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Rezension: Pflanzen für Honigbienen- Sarah Wyndham Lewis- Gerstenberg

Dieses hochinformative Buch stammt aus der Feder von Sarah Wyndham Lewis. Sie ist seit 30 Jahren Journalistin zu unterschiedlichen Themen. Seit 2007 führt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Dale Gibson den nachhaltigen Bienenzucht- und Imkerbetrieb "Bermondsey Street Bees". Das Paar lebt in London und Suffolk, wo Sarah ihr Projekt eines bienenfreundlichen Gartens weiterhin fortführt. In London arbeiten die beiden mit gemeinnützigen Vereinen und Geschäftsleuten zusammen, um öffentliche Plätze mit Pflanzen für Honigbienen zu begrünen. 

Die Texte im Buch, das in 9 Kapitel untergliedert ist, wurden von James Lewis Weston zauberhaft illustriert. Dabei befasst sich die vorliegende Publikation in erster Linie mit Honigbienen und der Frage, welche Pflanzen man im Garten anlegen kann, um sie mit Pollen und Nektar zu unterstützen.

Weltweit soll es ungefähr 25. 000 Bienenarten geben. Die meisten Pflanzen, die von Honigbienen befruchtet werden, bieten Menschen, Tieren, Vögeln und Insekten Nahrung. Das bedeutet, dass der gezielte Anbau dieser Pflanzen somit einen entscheidenden, unmittelbaren ökologischen Nutzen hat. 

Zunächst erfährt man, weshalb Honigbienen, die seit etwa 100 Millionen Jahren die Erde besiedeln heute Hilfe benötigen. Die Bedrohung durch Chemikalien und durch die Folgen des Klimawandels sind riesig. Dazu kommen noch einheimische und eingeschleppte Bakterien, Pilze, Parasiten und Fressfeinde, von denen jeder einzelne das Potenzial besitzt, eine ganze Kolonie innerhalb weniger Stunden zu vernichten. 

Vor ungefähr 100 Millionen Jahren begannen Pflanzen und Bienen eine effiziente Koevolution und überall dort, wo Honigbienen zu finden waren, ernteten Menschen seit ewigen Zeiten den Honig wilder Kolonien und lernten wie man Bienen hält. In Grabmalereien aus dem alten Ägypten wird deutlich, dass man damals schon spezielle Gartenblumen für Bienen züchtete. 

Die Autorin benennt zehn wichtige Dinge, die man über Bienenpflanzen wissen sollte. Zudem lernt man beim Kauf von Pflanzen die beigefügten Etiketten gut zu verstehen und wird im Anschluss daran ausführlich darüber informiert, was man unter Nektar, Pollen, Bienenharz und Bienenwachs zu verstehen hat. 

Man lernt Blumen und Pflanzen für Fenstersims und kleine Balkone kennen, die für Honigbienen nützlich sind und zwar für alle Jahreszeiten und desgleichen für den Innenhof, die Veranda und die Terrasse, auch für große sowie kleine Gärten und dort selbst für feuchte Böden, für Dachterrassen, begrünte und vertikale Gärten und für Naschgärten. Erörtert wird u.a. der Nutzen von Wildblumen. Ob winziges Gänseblümchen oder große Wiesen-Margarite all diese wild wachsenden Blumen bieten den Bienen ein großes Nahrungsangebot. Auch wilder Rasen ist hilfreich. 

Doch einige Pflanzen und Bäume sind Gift für Bienen. Diese werden natürlich auch genannt. 

Schlussendlich werden TOP-Blumen und Pflanzen für Bienen und 23 erstaunliche Fakten über diese Tiere aufgelistet. So etwa, dass Honigbienen 5 Augen haben oder dass sie für ein 450-Gramm-Glas Honig zwei Millionen Blüten besuchen und etwa 80.000 Kilometer fliegen müssen. 

Es gibt tausend Gründe, weshalb wir den Honigbienen durch bestimmte Pflanzen Nahrung beschaffen sollten, dabei muss man nicht gleich Imker werden. Wertschätzung und Dankbarkeit reichen als Gründe völlig aus.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Pflanzen für Honigbienen: Wie Sie Ihren Garten zum Summen bringen


Rezension: Grüne Oasen- Stars und ihre Gärten- Gerstenberg

Autorin dieses Bildbandes ist Victoria Summerley. Ihren beruflichen Schwerpunkt hat sie auf Gärten und Gartenbau gelegt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und ist Verfasserin eines Bestsellers. Für das vorliegende Buch benötigte sie rund zwei Jahre, um 25 Prominente zu überreden, ihre Pforten zu ihren Gärten zu öffnen. 

Die wundervollen Fotos im Buch hat Hugo Rittson Thomas realisiert. Er hat am renommierten Goldsmith College in London studiert und wurde mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet. 

Bei den Persönlichkeiten, die ihre Gärten geöffnet haben,  handelt es sich um namhafte Künstler, Schauspieler, Musiker, Komponisten, Designer, Drehbuchautoren und Schriftsteller. 

Wer Gärten, wie man sie in diesem Buch bestaunen kann, anlegt, benötigt natürlich ausreichend materielle Mittel. Wer dazu noch  Geschmack und gute Ideen  besitzt, kann Paradiese schaffen.  Sie Dritten zugänglich zu machen, ist nur denen problemlos möglich, die geschätzt werden, weil sie etwas geleistet haben, wofür man sie achtet. Um genau solche Personen handelt es sich im Buch. Man freut sich mit ihnen und wünscht ihnen für alle Zeiten einen grünen Daumen.

Die Idee zu diesem Werk entstand bei einem Lunch im Haus des Fotografen in Oxfordshire. All die Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Maler oder Bildhauer, deren Paradiese im Buch gezeigt werden, nutzten ihre Lebenserfahrung bei der Gestaltung ihrer Gärten. Ein Bild der jeweiligen Gartenbesitzerin oder des -besitzers, dazu Kurzinfos zur Person, eine Gartenbeschreibung mit Reflektion der einzelnen Gartenideen und eine Fülle schöner Bilder, lassen den Betrachter stets staunen. 

Fasziniert bin ich vom Garten des Bildhauers Daniel Chadwick. Sein Vater war bereits ein berühmter Künstler, dessen Skulpturen man weltweit in den bekanntesten Kunstmuseen bewundern kann. Daniel Chadwick stellt z.B. kinetische Plastiken und Mobiles her. Dazu lässt er sich von Baum- und Blattstrukturen sowie vom Sonnensystem inspirieren. Der Künstler hat Ingenieurswissenschaften studiert, änderte allerdings seinen beruflichen Werdegang und arbeitete mit der Architektin  Zaha Hadid zusammen. Seine Arbeiten als Zeichner und Modelbauer inspirierten ihn schließlich dazu, kinetische Plastiken zu entwerfen. Beeindruckend sind die vielen Skulpturen in seinem großzügig angelegten Garten. Dabei konzipierte er eine Art Galerie im Freien, hält den Garten schlicht, damit die einzelnen Details der Skulpturen- und des Hauses zur Geltung kommen. Der Gedanke, der dahinter steht,  ist der, dass in einer Kunstgalerie die Wände schmuck- und schnörkellos sind. Eine zu dichte Bepflanzung würde bei all den Skulpturen überladen wirken. 

Unmöglich ist es, auf all die schönen Gärten im Buch an dieser Stelle näher einzugehen. Erwähnen möchte ich aber den Garten von Sting und seiner Frau Trudie. Dieser Garten ist in meinen Augen der schönste, den ich je in einem Gartenbuch bewundern konnte. Das Anwesen liegt übrigens in der Nähe von Stonehenge. Die beiden bauen dort mithilfe ihres Gärtners ihr eigenes Obst und Gemüse an und gärtnern nach ökologischen Prinzipien. Sie züchten sogar selbst Vieh. Diese Erdverbundenheit begeistert. Schaut man sich die Gartenbilder genau an, erkennt man, wo Stings Inspiration begründet liegt: In all den Grüntönen seines Paradieses.

Das Buch hat viel Schönes zu bieten. Wer Freude daran hat, wirklich Schönes näher kennen zu lernen, wird hier all das finden, wonach sich sein Herz sehnt. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Grüne Oasen: Stars und ihre Gärten

Rezension: ANIMA- Der Zaubergarten von André Heller in Marrakesch- Fotos: Albina Bauer; Text: Andrea Schurian- Brandstätter

Das Vorwort zu diesem traumhaften Bildband hat André Heller verfasst. Hier berichtet er, wie es dazu kam, dass er, als er 60 Jahre alt wurde, sich nach sorgfältiger Erwägung entschied,  sich auf besondere Weise mit der Königsstadt Marrakesch zu verbinden. Der Künstler wollte die Jahrzehnte wirksamer Ermutigungen, die maßlosen Nuancen der Inspiration, die ihm dort zuteil wurden, durch etwas Nachhaltiges an den Ort seiner Bewohner und Gäste zurückgeben. Dabei sollten Arbeitsplätze geschaffen werden, durch ein heilkräftiges, hochenergetisches, botanisches Revier der sinnlichen Schönheit und höchsten, umfassenden Qualität für Menschen aller Altersgruppen und Ausbildungsgrade.

Sein Projekt ANIMA bestand am Anfang aus acht Hektar völligem Brachland mit fantastischer Aussicht, was daraus geworden ist, zeigen die wunderschönen Fotos von Albina Bauer und der begleitende Text  der Journalistin Andrea Schurian. Sie besuchte ANIMA erstmals wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung im April 2016 und erzählt von ihren Eindrücken dort, auch jenen im Hinblick auf André Heller. Man erfährt, dass es hier 200 Jahre alte Olivenbäume gibt. Dies waren die ersten Bäume, die André Heller einpflanzen ließ.

Viele Grüntöne und Blumenbeete aber auch hölzerne Masken und silberne Glücksbringer erwarten den Betrachter  dort in ANIMA, das man als weltenversöhnendes und verbindendes Paradies begreifen sollte und zwar für Menschen, aber vor allem auch für Pflanzen. Diese stammen teilweise vom Himalaya, aus Japan, Südamerika, aus Kanada, Nordeuropa oder Australien. Überall soll es duften, zirpen, zwitschern und quaken und das obschon Marokko vom Klimawandel her besonders gefährdet ist. 

Hellers Mikroklima einer Grünoase ist sein ökologisches Manifest, mit dem er dem Klimawandel begegnet. Um ANIMA zu finanzieren verkaufte er einen Großteil seiner wertvollen Kunstsammlung, auch seine Villa und den dazugehörigen Park am Gardasee. Sein neuer Garten sei eine Versuchsanstalt für den Himmel, ein Ort "absoluter Liebe und des schattenlosen Lichts".

Es bereitet viel Freude sich in die Bilderwelt zu vertiefen und die Idee dieses bunten paradiesischen Gartens zu begreifen, mit all den Pflanzen und Bäumen und Kunstwerken und den Tieren, die die Welt auf einen Punkt verdichten und unmissverständlich klar machen, das am Anfang aller Zeiten Magie und Kreativität standen, die das Licht und mit ihm die Farben in die Welt brachten und damit das Leben und die Kunst. 

Ein großartiges Buch, das ich gerne weiterempfehle. 

Helga König

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ANIMA. Der Zaubergarten in Marrakesch

Rezension: Garden Girls- Jana Henschel & Ulrike Schacht- Callwey

Dieses reich bebilderte, sehr schöne Gartenbuch ist eine Teamarbeit der Autorin Jana Henschel und der Fotografin Ulrike Schacht. Beide arbeiten für große Frauenmagazine und lieben Gärten. Der Untertitel des Werkes verrät, um was es geht: 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube. 

Bei diesen Frauen handelt es sich um 20 Schrebergärtnerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jana Henschel und Ulrike Schacht durften in deren hübsche Lauben gucken, Kirschen naschen, mit ihnen basteln, Marmeladen, Salate und Limos probieren, die sie aus der eigenen Ernte herstellen.

Gezeigt werden in diesem Buch die besten Ideen der Garden Girls zum Pflanzen und Bauen, zum Einrichten und Einwecken. Unter diesen sind zahlreiche DIY-Tipps und köstliche Rezepte.

Vorgestellt wird in jedem der 20 Beiträge zunächst die Hobby- Gärtnerin. Diese  Gärtnerinnen erzählen dann stets Anekdotisches im Rahmen von kleinen Texten, die sie immer als Schrebergartenliebhaberinnen outen. Bilder der einzelnen Schrebergärten mit entsprechenden Texten runden dann jeweils die Gesamtinformationen ab.

Dass dies alles nichts mit Spießertum zu tun hat,  wie man bei dem Begriff "Schrebergarten"  vielleicht vermuten könnte, wird rasch klar, denn die Hobby-Gärtnerinnen gehen allesamt kreativen Berufen nach und sehnen sich augenscheinlich nicht nach Gartenzwergen, sondern leben auch im Garten ihre Kreativität sehr fantasievoll aus.

Wie man zu einem Schrebergarten kommt berichtet Sandra Böhme vom Gartenverband und zum Schluss lernt man wunderbare Rezepte kennen, die die Garden Girls entwickelt haben.

Man muss nicht zwingend Schrebergärtnerin werden, um dieses Buch zu mögen, denn es macht viel Freude, einfach darin  zunächst zu blättern und zu staunen, um sich zu guter Letzt über Dies und Das zu informieren.

Sehr empfehlenswert

Helga König

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Garden Girls: 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube

Rezension: Gärten des Jahres- Callwey

Dieses traumhafte Gartenbuch thematisiert die 50 schönsten Privatgärten des Jahres 2018 im deutschsprachigen Raum. Das Werk ist eine Teamarbeit von Ferdinand Graf Luckner und Konstanze Neubauer. 

Der Fotokünstler #Ferdinand_Graf_Luckner hat das Vorwort verfasst, das den Titel "Perspektivenwechsel- Der Garten durch die Kamera trägt." Hier schreibt er u.a. vom ersten Rundgang durch einen Garten, in dem er anschließend seiner Arbeit nachgeht. Dieser erste Rundgang geschieht ohne Kamera in Begleitung des Gartenbesitzers. Dabei sei einer der schönsten Momente auf dem Weg zu einem guten Gartenfoto das Erleben der Begeisterung, welche die Gärtner für den Garten aufbringen. 

Speziell die Nähe zum Garten unterscheide das Fotografieren im Garten von den allermeisten fotografischen Themenfeldern. Der erste Gang an der Seite des Gartenbesitzers diene dazu, die Ausrichtung des Gartens zu erkennen. Wenn der Fotograf dann damit beginnt, Bilder zu machen, überlässt der Gartenbesitzer ihm der Regel das Terrain. 

Nach den Erfahrungen des Grafen, ob mit oder ohne Kamera, sind nicht die Gärten spannend, die in einem Jahr mit großem Aufwand entstanden sind. Wohl aber sind es offenbar jene, bei denen Zeit darauf verwendet werden konnte, für jeden Standort mit entsprechender Bodenbeschaffenheit die passende Pflanze zu finden, die sich dort wohlfühlt. 

Wie Graf Luckner den Leser wissen lässt, möchte der vorliegende Band die Ergebnisse der Wünsche und Absichten von Gartenbesitzern und der kreativen Arbeit der Gartenplaner und- bauer zusammentragen, um so zu dokumentieren, welches Potential in dem Thema steckt. Ob Neuanlage, Umbau oder Erweiterung, stets fange es mit der Betrachtung aus einer anderen Perspektive an- auf den ganz besonderen Ort Garten

Die gezeigten Gärten wurden von einer renommierten Jury ausgewählt und prämiert. Es handelt sich stets um hochkarätige gestaltete Privatgärten, die durch ihre individuelle Gestaltung und herausragende Qualität beeindrucken. 

Zunächst wird der Garten vorgestellt, der den 1. Preis erhalten hat. Es ist ein Hausgarten, der von Koch+Koch geplant worden ist. Wie bei allen anderen gezeigten Gärten erfährt man durch einen ihn beschreibenden Text sehr viel  über die Anlage und kann sich in eine traumhafte Bilderwelt vertiefen. Genannt werden stets zudem die Lage und Größe des Gartens, das Planungsbüro und wer für die Ausführung zuständig war. Zitate von den Machern runden die Präsentation dann ab. 

Einen der Gärten hervorzuheben wäre unfair. Seite für Seite erlebt man Hochgenuss, was die Bilderwelt anbelangt und wünscht sich die Düfte, die von den Gärten ausgehen, wahrnehmen zu dürfen. Dann werden Projekte erörtert. So etwa ein Zimmer im Grünen oder auch das Baden im Designergarten. Kleine und große Gärten werden gezeigt, minimalistische und solche, wo sich Natur und Ästhetik verschmelzen. Inspiration bietet das Werk für alle Gartenliebhaber und schenkt zudem viel Freude, besonders an trüben Herbst- und Wintertagen. 

"Gärten des Jahres" ist ein Buch, das den Betrachter zu fortdauerndem Staunen veranlasst und zu der Erkenntnis, dass man sich durchaus ein individuelles Paradies auf Erden schaffen kann, in dem mehr als nur Gartenglück findet, wenn man dies zulässt. 

Dieser Gartenbildband zählt zu den schönsten Werken dieser Art, die ich kenne. 

Maximal empfehlenswert 

Helga König

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Gärten des Jahres 2018

Rezensionen: Neue romantische Gartenreisen in England- Anja Birne- Callwey

Dieses reich bebilderte Buch ist das Werk der Staudengärtnerin, Buchautorin und Garten-Journalistin Anja Birne. Sie leitet seit vielen Jahren Gartenreisen nach England, Frankreich, Belgien und die Niederlande aber auch innerhalb Deutschlands. 

"Neue romantische Gartenreisen in England" hat sie in 7 Kapitel untergliedert. In sechs der Kapitel stellt sie Gärten vor und erteilt darüber hinaus jeweils interessante Reisetipps. Im siebten Kapitel dann wartet sie mit Rezepten auf. 

Anja Birne führt die Leser in Gärten, die sich in London, Essex und Cambridgeshire, Suffolk, Norfolk, Yorkshire und im Lake District befinden. 

Gartenkultur spiegelt Gesellschaftsordnungen, Machtverhältnisse und Schönheitsideale, schreibt die Autorin, aber auch das Verhältnis zur Natur wider. Im Garten treffen Kunst und Natur aufeinander. Dabei entsteht Gartenkultur im Raum zwischen Haus und Landschaft. 

Anja Birne reflektiert in der Einleitung u.a. die Parklandschaft sowie die Heckenlandschaft und bereitet auf die sechs Gartentouren vor, die sie in der Folge präsentiert. 

Rund 40 Gärten werden näher beschrieben und dazu werden eine Fülle von Fotos geliefert, zudem werden jeweils der Eigentümer und Besonderheiten eines vorgestellten Gartens sowie der Link zur Homepage genannt. 

Die Gartenbilder schenken große Freude und die näher beschriebenen Gartenideen sorgen für beträchtliche Neugierde. Gerade jetzt im Februar ist die Schneeglöckchensammlung in Anglesey Abbey Gardens einen Besuch wert. Rund 300 Arten und Sorten blühen dort. Im Februar kommen an sonnigen Tagen rund 4000 Menschen in den schönen Garten, in dem man neben den Schneeglöckchen noch viele andere winterduftende Pflanzen bewundern kann.

Jeder Garten weist Spezialitäten auf. Das gilt auch für die Staudenwiese des Pensthorpe Millenium Garden in Norfolk. Dort locken einfache Blüten die Schmetterlinge und Wildblüten an. Einer meiner Lieblingsgärten im Buch ist Sleightolmedal Lodge Gardens in Yorkshire. Es handelt sich um zauberhafte Hängegärten, in denen Stauden, aber auch heimische Wildpflanzen, robuste Wild- und Strauchrosen, einjährige Sommerblumen und anderes mehr blühen. 

Bedauerlich ist es, an dieser Stelle nicht auf alle Gärten näher eingehen zu können. Gefallen hat mir das Pflanzenporträt des Weissdorn. Dies ist eine typische englische Heckenpflanze. Spannend auch sind die vielen Reisetipps als auch das Wissenswerte, das so ganz nebenbei geliefert wird und natürlich der Garten des Dichters William Wordsworth. Näheres erfährt man zudem über die Kinderbuchautorin und Umweltschützerin Beatrix Potter und kann sich über den Spieltrieb der Scherenschnitt-Gärtner ausgiebig informieren. Dann schließlich gibt es noch die Rezepte aus dem Küchengarten. Unter diesen finden sich sehr gute Chutney-Rezepte, auch Rezepte für Orangen-Marmelade und einen Rhabarber-Kuchen sowie einige herzhafte Rezepte und welche für delikate Cocktails. 

Daraus folgt: Dies ist ein Buch, das Freude bereitet und Reiselust aufkommen lässt. 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Neue romantische Gartenreisen in England: Zu Besuch in den schönsten Gärten von London bis Yorkshire

Verrückt nach Garten- Manfred Lucenz und Klaus Bender- Fotos von Marion Nickig- Callwey

Dieses wunderschöne, reichbebilderte Gartenbuch mit Ideen und Erfahrungen kreativer Gärtner wurde von den Autoren Manfred Lucenz und Klaus Bender verfasst. Beide sind seit über 25 Jahren Gärtner aus Leidenschaft. Sie schreiben für die Zeitschrift "Gartenträume" und haben Bücher auf den Weg gebracht, die in mehreren Auflagen erschienen sind. 

Die beeindruckenden Fotos für das Buch hat Marion Nickig realisiert. Sie zählt zu den bekanntesten deutschen Gartenfotografinnen. 

Untergliedert ist das Werk ist in 10 Kapitel. Diesen geht ein zwei Seiten umfassendes Vorwort voraus, dem man entnehmen kann, dass das Autorenteam im Buch 10 Gärten von Besitzern vorstellt, die ein Höchstmaß an Kreativität entwickelt haben, um sich ein Umfeld mit einer hohen alltäglichen Lebensqualität zu schaffen. 

Auf diese Weise sind auf ganz unterschiedlichen Bodenverhältnissen, Grundstückgrößen und -zuschnitten eindrucksvolle Gartenkunstwerke entstanden. Zudem haben die Gärtnerinnen und Gärtner Fachkenntnisse erworben, die über das normale Maß hinausgehen. 

Die Gartenbesitzer werden alle namentlich genannt. Dabei werden 10 spannend zu lesende Gartenbiografien präsentiert, dazu die Voraussetzungen und gestalterische Umsetzungen für diese hinreißenden Paradiese. 

Zudem gibt jeder Gartenbesitzer besondere Empfehlungen, so etwa zu Flächenkompostierung, zu den Chancen für den Buchsbaum, zur Dachbegrünung, zur Kreation einer Wiesenblumenwiese, zu Stauden, die auf schwerem Lehmboden gedeihen oder zur Bepflanzung eines Kiesbeetes, wie auch zu kräftigen Rosen oder zu Zwiebelblumen, zu Dahlien und anderem mehr. 

Die prachtvollen Bilder lassen mich staunen, nicht zuletzt auch  die Fotos vom Garten Bergschneider in Paderborn. Es handelt sich dabei um einen Rosentraum. Kletterrosen bilden neben Fingerhüten den Hintergrund vor einem Beet filigraner Blumen in rosa-violetten und weißen Tönen, in einem Garten, der von fernöstlicher Harmonielehre geprägt ist. Die Rosen  sind durch zahlreiche Zwiebelblumen und Stauden ergänzt. Dabei bildet ein rundes Beet den Mittelpunkt des Gartens. Dort rankt eine Kletterrose, die von einer Buchshecke umrahmt ist.

Jeder der 10 Gärten hat Besonderheiten zu bieten. Alle Texte sind überaus lehrreich und die Bilder ein Hochgenuss, der für gute Träume sorgt.

Sehr empfehlenswert 
Helga König 

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Onlinebestellung bitte hier klicken: Callwey oder Amazon Verrückt nach Garten: Ideen und Erfahrungen kreativer Gärtner

Rezension: Was Pflanzen wissen- Hanser

Autor dieses spannenden Buches ist Daniel Chamovitz. Er ist Direktor des Manna Center for Plant Biosciences an der Universität Tel Aviv. Übersetzt wurde sein Werk von Christa Broermann, die in Tübingen, London und Wien Anglistik und Germanistik studiert hat. Dass sie u.a. Bücher der von mir sehr geschätzten Autorin Ruth Westheimer übersetzt hat, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Dies zeugt von ihrem Ansehen als Übersetzerin.

Daniel Chamovitz lotet in seinem Buch die neuesten Forschungen auf dem Gebiet der Pflanzenbiologie aus. Dabei beleuchtet er in jedem Kapitel einen unserer Sinne und vergleicht, was dieser Sinn für uns und was er für die Pflanzen bedeutet. Der Autor beschreibt, wie Sinneseindrücke wahrgenommen und wie sie verarbeitet werden und welche ökologischen Implikationen der jeweilige Sinn für eine Pflanze hat. Zudem zeigt Chamovitz in jedem Kapitel die historische Perspektive des Themas auf und erläutert zudem moderne Betrachtungsweisen. 

Man erfährt in den einzelnen Kapiteln zunächst, was die Pflanze sieht, riecht, schmeckt, fühlt und hört, bevor man mehr darüber liest, woher die Pflanze weiß, wo sie ist. Auch woran sich die Pflanze erinnert, bleibt nicht im Ungewissen.

Wenn eine Pflanze wahrnimmt, was bedeutet dies für unseren Umgang mit Pflanzen? Auch diese Frage wird beantwortet. 

Möglicherweise ist der ein oder andere Pflanzenliebhaber ein wenig enttäuscht, weil eine wahrnehmende Pflanze uns Menschen keineswegs als Individuen registriert. Wohl sind sich Pflanzen ihrer Umwelt gewahr, aber sie erkennt nicht denjenigen, der zu ihr eine Beziehung aufbaut.

Das sollte unsere Liebe zu Pflanzen allerdings nicht schmälern. 

Empfehlenswert.

Helga König

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Was Pflanzen wissen: Wie sie hören, schmecken und sich erinnern

Rezension: Die Gestaltung der Natur- Die Geschichte der Formgärten- Gerstenberg

Dieses beeindruckende Werk über die Geschichte der Formgärten hat die Gartenbuchautorin Caroline Foley geschrieben. Sie lebt in London und gibt seit 12 Jahren das Magazin des europäischen Buchsbaums "Toparius" heraus.

Das bebilderte und dabei textreiche Buch nimmt seinen Anfang mit der Betrachtung der römischen Patriziergärten (79- 476 n. Chr.) Schon der römische Gelehrte und Naturforscher Plinus der Ältere (29-70 n.Chr.) hat den Formschnitt erwähnt und zwar in Bezug auf Vor- und Nachteile von Zypressen. Man erfährt mehr über das in den römischen Patriziergärten beliebteste Formgehölz, den Buchs und auch über die Tätigkeiten des römischen Gärtners, der nicht nur Bäume und Wein sowie Olivenhaine pflegte, sondern auch für die Springbrunnen und Wasserkünste zuständig war. Der toparius (Kunstgärtner) stutzte Hecken, schuf ornamentale Gärten und besaß einen überaus angesehenen Status.

In der Folge dann liest man Wissenswertes zu den Paradiesgärten in Byzanz (395-1453 n. Chr.). Diese Gärten wurden nach römischem Vorbild angelegt. Interessant waren die byzantinischen Pflanzenmuster und so wundert es nicht, dass die byzantinischen Dichter in Beschreibungen der Paradiesgärten in der Natur geradezu schwelgten. Im byzantinischen Liebesroman "Belthandros und Chrysantza" aus dem 14. Jahrhundert wurden Formgehölze erwähnt und auch im islamischen Paradiesgarten jener Tage spielen sie eine Rolle.

Der "Hortus Conclusus"  im mittelalterlichen Europa zwischen dem 5. und  dem 15. Jahrhundert war ein verschlossener Geheimgarten. Die Rose spielte dort eine entscheidende Bedeutung. Formgehölz war auch in der mittelalterlichen grünen Architektur nicht hinwegdenkbar und üblich waren Schachbrettbeete. Auch erfährt man mehr über Knotengärten und über mittelalterliche Labyrinthe, liest über Gärten in der italienischen Renaissance und hier von einem Reisetagebuch des französischen Philosophen Michel de Montaigne, der von den hügeligen Gärten Roms begeistert war.

Man lernt zahlreiche Renaissancegärten und deren Muster näher kennen und ist erstaunt von der kunstvollen grünen Architektur. Auch französische Renaissancegärten werden thematisiert und es wird natürlich  André le Notre, dem Gärtner des Sonnenkönigs gehuldigt.

Viel erfährt man über die Formgärten Versailles, bevor dann Gärten in Großbritannien während der Zeit der Tudors und der Stuarts zur Sprache gebracht werden. Auch hier lernt man wieder berühmte Gärtner kennen und bleibt nicht im Ungewissen, dass Bücher über Knoten und Ziergärten damals in England verfasst wurden.

Formgärten in Deutschland und den Niederlande zwischen 1613 und 1702 werden thematisiert, so etwa jener in Herrenhausen und der Garten, der zum Nymphenburger Schloss gehört.

Die letzte Blüte des formalen Gartens in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts und in der Folge ein Diskurs über den natürlichen Garten  und den geschichtlichen Verlauf hin zur arkadischen Landschaft runden die Geschichte des Formgartens dann ab.

Es ist umöglich all die Gärten, die im Buch besprochen werden, in der Rezension zu benennen. Schön sind sie alle. Das gilt auch für neue minimalistische Gärten. Bei aller Freiheit lebt die Form  noch immer und erfreut nicht nur im Loire-Tal die Betrachter.

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Onlinebestellung bitte hier klicken: Gerstenberg oder Amazon Die Gestaltung der Natur: Die Geschichte der Formgärten

Rezension: Die geheimen Gärten von East Anglia- Barbara Segall- Gerstenberg

Dieses reich bebilderte Gartenbuch ist eine Teamarbeit der renommierten und mehrfach ausgezeichneten Gartenbuchautorin Barbara Segall und des Fotografen Marcus Harpur. Die Autorin ist die Herausgeberin von "The Horticulturist", einem angesehenen Magazin über Gemüseanbau sowie "Herbs", einem Magazin, das sich mit dem Kultivieren von Kräutern befasst. Marcus Harpur hat für seine Fotos mehrfach Preise erhalten. Er fotografiert und beschreibt Gärten in ganz England. 

Das vorliegende Buch ist eine bemerkenswerte Reise durch 22 außergewöhnliche Gärten der Region "East Anglia", die im Osten Englands lokalisiert ist. Die Autorin fühlte sich von dieser idyllischen Gegend schon seit langem angezogen. Dort habe es schon immer kreative Gartendesigner gegeben. Zu den einflussreichsten zählen der Maler und Irisexperte Sir Cedric Morris sowie der Baumschulenexperte Alan Bloom und dessen Sohn Adrian. Auch die Pflanzenexpertin Berth Chatto wird in diesem Zusammenhang genannt. Sie hat sich auf den Anbau von Pflanzen in Problemlagen spezialisiert. 

In den Grafschaften von East Anglia- es handelt sich um Suffolk, Norfolk, Essex und Cambidgeshire gibt es sommerliche Trockenzeiten, einen starken Wind, trockene Sand- und Lehmböden, die im Sommer aufreißen und im Winter schlammig sind. Im Buch wird gezeigt, wie die einzelnen Gartenbesitzer mit den jeweiligen Herausforderungen umgehen und vom kleinen Hausgarten bis historischen Parkanlagen gestalterische Pläne umsetzen. 

Nicht alle vorgestellten Gärten sind für Besucher geöffnet und von daher wenig bekannt. Die 22 Gärten beeindrucken aufgrund ihrer unterschiedlichen Stilrichtungen, die alle Gärten in dieser Region repräsentieren. Die Geschichte und die spannend zu lesenden Geschichten besagter Paradiese, die sich  im Privatbesitz befinden, möchte das Autorenteam mit den Lesern teilen. Das gelingt durch die ausführlichen Beschreibungen und die traumhaften Fotos.

Seite für Seite ist dieses Buch ein Hochgenuss für alle, die ein Faible für Gartengestaltung haben, insofern macht es keinen Sinn einen der Gärten hervorzuheben. Lesen, betrachten, staunen und sich inspirieren lassen, darum geht es. 

Nicht unerwähnt soll bleiben: Die abgebildeten, häufig nicht mehr jungen Gartenbesitzer haben eines erkennbar gemeinsam: Einen freudigen und dabei dankbaren Gesichtsausdruck. Das sollte zu denken geben.

Sehr empfehlenswert. 
Helga König

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Die geheimen Gärten von East Anglia

Rezension: Blatt für Blatt- Steffen Guido Fleischhauer- AT Verlag

Dieses Nachschlagwerk des Autorenteams Steffen Guido Fleischhauer, Roland Spiegelberger und Claudia Gassner enthält Informationen zu über 800 Pflanzen, die man nach Blattformen und Blüten einfach bestimmen kann. 

Das Werk bietet ein neuartiges, eigens entwickeltes Blattformenregister. Dort  sind  die Pflanzen nach Blattformen sortiert. Sie lassen sich annähernd einer fortlaufenden Blätterreihe am Kopf der Seiten zuordnen. 

Diese Ordnung ist dem Buch zugrunde gelegt worden, weil die Blätter die Organe sind, die zeitlich am meisten an der Pflanze auftreten. Mit der stets darunter stehenden Pflanzenkennzahl wird auf die Pflanzenporträts verwiesen. Hier kann man anhand von einem Foto, präziser Zeichnung und dem Text die Merkmale im Detail genau vergleichen und bestimmen.

Für die erste Orientierung bietet die Sortierung der Blattformen in der vorderen Umschlagklappe Hilfe. 

Was es hier im Buch zu entdecken gibt, kommt einem Wunder gleich. Man lernt nicht nur bestimmte Pflanzen, sondern auch deren Nachbarn kennen, erfährt Näheres zur Verbreitung in Mitteleuropa, zum Artenschutz und zur Giftigkeit. Zudem werden Hinweise zur Nutzung als Nahrungs- Gewürz- oder Heilpflanze erteilt. 

Ein umfangreiches Register und ein Glossar botanischer Fachbegriffe und Abkürzungen runden diesen Pflanzen-Bestimmungsführer perfekt ab 

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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Rezension: Gärten des Jahres- Mely Kiyak- Konstanze Neubauer- Callwey

Dieser traumhafte Bildband präsentiert die 50 schönsten Gärten des Jahres 2017.

Vor der ausführlichen Beschreibung der Projekte hat Mely Kiyak eine mehrseitige Einleitung verfasst, dann wird der Garten vorgestellt, der den 1. Preis erhalten hat. Es handelt sich dabei um das Paradies von Petra Hirsch im Rheingau.

Dieser Garten wird genau beschrieben und es werden imposante Bilder davon gezeigt. Zudem kommentiert ihn das Jury-Mitglied Andreas Heidrich und macht verständlich, wodurch die Gestaltung dieses Gartens besonders überzeugt hat. Besagter Hofgarten wirkt mediterran und geheimnisvoll durch das viele Grün, speziell  durch den Buchs und den Efeu.

Es folgen weitere ausgezeichnete Gärten, darunter auch ein schmaler Stadtgarten. Dann geht es zu den Projekten. Diese zu studieren, bereitet viel Freude. 

Jeder der Gärten verfolgt ein spezielles Prinzip. Dabei befinden sich die  meisten Paradiese in Deutschland, einige in der Schweiz und in Österreich.  

Man erhält stets konkrete Daten zur Lage und Größe. Des Weiteren erfährt man, welche Firma geplant und welche den Plan umgesetzt hat. Schöne Bilder und gute Texterläuterungen, sowie Pläne machen dann letztlich klar, worum es geht. 

Zitate der jeweiligen Gartenplaner plus Foto runden die einzelnen Präsentationen ab. Besonders angetan bin ich von einem Garten in Stetten in der Pfalz. Hier wurde die Grenze zwischen gestaltetem Garten und umliegender hügeliger Landschaft aufgehoben. Der Übergang wurde mit Gräsern und Strauchgruppen fließend gestaltet. 

Es führt zu weit, all die Gärten hier kurz zu beschreiben. Angesprochen fühlt man sich von vielen und wir neugierig, wenn man Harmonie durch klare Formen versprochen bekommt. Will man Rückzug oder soll der Garten ein Ort der Begegnung sein? 

Viele Fragen werden durch das Buch, das höchst inspirierend ist, beantwortet. Die Adressen der Landschaftsbauer und Architekten werden dann - alphabetisch geordnet - zum Schluss genannt. 

Alles in allem ist es ein großartiges Werk, das mal wieder verdeutlicht, dass Gärtner die vermutlich glücklichsten Menschen auf dieser Welt sind. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Das kleine Buch der Zitruspflanzen- Elisabeth Sandmann

Die Autoren dieses schönen und dabei informativen Buches sind Andreas und Mina Honegger. Dr. Andreas Honegger ist Kolumnist der Neuen Züricher Zeitung, Autor und leidenschaftlicher Gärtner. Mit seiner Frau teilt er seine Liebe zu Zitruspflanzen. Deshalb hat Mina Honegger in der vorliegenden Publikation ihre Sammlung von Rezepten beigesteuert.

Das Werk ist in sieben Abschnitte untergliedert. Zunächst erfährt man Wissenswertes zur Herkunft, Botanik und Geschichte der Zitrusfrüchte, die heute rund um den Erdball verbreitet sind. In China werden diese Früchte seit 4000 Jahren schon kultiviert. Durch Alexander den Großen gelangten sie ins Mittelmeergebiet und verbreiteten sich dann dort im Laufe der Jahrhunderte. Bitterorangen und Pomeranzen verbreiteten sich zuallererst. Süße Orangen wurden von portugiesischen Seefahrern aus Indonesien nach Europa und von dort nach Amerika gebracht.

Dass Orangen mit der Weinraute und dem Currybaum verwandt sind, weiß sicher nicht jeder und auch nicht, dass die Bitterorange eine Kreuzung aus Pampelmuse und einer Mandarinensorte sind. Von Orangenhainen und Orangerien in vergangenen Zeiten, so etwa von der Orangerie von Versailles hat man schon gehört oder gelesen. Die meisten Besitzer von Orangerien soll  übrigens rasch die Sammelleidenschaft ergriffen haben. Deshalb auch benötigten sie geräumige Winterquartiere. So wurden Orangerien erbaut von jenen, die die Mittel dazu hatten, zumeist  vom Adel.

Man liest von den geeigneten Gefäßen für Zitrusfrüchte Wissenswertes, um sich dann mit Orangen und Früchten in der Literatur zu befassen, natürlich auch mit Goethes Lied der Mignon und auch mit einem lesenswerten Reisebericht des Schriftstellers D.H. Lawrence, den er 1912/13 am Gardasee verfasste.

Zitrusfrüchte als Objekte der Kunst werden thematisiert. Sehr schön ist van der Veldes "Weinglas und angeschnittene Zitrone" aus dem Jahre 1649, der die Wertigkeit der Frucht zu damaliger Zeit erahnen lässt. Gut erklärt werden die Tipps für die Pflege von Zitruspflanzen nördlich der Alpen, auch Krankheiten bei Zitrusbäumen kommen zu Sprache. Erläutert werden zudem der Duft der Blüten und die Nutzung der Früchte für die Parfümerie und für die englische Teetradion. 

Ein Rezept für "Ramos Gin Fizz" macht neugierig. Weitere Rezepte zum Kochen und Backen und auch für Drinks an der Bar machen dann noch neugieriger. Jetzt will man zur Tat schreiten.

Nennen möchte ich den "Salat aus Orangen und Fenchelscheiben", das "Zitronenrisotto“, aber auch die "Mediterranen Fischfilets mit Oliven und Zitronen". Alles ist sehr delikat zubereitet und problemlos nachkochbar. Die "Kalbsfilets mit Zitronen-Rahmsauce" eignen sich übrigens gut zu Spargelgerichten. Tolle Dessertrezepte wie etwa "Crêpes Suzette" machen beim Lesen schon Appetit.

Was noch?  Dass die Früchte von Chinotto die Grundlage für Erfrischungsgetränke sind, weiß sicher auch nicht jeder. Diese Früchte wachsen in Vietnam, mittlerweile auch in Ligurien. 

Für Heilzwecke und in der Kosmetik werden Zitrusfrüche fernerhin  gebraucht. Bereits zwei Orangen decken unseren Vitamin C Gehalt für einen Tag. 

Zu Ende des aufschlussreichen Buches lernt man im Rahmen von Einzelporträts Arten und Sorten von Zitrusfrüchten kennen. Diese werden sehr gut beschrieben und dokumentieren, dass es noch viel zu erkunden gibt. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Buchhandel erhältlich

Rezension: Traumhafte Landgärten durch die Jahreszeiten- Martina Meidinger-Callwey –Fotos von Evi Pelzer

Martina Meidinger, die Autorin dieses inspirierenden Werkes ist Landschaftsgärtnerin. Sie hält Vorträge und leitet Seminare rund um den Garten. Ihre informativen Texte im Buch werden von einer Fülle schöner Fotos begleitet. Diese hat die Landschaftsfotografin Evi Pelzer realisiert. 

17 traumhafte Landgärten kann man ausgiebig studieren Sie sind ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte wegen den vier Jahreszeiten zugeordnet. Anhand  eines phänologischen Kalenders lernt man die "10 Jahreszeiten" des Jahres kennen, die in 4 Phasen- nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter untergliedert sind. 

Der Frühling ist in die Jahreszeiten Vorfrühling (März), Erstfrühling (April) und Vollfrühling (Mai) unterteilt. Anhand von ausgesuchten Gärten lernt man typisch Jahreszeitliches kennen und kann sich mittels der schönen Fotos einen Eindruck verschaffen,  beispielsweise über Bäume und Sträucher, die sehr zeitig blühen wie etwa Magnolien (Erstfrühling), zu deren Gattung ungefähr 230 Arten zählen. 

Im Vollfrühling dann ist es möglich u.a. Rhododendren und Azaleen zu bewundern. Der Garten Maier und Rottenberger eignet sich hierzu bestens, wie die Gartenpräsentation im Buch verdeutlicht. Über Maigrün im Schattengarten erfährt man Wissenswertes und kann sich diesbezüglich  mit zauberhaften Gestaltungsideen anfreunden, um anschließend in einem anderen Garten wunderschöne Farbbeete kennenzulernen. Bunte Frühblüher wirken weniger grell, wenn man sie mit weiß blühenden Pflanzen mischt und viel Grün dazu gibt, so etwa Blattschmuckstauden und Farne. 

Unmöglich die vielen Informationen im Buch über die jahreszeitlichen Gartengeheimnisse hier wieder zu geben. Alle phänologischen Gartengestaltungsideen sind ein Traum. Prachtvolle Stauden, Rosen, Rittersporn und Clematis beeindrucken im Frühsommer, dann sorgt der Garten Mayer im Hochsommer für kühle Eleganz, weil er Weiß- Grün gehalten ist. Ein weißer Garten- und das wird im Buch erkennbar- strahlt Romantik und Ruhe aus. 

Gelungen auch ist die Präsentation "Gärtnern auf dem Bauernhof" im Hoch und Spätsommer. Topfpflanzen und Stockrosen werden hier u.a. hervorgehoben aber auch Gaumengenüsse.

Es macht viel Freude, in all die Paradiese Einblicke geschenkt zu bekommen, auch in die herbstlich anmutenden Gärten mit den typischen Pflanzen und Blumen, den Farben und all dem, was uns lächeln lässt. Selbst der Winter bleibt nicht ausgespart im jahreszeitlichen Reigen. Kurzum: Staunen ist angesagt.

Neben vielen Gestaltungsideen und hilfreichen Tipps, ist das Buch ein Juwel der schönen Bilder wegen. 

Sehr empfehlenswert 

 Helga König

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Rezension: Bonsai ziehen, gestalten und pflegen- Johann Kastner- GU

Johann Kastner, der Autor dieses Werkes ist Bonsai-Lehrer und hat seine Prüfung an der Hamano Bonsai Schule in Japan abgelegt. Im vorliegenden Buch, das über 200 Farbfotos enthält, befasst sich der Bonsai-Lehrer zunächst mit Planungsfragen. Hier erläutert er wie man Bonsai-Pate wird und welche Tipps man als Einsteiger beachten sollte. 

Die Gestaltung eines jeden Bonsai beginnt  mit einem Blick auf sein Vorbild in der Natur. Die Bäume in der Natur zeichnen sich durch verschiedene Wuchstypen aus. Diese werden beim Bonsai-Gärtnern nachempfunden. Deshalb teilt man die Gestaltung in sogenannte Stilformen ein. Über diese Formen wird man ausführlich informiert, kann sich dann mit dem Aufbau eines Baumes befassen und sich beispielsweise anhand einer Grafik klar machen wie Jahresringe entstehen. 

Die Wurzeln als Basis, der Stamm als geniale Konstruktion und das Laub als Energiefabrik zeichnen jeden Baum aus, der sich mittels Blüten und Früchten fortpflanzt. Sehr gut erläutert werden die Wachstumsgesetze der Bäume und die Methoden wie man einen schönen Bonsai gestaltet. Es wird gezeigt, welche Schalen dazu passen und wie man den Bonsai in Szene geschickt setzt. 

Das nötige Werkzeug kommt zur Sprache und  auch die artgerechten Standorte. Zudem wird erklärt wie man die Bäumchen richtig gießt, welche Substrate und Nährstoffe sie brauchen und welche Schädlinge und Pilzkrankheiten sie bedrohen können. 

Man lernt wie man den Bonsai über den Winter bringt und kann sich in Expertentipps rund um die Planung einlesen. 

Im 2. Teil dann geht es um Grundtechniken der Gestaltung. Thematisiert werden harmonische Wuchsformen, Reduktionsmethoden bei älteren Pflanzen und die Aufbaumethode bei jüngeren Pflanzen. Diese Methoden bereiten die Pflanzen bis zu 10 Jahre vor, um dann die endgültige Form als Bonsai herauszuarbeiten. Hierzu zählen dann die Techniken, die den Ansatzwinkel der Äste am Stamm korrigieren. 

Man lernt im Rahmen der Kunst des Formens die goldenen Drahtregeln kennen, auch wird man mit dem Form- und Erhaltungsschnitt vertraut gemacht. Fachgerechtes Ein- und Umtopfen und weiterführende Techniken führen immer intensiver die die Bonsai-Wissenschaft ein. 

Anhand von Beispielen wird Erstgestaltungen an unterschiedlichen Bäumen dargestellt, so auch an einem Granatapfelbaum, der nach 45 Jahren von seiner Schönheit her wahrlich beeindruckt.

Im Kapitel "Porträts" werden 22 beliebte Bonsai portiert. Man erfährt jeweils Näheres zu: Herkunft, Merkmale, Substrat, Dünger, Pflege, Wuchs, Stilform, Schnitt & Form und Tipps. 

Nach der Lektüre des Buches ist mein Respekt vor Bonsaigärtner riesengroß, denn die Pflanzen benötigen unendlich viel Pflege und Liebe, um sich über die vielen Jahre hinweg zu Schönheiten zu entwickeln. Dabei ist die Geduld der Gärtner ist mehr als beachtlich. 

Sehr empfehlenswert

 Helga König

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Rezension: Mediterrane Gärten gestalten- Oliver Kipp

Dieses reich bebilderte Buch ist genau die richtige Lektüre für die bevorstehende Herbst- und Winterperiode. Unterglieder ist das Werk in drei große Abschnitte:

Der Traum vom Süden 
Mediterrane Gärten gestalten 
Boten des Südens 

Wie man erfährt, basieren die meisten Vorschläge auf Vorbildern aus der Geschichte und der jüngeren Vergangenheit Italiens, Spaniens, Portugals, Frankreichs und Italiens. Dabei handelt es sich bei vielen der präsentierten Gärten um Prototypen, die beispielsweise für eine Gartenausstellung wie die weltberühmte Chelsea Flower Show erbaut wurden. 

Historisch gesehen sind für die mediterranen Gärten die Grünanlagen der Alhambra wichtig. Über den maurischen Stil erfährt man in der Folge Wissenswertes. Dabei ist der Dreiklang von Gelb und Grün mit leuchtendem Blau typisch maurisch. Mittels historischer Impressionen erhält man dann eine visuelle Vorstellung vom mediterranen Flair. 

Drei Typen mediterraner Gärten werden näher erörtert: 
Der Klassische Garten 
Der Moderne Garten 
Der Liebhabergarten 

Diese Gartentypen werden ausführlich und sehr gut vorgestellt und es wird gezeigt wie man beispielsweise die Weite eines klassischen mediterranen Gartens in das eigene Umfeld holt und auch wie man Orte der Sehnsucht privat erleben und genießen kann.

Bestens erläutert werden die klassische Raumaufteilung und die klassisch mediterrane Bepflanzung, auch über den Duft des Südens erfährt man Wissenswertes und liest über das geeignete Mobiliar für den klassischen Garten. Dazu zählen große Terrakottatöpfe, bepflanzt mit Orangen und Zitronen sowie beispielsweise schöne Brunnennischen. Doch auch der moderne mediterrane Garten hat seinen eigenen Reiz, in den man sich im Buch vertiefen kann, wenn man die entsprechenden Bilder bestaunt. Allerdings finde ich die mediterranen Liebhabergärten letztlich reizvoller. 

Hier begeistern atemberaubende Pflanzengesellschaften. Es ist der Boden, der das Gesicht eines solchen Gartens bestimmt. Vorgestellt werden hier exotisch üppige aber auch karge Bepflanzungen. 

Im  2. Teil  geht es um Sitzplätze und Mobiliar sowie um mediterrane Mauern, auch über das Wechselspiel von Flächen und Linien wird man informiert. Spannend sind die Betrachtungen der Farben aber auch der Pergolen, Pavillons und Gartenhäuser. 

Wunderschön sind die mediterranen Accessoires. Sie faszinieren ganz besonders und hier speziell die Kacheln. Vorgestellt werden u.a. schöne Pflanzengefäße und man wird über typische Kübelpflanzen informiert, auch Beleuchtungsideen sind ein Thema und wie könnte es anders sein das Wasser. 

Sich mit all dem näher zu befassen, bringt viel Freude. Vor allem aber ist es ein Fest für die Augen, Beete und Pflanzenkombinationen zu studieren und sich mit traumhaft schönen Pflanzen und Blüten zu befassen, unter diesen auch der Erdbeerbaum und die Myrte. 

Ein gelungenes Gartenbuch, das dazu verhilft, den Garten den veränderten Temperaturen anzupassen. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: Gärten an den Italienischen Seen-Steven Desmond, Marianne Maierus

Autor dieses reich bebilderten Buches ist Steven Desmond. Er studierte Landschafts- und Gartendenkmalspflege. Heute leitet er Gartenreisen, hält u.a. Vorträge an der Universität Oxfort und berät den National Trust bei der Erhaltung historischer- Park- und Gartenanlagen. 

Marianne Maierus gilt als eine der besten Gartenfotografinnen der Welt. Für ihre Arbeiten wurde sie vielfach ausgezeichnet. 

Dieser Bildband ist in zwei große Teile untergliedert. Im ersten Teil werden paradiesische Gärten am Lago Maggiore und im zweiten ebensolche Traumgärten am Comer See vorgestellt. 

Der Reiz der gezeigten Gartenwelt liegt in der Vielfalt. Einige der Anlagen sind sehr alt und umhüllt von Allegorien und Symbolik. Ins Leben gerufen wurden diese Paradiese von italienischen Fürsten, ausländischen Adeligen und Personen, die sich ihr eigenes Eden erträumten. 

Man liest zunächst Wissenswertes über den Lago Maggiore, der im 19. Jahrhundert für Reisende aus dem Norden Europas ein Traumziel war. Die Gärten dort beeindrucken durch üppiges Pflanzenwachstum und eine Vielzahl von Pflanzen, die aus der ganzen Welt zusammen getragen worden sind. 

In der Folge lernt man neun Paradiese kennen, die allesamt ausführlich beschrieben werden. Zu diesen gehören die "Isola Bella", die "Isola Madre", die "Villa Taranto" und andere Refugien mehr. Die Bilderwelten sind von solch einer Schönheit, dass man sie immer wieder anschauen mag und sich nach den Orten zu sehnen beginnt.

Im zweiten Teil liest man zunächst Allgemeines über den Come See, dessen Ruhmesära Ende des 18. Jahrhunderts mit den Romantikern seinen Höhepunkt erreichte. Vorgestellt werden  dann acht Paradiese, die von eben solcher Schönheit sind wie jene am Lago Maggiore.  

Das Buch führt in die Träume anderer Zeiten, die von  hervorragenden Gartenkünstlern visualisiert worden sind und uns noch immer erfreuen. Sie lassen erkennen, dass Poesie und Natur eine Einheit bilden. Selbst wenn man die Gärten, nie besuchen wird, bleiben sie in Erinnerung und  bilden die Kulisse für unsere Tagträume.

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: Parkomanie- Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz- Prestel

Dies ist das Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung "Parkomanie- Die Gartenlandschaften des Fürsten Pückler in Muskau, Babelsberg und Branitz", die vom 14. Mai bis zum 18. September 2016 in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt wird. 

Den vielen Abbildungen wurden Texte unterschiedlicher Autoren beigegeben. 

Die Einleitung zum Buch hat Rein Wolfs verfasst. Er ist Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Von ihm erfährt man, dass in der Ausstellung und im Buch die Gestaltung des Landschaftsparks des Fürsten Pückler ins Zentrum der Betrachtung gerückt wird, weil sie ein Stück europäischer Kulturgeschichte erzählt. 

Es sind die nach englischen Vorbildern angelegten Landschaftsparks Muskau, Babelsberg und Branitz,  die als Meisterwerke gelten und zwischenzeitlich zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. 

Die Ausstellung überkreuzt nicht nur die künstlerischen Genres, sondern auch unterschiedliche philosophische und politische Denkmuster, mit denen sich Pückler intellektuell befasste. Auch wird das grenzüberschreitende Element seiner bemerkenswert offenen Geisteshaltung deutlich. 

In den Textbeiträgen erfährt man zunächst mehr zum Künstlerleben des Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). Wie man liest,  führte  bei ihm mangelnde elterliche Zuwendung und verfehlte Erziehungsversuche in eine Verkettung von Misserfolgen als Lehrerschreck, Studienabbrecher, Schuldner und gescheiterter Gardehusar, doch dann kam es zur Transformation. Pückler wurde produktiv. In der Transformationsphase durchwanderte er vier Jahre hindurch Deutschland, Böhmen, Österreich, die Schweiz, Frankreich und Italien, was seine Interessengebiete beförderte. Diese waren: Gärten, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Religion, die literarische Technik des Briefjournals. 

1811 übernahm er nach dem Tode seines Vaters die Standesherrschaft und gestaltete von da an sein Erbe um. Es führt zu weit an dieser Stelle Pücklers Leben nachzuerzählen und den empfehlenswerten Ausführungen Ulf Jakobs vorzugreifen. 

Man erfährt in der Folge Wissenswertes zur Gartenkunst und Landschaftsmalerei seitens Iris Lauterbach. Hier sollte man wissen, dass Fürst Pückler in der Gartenkunst Naturmalerei sah und sich dazu auch in seinem gartentheoretischen Werk "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" ausließ. 

Man liest in diesem Zusammenhang Näheres über die Instrumente des Gartenkünstlers, über die Parkperspektiven und die dahinter stehende Idee. Im weiteren Verlauf des Buches wird man ausführlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass Pückler die Gartenkunst der gebildeten Welt zugänglich gemacht hat und auch dass die Professionalisierung des höheren Gärtnerberufes nicht zufällig mit der Landschaftsgärtnerei Hand in Hand ging. 

Wahrlich imposante Bilder von der Parkanlage in Muskau verdeutlichen, worum es Pückler ging und worin  Pücklers Kunst bestand. Ausführlich kann man sich dann mit der Entwicklung des Muskauer Parks von 1815 bis 1945 und danach befassen. Diese Beiträge  sind sehr packend geschrieben und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck von dem, was man immer wieder gerne bewundert: die Gartengestaltung auf höchstem Niveau. 

Ein Text im Buch ist Lucie Fürstin von Pückler-Muskau, der Frau an Pücklers Seite gewidmet und man hat auch Gelegenheit, etwas über des Fürsten Werk "Andeutung über Landschaftsgärtnerei" zu erfahren. Es folgen Bilder von Babelsberg und dem dortigen Engagement Pücklers. Auch liest man Näheres zur Bewahrung und Wiederherstellung des besagten Parks im UNESCO-Welterbe und kann sich optisch mit dem Park in Branitz befassen, der als die grünste Oase gilt. 

Zudem erfährt man Näheres über die Großbaumbepflanzung à la Pückler und seinen Einfluss auf die Gartenkunst in Frankreich. Weder seine Tafelbücher, die berühmte, nach ihm benannte Eiscreme noch die von ihm kultivierte Ananas bleiben unerwähnt und schlussendlich  kann man auch etwas über seine Pyramiden lesen, in deren Bau sich sein Wunsch verbarg, der Vergänglichkeit zu trotzen.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch und Juwel für Gartenbuchenthusiasten. 

Helga König

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Rezension: Gestalten mit Pflanzen- Das Grosse Handbuch- Matt James-Callwey

Dieses reich bebilderte Gartenhandbuch ist in acht große Kapitel untergliedert. Dabei geht es zunächst um Themen wie Klima & Mikroklima, Exposition&Himmelrichtung, auch um die Bestimmung des ph-Wertes des Bodens, um Bodenverbesserungsmaßnahmen, die Beleuchtung des Bestands, um die Gartennutzung und hier auch darum, wie man den Pflegeaufwand eingrenzt. 

Man lernt die Pflanzenpalette kennen, erfährt mehr zum besten Laubgehölz und alles über Bäume, so auch über die Wurzeln, über Sträucher, Nadelgehölz, Hecken, über Kletterpflanzen. Rosen kommen in ihrer Vielfalt zur Sprache und Stauden, auch Gräser und Bambus, des Weiteren Zwiebel-Knollenpflanzen, ein- und zweijährige Pflanzen, zudem Farne und Teichpflanzen. Man staunt, wie gut man über alles informiert wird. 

Die Aufgaben der Pflanzen im Garten werden kommuniziert. So sorgen sie für Sicht- und Windschutz, für Schatten und Privatsphäre und helfen uns dabei unliebsames Wildkraut zu bezähmen. Erosionsschutz, Sicherheit, Lärmschutz, Bodendecker, Duftpflanzen etc, kommen zur Sprache, aber auch Pflanzen als Raumteiler sind ein Thema. 

Fernerhin geht es um Gestaltungsstile. Hier erfährt man mehr über den formalen Garten, den Cottagegarten, den Nutzgarten, auch über urbane Gärten, italienische und japanische Gärten sowie über viele andere Paradiese und erhält zahlreiche Tipps und Gestaltungskniffe, bevor man sich mit den 9 Regeln für Gestaltung mit Pflanzen befassen kann. 

Über Wuchsformen kann man sich kundig machen und auch über Farben und deren Wirkung. Dann lernt man zudem Farben zu kombinieren und Kontraste herzustellen. Farben und Texturen werden ausführlich erläutert, auch der Duft und danach die Anlage und Planung von Beeten. 

Es führt zu weit, dies im Rahmen der Rezension zu  thematisieren. Gelobt werden müssen die zahlreichen Gartenpläne zum Schluss, die dieses hilfreiche Buch gewissermaßen abrunden, gerade in Verbindung mit brauchbaren Pflegehinweisen. 

Wer dieses Buch besitzt, hat ein Werk in der Hand, mittels dem ein tatsächlich schöner Garten entstehen kann, der durch seine Nachhaltigkeit überzeugt. 

Was will man mehr?

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Über den Dächern- Die schönsten Gärten und Terrassen-teNeues

Dieser traumhaft schöne Bildband von teNeues präsentiert 25 Dachgärten und Dachterrassen aus der ganzen Welt. 

Ashley Penn schreibt eingangs, dass Gründächer nach zwei Kategorien unterschieden werden: extensiv und intensiv. Dabei muss man wissen, dass extensive Gründächer nicht viel wiegen und insofern leicht auf Bestanddächern jeder Größenordnung angebracht werden können, d.h. konkret von der Gartenlaube über große Häuser bis hin zum Gewerbebau. Besagte Dächer bestehen aus einer dünnen Schicht Pflanzensubstrat oder Erdreich, über einem mehrlagigen Aufbau aus Dachabdichtung, Dämmung, Filtervliesen und Wasserspeichern. Weil die Substratschicht sehr dünn ist, ist die Auswahl der Pflanzen auf flachwurzelnde Arten beschränkt. 

Extensive Gründächer benötigen nur wenig Pflege und selten Bewässerung. Diese Begrünung bietet wild lebenden Tieren vielfältige Lebensräume. Die extensiven Gründächer können eine gewisse Menge Niederschlagswasser zurückhalten und Überschwemmungen abmildern. Die Erd- bzw. Substratschicht ist dicker, sodass selbst Bäume dort wachsen können. 

Zum Teil bilden Dachgärten und Dachterrassen integrale Bestandteile der Architektur,  wie Beispiele deutlich machen. 

Im vorliegenden Buch werden anhand von 35 Wohnbauprojekten in aller Welt der gesamte Facettenreichtum von Gründächern und Dachgärten vorgestellt. Dabei wird jedes Projekt umfassend in Augenschein genommen, d.h. die verwendeten Pflanzen und Materialien werden betrachtet aber auch die räumlichen und ästhetischen Effekte, die durch die Gestaltung erzielt wurden. 

Der Bildband schenkt viel Inspiration für eigene Gartenprojekte und macht neugierig auf das Wohnen in Großstädten, das offenbar durchaus auch paradiesisch sein kann, wenn man die richtigen Weichen stellt.


Empfehlenswert 

Helga König 

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Rezension: Shakespeares Gärten- Jackie Bennet – Fotos von Andrew Lawson- Gerstenberg

Dieses reich bebilderte Gartenbuch ist eine Teamarbeit der Gartenbauarchitektin und Landschaftshistorikerin Jackie Bennett sowie des Fotografen Andrew Lawson. 

Das Werk thematisiert Gärten, die der Dichter William Shakespeare als Kind und Erwachsener kannte. Entstanden ist das Buch in Zusammenarbeit mit dem Shakespeare Birthplace Trust, der die Häuser Shakespeares verwaltet und viele Bücher und Dokumente über den Dichter besitzt. 

Zu Lebzeiten des Poeten wandelte sich der Garten von einem unerlässlichen Stück Nährland zu einer eleganten Blumenbühne. In  den Schauspielen und Sonetten des Dichters finden viele Blumen und Pflanzen Erwähnung. 

Shakespeares Gärten präsentieren sich heute mit Gestaltungselementen der Elisabethanischen und Jakobitischen Zeit. Allerdings sind sie keine Nachahmungen von Gärten des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. 

Dem Autor ist es gelungen, durch dieses Buch einen Aspekt von Shakespeares Leben anhand seiner Gärten zu veranschaulichen. Dabei zeigt er wie die Gärten zu  Shakespeares Lebzeiten aussahen, wie sie sich verändert haben und was der Dichter über Gartenkultur und Pflanzen wusste oder wissen konnte. 

Zur Sprache gebracht werden die Tudorgärten, der Garten in Shakespeares Geburtshaus, auch die Kunst des Landbaus in jener Zeit, die Blüte des Cottage- Gartens, Shakespeares Gärten in London und etwas über die Kraft der Pflanzen beispielsweise. Über Rosen, Narzissen, auch Küchenkräuter in damaliger Zeit erfährt man Wissenswertes und wird mit einer Fülle beeindruckender Bilder vertraut gemacht, die uns in Shakespeares imposante Gartenwelt versetzen. 

Zudem liest man über die essbaren Grünpflanzen in der Tudorzeit und über Schlüsselblumen, die in des Dichters Werk eingebunden sind. Ophelias Kranz ist ein Thema. Er war übrigens ein Symbolik dafür, dass das Leben mit dem Tod nicht zu Ende geht. Welche Blumen in besagtem Kranz  eine Rolle spielten, bleibt auch nicht unerwähnt.

Interessant sind  zudem die Informationen zu Shakespeares Maulbeerbaum, den er in zwei seiner Dramen  nennt.

Dies ist ein gelungenes Gartenbuch, das nicht nur Shakespeare- Freunde begeistern wird. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König  

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Rezension: Gestaltung mit Hochbeet- Victoria Wegner, Heidi Lorey- Callwey

Dr. Heidi Lorey ist Gartenbauingenieurin und arbeitet als freie Gartenbuchredakteurin und Buchautorin. Sie hat gemeinsam mit der Gartenbuchautorin und Gartenredakteurin Victoria Wegner dieses schöne und dabei reich bebilderte Gartenbuch auf den Weg gebracht. 

Das Thema des Werks sind Hochbeete. Diese erweisen sich als spannendes Gestaltungselement im Garten und erlauben es, Gartenräume einfallsreich zu gliedern. Es werden nicht nur Gemüse, sondern auch Gräser, Stauden, einjährige Sommerblumen, Sträucher und sogar Hölzer kultiviert. 

Anhand von 20 individuell gestalteten Gärten werden die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten und Gestaltungsvarianten von Hochbeeten in städtischen und ländlichen Bereichen gezeigt. Man lernt u.a. die Gestaltung für einen schattigen Innenhof in der Stadt kennen. Dabei spielen Blüten bei der Bepflanzung eine untergeordnete Rolle, stattdessen prägen Strukturpflanzen in unterschiedlichen Grüntönen die Beete. 

Gezeigt wird ein Hochbeet auf dem Gemüse angebaut wird und wie unabhängige Selbstversorgung in der Metropole funktioniert. 

Bemerkenswert ist der Hochbeetgarten nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten. Er ist eine Kreation des belgischen Landschaftsgärtners Alain Dor. Dieses Paradies und alle anderen Gärten werden ausführlich erklärt und mittels Fotos dem Leser nahegebracht. 

Sehr schön sind die Inspirationen aus dem Keukenhof in den Niederlanden. Dort werden farbenfrohe Zwiebelpflanzen kreativ in Szene gesetzt. Das Blütenmeer beeindruckt speziell alle Gartenliebhaber mit Sinn für Buntes. 

Man ist Seite für Seite erstaunt ob der Fülle der Hochbeete und entsprechend neugierig wie diese praktisch gestaltet werden. Im Praxisteil erfährt man mehr über das Baumaterial, die Bepflanzung und Pflege. All das wird ausführlich und sehr gut erläutert. 

Bei den vorgestellten Pflanzen,  Gemüsesorten, Kräutern und Früchten  wird man jeweils  auf die Größe, den Schmuckwert,  die Pflege und den Standort aufmerksam gemacht. 

Für Erdbeeren ist ein Platz im Gemüsehochbeet ideal. Vielleicht sollte man  mit Erdbeerpflanzen beginnen, bevor man  sich  zum Hochbeetspezialisten  entwickelt.

Sehr empfehlenswert. 

Helga König

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