wilde Garten 

In den einzelnen Kapiteln erfährt man all das, was man übers Gärtnern wissen sollte, so etwa beim Nutzgarten Näheres über das Kompostieren, Gründüngen und Mulchen, den Fruchtwechsel, die Mischkultur, das Gießen etc. 

Wenn man beispielsweise Schädlinge an Pflanzen vermeiden möchte, ist es sinnvoll, verschiedene Pflanzen zusammen anzubauen, ganz konkret zu mischen, sodass Blumen im Nutzgarten und Gemüsepflanzen in Blumenbeeten wachsen. Man erfährt mehr zum Verkeimen und auch zum direkt Aussähen und Vorziehen von Pflanzen, lernt verschiedene Gemüsepflanzen der Autorin kennen und liest über die Erfahrungen, die sie damit sammeln konnte. 

Zum Abschluss eines jeden Kapitels gibt es dann Rezepte, in denen Produkte aus dem Garten eine tragende Rolle spielen. Suppen und Salat oder auch eingelegte Gurken machen hier den Anfang. Neugierig hat mich das Kapitel "Gewächshaus" gemacht, weil ich ein solches demnächst erwerben möchte. 

Karoline Jönnson erläutert, welche Pflanzen sich im Gewächshaus besonders wohlfühlen. Zu diesen gehören nicht zuletzt Tomaten, auch Gurken und Chilis. Rezepte für eine Chilisauce nach Art des Hauses, aber auch für "Muhammra", einer würzigen Creme für Brot oder Salate dokumentieren bereits den Sinn eines solchen Gewächshauses. 

Wie man einen Obstgarten anlegt, Bäume, speziell Spalierbäume, pflanzt und welche Obstsorten die Autorin zwischenzeitlich besitzt, studiert man voller Neugierde, wie auch, was daraus herstellbar ist, wenn man sie verarbeitet, sei es zu einem Kompott oder zu Kuchen und anderem mehr. 

Kapitel 4 "Der Kräutergarten" bringt auf neue Ideen. Gewürze wie "Arznei-Engelwurz" kannte ich bislang noch nicht. Dass Gewürztagetes delikat sind, wissen Vögel schon seit langem. Die Rezepte für Tee- und Gewürzmischungen gefallen mir sehr gut, weil sie wirklich brauchbar sind und die selbstgemachte gekörnte Gemüsebrühe macht klar, dass Industrieprodukte dieser Art vorgestrig sind. 

Auch Wildpflanzen kann man hin und wieder im Garten entdecken, so etwa Gänseblümchen und Duftveilchen, Holunderblüten, Hagebutten und Sanddorn und erfährt, was man damit anstellen kann, aber auch mit so vielen anderen Wildpflanzen. Das zeigt, dass Genuss tatsächlich vor der Tür wächst und darauf wartet, entdeckt zu werden. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Gärten des Jahres 2020- Die 50 schönsten Privatgärten-Meike Winnemuth –Konstanze Neubauer-Callwey


Die Einleitung zu diesem schönen Bildband hat Meike Winnemuth verfasst. Hier philosophiert sie darüber, weshalb Traum und Wirklichkeit beim Gärtnern so wenig miteinander zu tun haben. Dann wird der Garten vorgestellt, der den 1. Preis der 50 prämierten Privatgärten erhalten hat. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Stadtgarten, der 170 m² misst und einen kleinen Rückzugsraum darstellt als gelungene Ergänzung zu einem denkmalgeschützten Altbau mit Backsteinfassade. 

Im Rahmen der abgedruckten Laudatio von Swantje Duthweiler wird dann klar, weshalb genau dieser Garten den 1. Preis bekommen hat. Wie bei allen anderen dann folgenden Gärten wird auch bei diesem, die Lage und Größe, das Planungsbüro, die Ausführung und der Fotograf genannt. Von allen renommierten Fotografen, die für die Bilder in diesem Gartenbuch zuständig waren, hat Ferdinand Graf Luckner den 1. Preis erhalten. In der Laudatio von Tanja Gallenmüller erfährt man, was das Besondere an Graf Luckners Bildern darstellt. 

Anschließend werden vier "Anerkennungen" beleuchtet. Auch hier gibt es dann traumhafte Fotos, jeweils eine erläuternde Laudatio und nähere Infos zu Lage, Größe etc. der Objekte. Seitens der jeweiligen Macher wird im Rahmen eines Zitats das Spezielle des jeweiligen Gartens auf den Punkt gebracht. Dann beginnen die Seiten für die ausgezeichneten Projekte, die unterschiedlicher nicht sein können. 

Einer meiner Lieblingsgärten im Buch liegt in St. Gallen in der Schweiz. "Die Bäume wurden so platziert, dass diese wie Skulpturen aus dem Boden ragen und zu magischen Blickfängen im Garten werden", erfährt man und darf sich anhand näherer Erläuterungen und toller Fotos in dieses Paradies vertiefen. 

Sehr gut gefallen auch hat mir ein 800 m² großer Garten in Potsdam, dessen Gartenräume trotz durchgängem Gartenkonzept verschiedenem Atmosphären besitzen. Ein Traum auch ist die Wasserlandschaft im Wohngarten in Erkelenz und der Garten in der Tradition schwäbischer Weingärten. 

Dieser Garten greift, so der Fotograf Andreas Käpplinger, mit seiner Hanglage und den daraus resultierenden gestaffelten Ebenen, typische regionale Merkmale auf. 

Die Gartenpläne sind stets sehr aussagekräftig. Für alle Gartenplaner und Gartenbesitzer ist dies ein sehr wichtiges, unverzichtbares Gestaltungbuch. 

Die Jury hat auch die besten Lösungen des Jahres 2020 ausgewählt, sei es was die Außenbeleuchtung anbelangt oder Sauna und Wellness, auch Gartenzäune und Umgrenzungen, Bodenbelag, Outdoor-Küchen und Grillplätze, Pflanzenneuheiten, Pool und Schwimmteiche Gartenmöbel, Wasserspiele und Zierteiche. 

Die Unterstützer für das Jahrbuch werden auch erwähnt, unter diesen die Baumschule Ebben und auch Garpa, die für schöne und nachhaltige Garteneinrichtungen bekannt sind. Ein tolles Buch. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Englands schönste Gartenschätze- Kathryn Bradley –Hole- Callwey


Dieses wunderschöne, sehr informative Gartenbuch beginnt mit einem Vorwort des Duke of Devonshire, der zunächst einmal darauf hinweist, dass seit Hunderten von Jahren das Gärtnern ein wichtiger Bestandteil der englischen und britischen Kultur sei und, dass  wie in der Kultur überhaupt,  auch im Gartenbau die Mode eine mächtig wechselnde Kraft darstelle. Deshalb auch würden neue Gartenstile kommen und irritierend rasch gehen.

Kathryn Bradley-Hole, die Autorin des Prachtbands, schreibt in ihrer Einführung, dass die Engländer eine Nation von Gärtnern und Wetterbeobachtern seien. Sie hat für die Leser einführend Informationen zum Umfeld der Gartenbaukunst und ihrer Geschichte zusammengestellt. Auf diese Weise ergibt sich ein Überblick über die Vielzahl von Stilen, Konzepten sowie historischen und visuellen Bezügen, die den "englischen Garten" ausmachen.

Im Rahmen von 15 Kapiteln lernt man Variationen des Englischen Gartens kennen. Dabei geht es zunächst um den Formschnittgarten, den man textlich und anhand von vielen Bildern nahe gebracht bekommt. Drei typische Gärten dieser Art werden vorgestellt, dann geht es mit kirchlichen Gärten weiter. Hier lernt man u.a. die "Domfreiheit der Kathedrale von Canterbury" in Kent kennen. Die Kathedrale ist von Verwaltungs- und Wohngebäuden umgeben, die zumeist sehr alt sind und zusammengenommen"Precints" (Domfreiheit) genannt werden.

Einige der Häuser verfügen über kleine oder auch größere Gärten. So gackern auf einer Blumenwiese, die zum Garten des Dekans zählt, freilaufende Hühner. Sie sollen die christliche Botschaft unterstreichen, dass auf Gottes Erde Platz für alle Geschöpfe ist. Sehr schön sind die Rosen zwischen den alten Mauern, auch die Kübel mit Lilien und all die anderen Blumen in der Domfreiheit.

Es folgen formale Gärten, über die man zunächst allgemein Wissenswertes erfährt, so auch, wann der Höhepunkt dieser Ära war. Die diesbezüglich gezeigten Gärten sind in jüngerer Zeit entstanden und Beispiele für unterschiedliche Interpretationen des formalen Stils.

Sehr gut gefällt mir das 5. Kapitel "Im Überblick: Parks". Die ersten Parks waren übrigens Wildgehege und sind kurz nach der normannischen Eroberung Englands im Jahre 1066 entstanden.

Gärten, in denen Wasserstimmungen den Ton angeben, werden auch vorgestellt und hier z.B. ein Garten einer alten Mühle in Dorset mit einer Trauerweide am Mühlenkanal. Zum Bewuchs des feuchten Bodens am Wasser zählen Funkien, Schaublätter und Sumpf-Schwertlilien.

Cottage-Gärten- sie haben einen besonderen Liebreiz-, variieren im Stil von Gegend zu Gegend, liest man, je nach der Beschaffenheit der Böden und des Steinuntergrunds. Solche Gärten können auch unabhängig von einem Cottage-Garten existieren. So wird der Stil mit seiner lockeren Bepflanzung und informellen Gestaltung seit langem auch bereits von Besitzern prächtiger Häuser praktiziert.

Man liest des Weiteren von Pflanzenansammlungen und-sammlern, kann die Rhododendren und Azaleen in Leonardslee bewundern, sich mit Gewächshäusern befassen, auch mit Küchengärten und lernt hier u.a. Gravetye Manor kennen, einen Küchengarten, der mehr als 100 Jahre bereits existiert.

Was sind Schnittblumengärten? Teile des Küchengartens, eine beliebte Domäne des englischen Gärtners im 21. Jahrhundert. Zauberhafte Blumensträuße beeindrucken die Betrachter des Buches und lassen lange die Blicke verweilen.

Spannend auch sind die Kapitel "Im Überblick: Rasen" und "Arts- and Crafts-Gärten", zu denen der berühmte experimentelle Garten von Getrude Jekyll zählt aber auch der ebenso berühmte Garten von Vita Sackville –West, über den sie jahrelang wöchentlich eine Kolumne verfasste. Damit verlieh sie ihm Kultstatus. 

Rosengärten werden auch vorgestellt, unter diesen der bezaubernde Garten von Elsinghall/Norfolk, an dem Rosenliebhaber sich nicht satt sehen können.

Dies alles und noch viel mehr machen das Gartenbuch zu einem Juwel, den man immer und immer wieder zur Hand nimmt, um ihn zu bestaunen. 

Das Werk schenkt Freude, das Beste, was man von einem reich bebilderten, textlich informativen Gartenbuch erwarten kann.

Maximal empfehlenswert

Helga König

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Rezension: 100 Traumgärten- Konstanze Neubauer-Callwey


"Gute  Gartenarchitektur ist nicht Design, hat zudem nichts mit Dekoration zu tun. Gute Gärten bergen Feinheiten, die Wohlbefinden steigern, Geborgenheit fördern." (Alexander Koch, Gartenarchitekt)

Konstanze Neubauer, die Autorin dieses Buches, hat Geografie, Raumordnung, Landesplanung und Landschaftsökologie an der LMU und an der TU München studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin für Fachzeitschriften und Buchverlage rund um die Themen Garten, Umwelt und Natur. Darüber hinaus ist sie in einer Bio-Gärtnerei tätig und befasst sich dort vor allem mit Kräutern und Stauden. 

Das reich bebilderte Werk zeigt anhand von hundert Beispielen, dass Gartenkultur überaus lebendig ist. Dabei befinden sich die vorgestellten  Gärten  in Deutschland, der Schweiz und in Österreich.

Für jede Gartenrepräsentation stehen 2 Buchseiten zur Verfügung. Auf einer der Seiten lernt man anhand eindrucksvoller Fotos den jeweilig fokussierten Garten kennen; auf der weiteren wird der Garten textlich kurz skizziert. 

Die Lage und Größe des Gartens wird stets benannt. Auch erfährt man immer den Namen des Planungsbüros und wer die Gartenarbeiten ausgeführt hat. Einen Gartenplan kann man sich auch ansehen und zu guter Letzt gibt es zudem spezielle Gartentipps. Natürlich ist es unmöglich, auf all die im Buch vorgestellten Gärten in der Rezension einzugehen. 

Jeder Garten steht unter einem bestimmten Thema. Ein Garten in Tittling/Bayern hat sich beispielsweise das Thema gesetzt: "Das menschliche Maß oder die Sehnsucht nach Nähe". Hier wurde der Innenhof einer Burg durch eine kleinteilige Bepflanzung zu einem gelungenen Kontrast zur mächtigen Architektur der Burg. 

Sehr schön ist ein japanischer Teegarten in München. Dort beruhigen das Plätschern des Brunnens und die kunstvoll geschnittenen immergrünen Flächen den Geist und unterstützen ihn in seiner Achtsamkeit. 

"Die hängenden Gärten von Hochrhein", sie befinden sich in der Bodensee-Region, beeindrucken auf andere Weise wie die Schattenspiele in einem Altstadthöfchen in Eltville. Dort wurde auf kleinem Raum viel Atmosphäre geschaffen. 

Hervorheben möchte ich den "Cottage-Garten für Genießer" in Uelzen. Hierbei handelt es sich um einen sonnenreichen Staudengarten, in den sich architektonische und organische Formen abwechseln. Dann ist da noch u.a. ein Traumgarten im Kanton Zürich, der das ganze Jahr über durch seine Glanzpunkte für Aha-Erlebnisse sorgt und ein Kräutergarten mit mit Heil- und Gewürzpflanzen im Kloster Kamp /Nordrhein-Westfalen. 

Traumhaft ist der Garten in Ammersee-Auen. Vor dem Haus wird der Besucher von einem kleinen Bauerngarten empfangen. Wobei das Grundstück selbst aus Hecken und Wegen vor der Landschaft  draußen strukturiert wird. 

Was ist schön? Alle Gärten sind es. Jeder einzelne bietet Inspiration für eigene Gartenaktivitäten. Adressen von Landschaftsarchitekten, Gartenarchitekten und Gartenbauern  werden  zuhauf  genannt.

Räumliche Tiefe begeistert mich am meisten, neben Weitblick und Ruhe und viel Grün, die für mich das Paradies bedeuten. 

 Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Blumenpracht und Blütenzauber-Thorbecke

Dieses zauberhafte Buch mit Illustrationen aus alten Pflanzenbüchern beginnt mit einer Einführung von Dr. Stephanie Hauschild. Sie lässt die Leser wissen, dass eine kleine Auswahl der schönsten gedruckten Darstellungen von Gartenblumen aus fünf Jahrhunderten im vorliegenden Werk versammelt ist. Dabei dokumentiert das Album das Geschick der Züchter, aber auch die Kunst der Zeichner, Maler und Drucker. Vor allem jedoch soll der Band dazu einladen, sich an der Schönheit, Vielfalt und Farbenpracht zu erfreuen und zu staunen. 

Insgesamt 30 Pflanzen (Blumen) werden vorgestellt. Man erfährt jeweils den botanischen Begriff der Blume, zudem wird die Namensherkunft stets ausführlich erläutert, auch der Standort wird beschrieben, dem dann immer ein informatives Porträt folgt. Illustrationen runden die Pflanzenpräsentation stets ab. 

Zu den Illustrationen erfährt man in der Einführung das ein oder andere Wissenswerte.

Die vorgestellten Pflanzen sind alphabethisch geordnet. Den Anfang des Reigens nimmt die Akelei, die ein Symbol für Demut ist. Dass diese Pflanze zu den Hahnenfußgewächsen zählt, wird nicht jedem Blumenfreund (m/w) bekannt sein, dass sie sich gerne im Garten ausbreitet schon eher.

Es macht viel Freude, die Illustrationen zu bestaunen und auf diese Weise die Seele der jeweiligen Blume zu erfassen. So etwa vom Goldlack, der im Volksmund Mauerblümchen heißt. 

Maiglöckchen sind gottlob auch dabei. Auch das Maiglöckchen ist ein Synonym für Demut. Es steht mittlerweile unter Naturschutz.  Bewundern wir also die Illustrationen, erinnern wir uns an ihren wunderbaren Duft und lassen sie in der Natur unberührt  und ungestört blühen. 

Am besten gefallen mir die Illustrationen vom Rittersporn der Farben und Form wegen. Sehr ästhetisch. 

Was noch? Das Veilchen. Hornveilchen, Duftveilchen und Stiefmütterchen sind hier gemeint und diese dürfen auch allesamt bestaunt werden. Der botanische Name Viola erinnert an eine Geliebte des Zeus. In der Antike war das Veilchen übrigens heilig und dem griechischen Gott Pan geweiht. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König
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Rezension: Tulpen-Peter Arnold-teNeues


Das Vorwort dieses zauberhaften Buches mit beeindruckenden Bildern von #Tulpen hat Sir #Elton_John geschrieben. Der Musiker liebt diese Blumen und ist begeistert von der “umwerfenden Sammlung“ von Fotografien, die die “einzigartige Schönheit der Tulpen sowohl von bekannten Gartensorten als auch von seltenen und exotischen Hybriden“ erfasst.

Elton John ist beeindruckt von den extremen Nahaufnahmen eines einzelnen Blütenblattes bis hin zum fantastischen Wirbel aus pulsierenden Farben und konstatiert, dass dieses Buch die perfekte Verbindung der natürlichen Schönheit von Blumen mit technischer Meisterschaft eines vollendeten Fotokünstlers sei.

Der Bildband verzichtet beinahe vollständig auf Textpassagen. Es wird nur kurz etwas zu Geschichte der Tulpe berichtet, um zu resümieren, dass die Zucht von Tulpenzwiebeln heute eine wichtige globale Industrie geworden sei, die die modernsten wissenschaftlichen Methoden verwenden. Keine andere Blume habe eine solche Vielfalt von Formen und Farben entwickelt.

#Peter_Arnold hat die Blumen tatsächlich meisterlich abgelichtet. Dabei erfährt man im Index wie die einzelnen Tulpen heißen. Sie vom Namen her zu kennen, halte ich für wichtig, noch wichtiger allerdings ihre Form zu bestaunen, um sie alsdann zu pflanzen, um zu erfahren wie  fein sie duften.

Ein absolut gelungener Bildband, der Tulpenfreunde begeistern wird. Die in englischer Sprache abgedruckten poetischen Sentenzen, die die  einzelnen Motive begleiten, vervollständigen den Gesamteindruck:

Sensual, but strong. 
Such luscious detail- 
swirls of dilicate colour, 
texture soft as silk


Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Gärtnern aus Leidenschaft- Die Royal Horticultural Society- Gerstenberg

Autor dieses wunderschönen Bildbandes ist der leidenschaftliche Gärtner Matthew_Biggs. Nach seiner Ausbildung in den Königlichen Botanischen Gärten wurde er 1985 Mitglied des Royal Horticultural Society (RHS) 

14 Gartenbücher hat Biggs bereits verfasst, darunter zahlreiche Besteller. Darüber hinaus hält er regelmäßig Vorträge in Gartenclubs und führt Menschen durch Gärten rund um den Globus. 

Die Royal Horticultural Society (RHS) ist eine der bekanntesten Gartenbauorganisationen der Welt. Sie vermittelt an Laien Fachwissen, befasst sich mit der Schulung der nächsten Gärtnergeneration, veranstaltet Pflanzkurse für Kinder und betreibt Forschungen über umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung und nachhaltiges Gärtnern. 

Biggs dringt in diesem reich bebilderten Buch in den Kern der wohltätigen Organisation vor, zeigt die vielen Facetten von RHS und macht die Leser neugierig, Seite für Seite mehr zu erfahren. Die umfangreichen Texte werden von tollen Fotos begleitet. Dabei erfährt man zunächst mehr zur Geschichte der RHS, um sich alsdann mit der Investition in die Zukunft des Gartenbaus zu befassen.

Man lernt unterschiedliche RHS Gärten kennen, auch urbane- und Gemeinschaftsgärten, wie sie überall immer mehr in Mode kommen. Es handelt sich hierbei um Orte des Miteinanders, wo Menschen jeden Alters und jeder Kultur gemeinsam gärtnern und Gedanken austauschen können.

Dann lernt man den ältesten und bekanntesten RHS-Garten kennen. Es ist #Wisley. Der Garten befindet sich in Surrey. Dort umfasst allein die Rhododendronsammlung über 1000 Arten und Hybriden, von denen 500 selten sind oder kaum noch in anderen Gärten stehen. Fünf fest angestellte Gärtner sowie Studenten und Freiwillige entwickeln hier die Ideen und entscheiden mit.

Des Weiteren lernt  man Projekte von RHS kennen, so etwa eine Schulgärten-Kampagne oder "Flower-Power" für ein blühendes Britannien, Gemeinschaftsgärten, auch Grün in den Vorgärten werden als spannende Projekte vorgestellt und es wird darüber informiert, wie #RHS begreifbar macht, dass sich Gärtnern und das Vorhandensein von Pflanzen auf die Gesundheit und Zufriedenheit positiv auswirkt. 

Dann liest man Wissenswertes über #Rosemoor, den Garten in Devon. Dort ist man bemüht, die ohnehin schon große Bandbreite mit Pflanzengattungen und-arten kontinuierlich zu erweitern. 

Weiter werden Fragen an Fachleute gestellt, auch über wissenschaftliche Forschungen der RHS wird informiert. #Hyde_Hall, der trockene Garten in Essex wird nicht ausgespart. Gartensschauen sind ein Thema, dem die Präsentationen von zwei weiteren spektakulären Gärten folgen, nämlich #Harlow_Carr und #Bridgewater. 

Dies und vieles mehr bereitet Gartenliebhabern (m/w) viel Freude und motiviert zu eigenem Tun.

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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