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Rezension: Englands schönste Gartenschätze- Kathryn Bradley-Hole- Callwey


In diesem traumhaft schönen, reich bebilderten Gartenbuch mit einem Vorwort von Duke of Devonshire und einer Einleitung der Autorin Kathryn Bradley-Hole werden, wie sie zu recht schreibt, Gärten präsentiert, die über ganze Wagenladungen an Magie, Suggessionskraft, Dufterlebnisse und ohne Zweifel auch an Geheimnissen verfügten. Es handele sich um die Quintessenz englischer Gartengestaltung in ihrer erstaunlichen Vielfalt, Kreativität und Inspirationskraft.Das macht neugierig!

Das Werk enthält 15 Kapitel. Formschnitt; Kirchliche Gärten; Formale Gärten; Im Überblick: Parks Wasserstimmungen; Cottage-Gärten; Pflanzensammlungen und –sammler; Im Überblick: Gewächshäuser; Küchengärten; Schnittblumengärten; Im Überblick: Rasen; Arts-and Crafts-Gärten; Rosengärten; Restaurierung und Neuerfindung, Moderne Gärten.

Jedes Kapitel beginnt mit einem ausführlich erläuternden Teil, worum es in den jeweils fokussierten Gärten oder bei Parks oder Gewächshäusern geht. Alsdann folgen bei den Gärten stets Beispiele sehr informativen textlichen Inhalts und phänomenal schöne Fotos. 

Ich staune Seite für Seite und verliebe mich in die gezeigten "Cottage-Gärten", die sehr gut erläutert werden, die der vielen Blumen wegen, Ausdruck eines nie enden wollenden Sommers sind. 

Spannend auch ist in dem Kapitel über Pflanzensammlungen und Sammler die Präsentation und Geschichte des Blütenmeers aus Rhododendren und Azaleen in "Leonardsee" in West Sussex, die dort im Laufe der letzten 200 Jahre gesammelt wurden. Dann die "Küchengärten", wie etwa "Gravetye Manor" in West Sussex, in dem nicht nur Gemüse, Kräuter und Salat angebaut wird, sondern wunderschöne Blumen blühen, so etwa prachtvolle Lupinen und Mohnblumen, die viel Freude schenken. 

In speziellen Schnittblumengärten wie "Parham House" werden Schnittblumen von besonderer Qualität kultiviert, so z. B. repräsentative Gladiolen, aus denen gemeinsam mit anderen Sommerblumen wunderschöne Gestecke gestaltet werden.

Seite für Seite werden Gartenträume vorgestellt, so natürlich auch Rosengärten. Man liest in besagtem Kapitel viel Wissenswertes über die Geschichte der Rosengärten, erhält u.a. Einblicke in den Garten "Elsing Hall" in Norfolk und darf staunen. 

Staunen und bewundern sind die Tätigkeiten, die durch dieses Buch Hochkonjunktur erhalten. Wer sich Gutes tun möchte, sollte diesen informationsreichen Bildband immer und immer wieder zur Hand nehmen, sich inspirieren lassen und sofern möglich, sich ein eigenes Paradies gestalten. Gartenschätze erfreuen Naturfreunde mehr als  alles andere, nicht nur in England.

Helga König

Rezension: Gärten des Jahres 2026-Susanne Wiborg- Konstanze Neubauer- Callwey


Das Autorenteam Susanne Wiborg und Konstanze Neubauer haben dieses informative und dabei bildereiche Gartenbuch verfasst. Dabei hat Susanne Wiborg die mehrseitige Einleitung geschrieben. Sie bezieht sich auf Gedanken des Dichters Hugo von Hofmannsthal und kommt zum Ergebnis, dass Garten und Literatur unzertrennlich sind, beide seien ein menschengeschaffener Spiegel und Abglanz der Welt. Ein Gärtner mache das mit seinen Sträuchern, was ein Dichter mit Worten erreiche: er stelle sie so zusammen, dass sie zugleich neu und seltsam erscheinen und zugleich auch wie zum ersten Mal ganz sich selbst bedeuteten, sich auf sich selbst besinnen würden. 

Ich lese in der Einleitung Sätze, die mich sehr erfreuen, so etwa: "Ein alter Garten ist immer beseelt. Der seelenloseste Garten braucht nur zu verwildern, um sich zu beseelen" oder noch besser: "Und darum geht es bis heute: um die Freude." Wie wahr!

Es ist wahr, dass sich Sensibilität nicht erzwingen lässt und Bezug zur lebendigen Umwelt nicht selbstverständlich ist. Susanne Wiborg und alle, die an diesem Buch mitgearbeitet haben, möchten mit diesen "Gärten des Jahres 2026" anregen, unterstützen und fördern. 

Man lernt zunächst die Jury in Wort und Bild kennen, zudem die 14 Partner und kann sich dann in die Laudatio von Burkhard Damm für den 1. Preis, der an die Daniel Berg GmbH erging, vertiefen. Ausgezeichnet wurde die Fähigkeit, Topographie, Panorama und Ruhe des von ihm gestalteten Gartens, die diesen zur einstimmigen Einheit verweben. Man lernt diesen in Luzern gelegenen Traumgarten in Wort und Bild kennen. Ein kleiner Lageplan und wesentliche Details werden auch genannt. Hier lese ich nicht zuletzt, dass Ferdinand Graf von Luckner, mit dem ich zu einem anderen Buch vor einiger Zeit bereits ein Interview realisieren konnte, die eindrucksvollen Fotos gemacht hat. Ein Zitat von Daniel Berg rundet die Präsentation ab. 

Es folgen vier Anerkennungen, ein Newcomer, vorgestellt ebenfalls mittels Laudatio, der jeweiligen Beschreibung des Gartens, schönen Fotos, einem kleinem Lageplan, Detailinfos und einem Zitat des Gestalters oder der Gestalterin. 

Dann lese ich begeistert, dass der Fotografie-Preis in diesem Jahr an Ferdinand Graf Luckner erging. Die einfühlsame Laudatio hat Christiane von Burkersroda verfasst. Sie erläutert gut nachvollziehbar wie Luckners Bilderzählung entsteht und weshalb seine Sprache das Licht sei. Was sie meint, kann man anhand seiner Arbeiten im Buch gut nachvollziehen.

Im Rahmen der dann folgenden 44 ausgezeichneten Projekte werden auflockernd und informativ zugleich hochwertige Produkte für den Garten vorgestellt, die die Planerinnen und Planer empfehlen, als da sind: Bodenbelag, Gartenmöbel, Außenbeleuchtung Smart Gardening, Outdoor –Küchen Grillplätze und Sonnenschutz sowie Accessoires. 

Die 44 Gärten wurden von unterschiedlichen Gestaltern kreiert. Alle Gärten sind sehr gut beschrieben und stets gibt es auch ein Zitat der jeweiligen Planer, einen kleinen Lageplan, Detailinfos, darunter auch immer den Namen des Fotografen und tolle Fotos vom fokussierten Garten. 

Es sind stets die Zitate und Bilder die mich neugierig auf einen Garten machen, so etwa Peter Bergs Worte "Die Natur ist in allen Lebenslagen unser Lehrmeister, und ohne Naturverständnis gibt es keine Ästhetik". Beeindruckt hat mich seine Kreation eines bis dato nicht nutzbaren Steilhangs für einen naturnahen Garten in Miesbach. 

Ebenfalls beeindruckend ist der Garten, den die Gartenkultur AG im Wallis gestaltet hat. Das Team bringt es mit dem Satz auf den Punkt "Zwischen Föhren und Felswänden entsteht ein Gefühl von Geborgenheit, Ruhe und landschaftlicher Weite." Die Fotos von Daniel Ilabaca bestätigen das. 

Hervorheben auch möchte ich das Werk der Gartengestalterin Ilka Mahro. Sie fasst zusammen: "Filigrane Leichtigkeit, erzeugt durch Stauden und Gräser werden zu den jeweiligen Jahreszeiten auf verschiedenen Ebenen erlebt." Der 330 m² große Garten wirkt in seiner filigranen Leichtigkeit fast ein wenig wie ein Feengarten. 

Unmöglich, über all die Gärten im Buch etwas im Rahmen der Rezension zu schreiben...  Inspiration findet man in allen Präsentationen zuhauf. Ein Prachtband, ohne Zweifel!

Neben weiteren Informationen rund um  das Gartendesign, gibt es einen sehr lesenswerten Trend-Report 2026. Wie geht man mit Wetterextremen um? Wie gestaltet man Kleinstgärten? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die sich für die Zukunft auftun.

 Adressenmaterial gibt es zum Schluss ohne Ende. 

Wer jetzt nicht beginnt, tut es nie! Das Buch hat alles, was man braucht, um keine Fehler zu machen. Von daher: Lesen und danach handeln.

Helga König

Rezension: Die schönsten Gärten Frankreichs-Stéphane Marie -Gerstenberg


In diesem sehr schönen, reich bebilderten Gartenbuch werden 27 Traumgärten vorgestellt. Diese befinden sich in Frankreich und zwar in den Regionen: Bourgogne Franche Comté, Bretagne, Centre Val de Loire, Grande Est, Haute de France, Normandie, Nouvelle Aquitaine, Okzitanien, Pay de Loire, Provence Alpes - Côte d`Azur. 

Alle Gärten sind sehr gut beschrieben und man erhält stets zudem  Besucherinformationen in Form von Kontaktdaten und Öffnungszeiten. Die Fotos sind Freude pur, weil sie die Facetten der Schönheit dieser grünen  Oasen voll zur Geltung bringen.

Nach dem ersten Durchblättern habe ich mich zuallererst mit den Gärten im "Centre Val de Loire" befasst, weil ich in dieser Gegend bereits zweimal war. Man erfährt bei allen Gärten immer auch etwas über die Geschichte des jeweiligen Paradieses, wie es gestaltet ist und welche Besonderheiten es gibt.

Die "Gärten von Schloss Villandry" sind bekanntermaßen hochberühmt und werden ausführlich beschrieben. Der Küchengarten wurde übrigens von einem Gartenplan des Klosters St. Gallen inspiriert. Ein Spaziergang durch Villandry sei eine Reise durch Raum und Zeit. Das kann ich so bestätigen. Einzelne Gärten entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit einem spanischen Maler und Landschaftsarchitekten. Man liest von einem Wassergarten dort und auch von einem mittelalterlich inspirierten Labyrinth. Alles in allem sei Villandry eine Verneigung vor dem Leben. Dieser Satz bringt es genau auf den Punkt. 

Begeistert hat mich u.a. die Beschreibung des Blumenparks von Apremont und hier speziell des Arboretums mit all den Gehölzen. 

Schlossgärten finden sich in diesem Buch in Hülle und Fülle. Doch da gibt es zudem die Gärten von Mont des Récollets, die einem flämischen Renaissancegemälde gleichen. Dieser Gartenstil habe seine Wurzeln im Mittelalter und habe seine Blüte in der Renaissance gehabt. Maler wie Rubens hätten solche Gärten auf der Leinwand verewigt und dieses Vermächtnis der Maler sei allgegenwärtig und zwar außer und innerhalb der Gärten. 

Wunderschön auch ist der "Botanische Garten in Vauville" in der Normandie. Hier lädt die Vielfalt der Pflanzen aus fernen Ländern zu einer botanischen Entdeckungsreise ein. Das tropische anmutende Paradies mit indischen und asiatisch inspirierten Steinelementen erfreut sich wunderschöner Wasserpflanzen und vielem anderen mehr. 

Der "Jardin Plume" in der Normandie, der Federgarten genannt, wurde von britischen Gartenexperten zum "schönsten zeitgenössischen Garten Frankreichs" gekürt und das aus gutem Grund. Doch renommierte Gartenpreise haben auch andere Gärten, die in diesem Buch vorgestellt werden, erhalten. Unmöglich hier alle zu benennen. Vielleicht das "Priorat von Vaubon"? Die Geschichte des "Hortus conclusus" und seines Besitzers lesen, ist auf jeden Fall spannend. 

Jeder Garten im Buch, ist eine Reise wert und das Buch in seiner Gesamtheit ein Juwel in einer gut sortierten Gartenbuchbibliothek.

Helga  König

Rezension: Der neue romantische Garten- Inspiration aus England-Jo Thompson-Callwey


In diesem zauberhaften, reich bebilderten Gartenbuch der Gartendesignerin Jo Thompson werden 30 Gärten in England von wildromantisch bis elegant präsentiert. 

Dabei beginnt das Werk mit einer umfangreichen Einleitung der Autorin, die zunächst von ihrem ersten Garten, den sie angelegt hat, schreibt. Dieser befand sich auf einem Dach in West-London. 

Sie fast ihre Erfahrungen im Hinblick auf Gärten mit den Worten zusammen: "Gärten wachsen, verändern sich und aus diesem gemeinsamen Prozess entsteht Vertrauen, manchmal auch Freundschaft." Ein Garten bleibe nie im selben Zustand. Jeder, der einen Garten besitzt, muss lernen, damit umzugehen, muss begreifen, dass man Veränderung zulassen sollte, wenn man einen Dialog mit dem Garten anstrebt, ihn also auch verstehen möchte.

Thompson schreibt, wie sie ihre Kunden, - die Gartenbesitzer -, kennenlernt, wie sie Lösungen vorschlägt, dabei ihnen aber nichts aufzwinge. In der Einleitung  bekundet sie Lesenswertes über Echtheit, Tiefe und Rausch in ihrem Metier, schreibt über die großen Reize des Gärtners, die im Kennenlernen und Verstehen der Pflanzen und im Gespräch über sie, eigentlich auch mit ihnen und darin Gleichgesinnte zu finden, bestehen. 

Jo Thompson überlässt den Pflanzen den Raum, sich selbst zu behaupten. Was das bedeutet, beschreibt sie eindrucksvoll. Beim Renovieren eines Gartens gehe es übrigens nicht darum, Vergangenes festzuschreiben, vielmehr darum, die Essenz einzufangen, das Gewesene zu respektieren, weiterzuentwickeln und etwas von unserer Zeit hinzuzufügen. 

Die 30 neuen romantischen Gärten, die Jo Thompson vorstellt, bieten eine Fülle von Gestaltungstipps, die sehr gut erklärt werden. Man liest Wissenswertes über "Feenburgen" und Thompsons Einstellung zur Landschaftsgestaltung, die für sie bedeutet, in einer Welt zu leben, die parallel zur Realität verläuft, allerdings stets ein wenig magischer. 

Seite für Seite liest man Wissenswertes und kann sich in Paradiese vertiefen, die Labsal für die Seele sind. Jeder Garten steht unter einem bestimmten Thema.

Neugierig schaue ich mir die Fotos des Gartens an, welcher ein Rückzugsort für Schreibende sein soll und bin von dem, was ich sehe und lese begeistert. Im Zusammenhang mit der Präsentation eines naturbelassenen Gartens- traumhafte Fotos- erfährt man Wissenswertes zum keltischen Feuerfest "Samhain", entdeckt Seiten danach den Garten der Schriftsteller und liest dort wie die Druiden den Frühling feierten, kann sich in eine traumhafte Wildblumenwiese vertiefen und Schönes dazu lesen, um sich schließlich mit "Beltane" zu befassen, einem Begriff, den ich erstmals in dem Roman "Die Nebel von Avalon" las. 

An den vielen unterschiedlichen Gärten und dazugehörenden Beschreibungen kann man sich nicht sattsehen und –lesen, alles inspiriert, stimmt nachdenklich, lässt erkennen, dass gelungene Gartenarbeit einen Geisteshaltung voraussetzt, die den Dialog mit den einzelnen Gärten im Augen hat und in erster Linie nicht trimmen möchte.

Man kann diesem Prachtband im Rahmen einer Rezension nicht gerecht werden, denn er bietet unendlich Vieles, Facettenreiches, Lobenswertes an, auch Luxus auf kleinem Raum in einem Stadtgarten, der u.a. reich an Rambler- und Strauchrosen ist. 

Was bleibt ist staunen und applaudieren. Ein wahrlich gelungenes Werk!

Helga König

Rezension: Geheime Gärten Paris- Elli Ioannou- Gerstenberg


Elli Ioannou, die Autorin dieses Buches, ist eine international ausgezeichnete Fotomedienkünstlerin, die seit 2016 in Paris lebt.

In diesem traumhaft schönen Buch vermittelt sie den LeserInnen anhand sehr informativer Texte und Fotos etwas ganz Besonderes: die geheimen Gärten von Paris. 

Wie die Autorin schreibt, sind diese Gärten und Grünflächen mehr als nur Stadtgestaltung. Sie seien ein echtes Pariser Kulturerlebnis- eine Einladung in die Vergangenheit einzutauchen. Dabei erzählen die 20 präsentierten Gärten Wissenswertes über die ereignisreiche Geschichte der Stadt, nicht selten über das Medium Kunst und Literatur vermittelt, aber auch durch Menschen, wonach die Orte benannt sind. 

Paris habe sich zum Ziel gesetzt, die Straßen zu begrünen und sich auf dieser Weise zu einer "Gartenstadt" zu entwickeln. Seit 2020 wurden in Paris über 100 000 Bäume gepflanzt, die zur Begrenzung des Klimawandels beitragen sollen. Es gehe darum, die Artenvielfalt zu fördern, die gesundheitliche Belastung durch Hitze zu reduzieren und jedem Bürger, einen innerhalb von 15 Gehminuten erreichbaren Erholungsraum zu bieten. 

Bäume prägen, so die Autorin, alle hier beschriebenen Gärten. Diese Gärten veränderten ihr Antlitz im Wechsel der Jahreszeiten und darüber hinaus gäbe es im Sommer in zahlreichen Gärten Cafés und Pop-up-Restaurants, in denen man mit Freunden eine gute Zeit verbringen kann. Das klingt verlockend.

Untergliedert sind die Gartenpräsentationen in 2 Rubriken: 10 Gärten am linken Seine-Ufer - Rive Gauche und 10 Gärten am rechten Seine-Ufer - Rive Droite. Auf einer Doppelseite sind die geheimen Gärten allesamt in einen Kartenausschnitt von Paris eingezeichnet. Man kann sie also nicht verfehlen.

Die Aufnahmen der Gärten muten märchenhaft an und die Texte vermitteln eine Fülle an Informationen. Adresse und Öffnungszeiten werden stets vorab genannt. 

Faszinierend ist beispielsweise die Grünanlage "Souare Laurent" am Place Juliette Greco. Gleich zu Beginn nämlich kann man eine Bronzebüste des Künstlers Pablo Picasso bewundern. Sie stellt seine Muse Mara Maar dar. Man erfährt die Geschichte der Skulptur, liest zudem wer Laurent-Prache war und schließlich in welcher Nähe sich der schöne Garten befindet. Ich sage nur "Lex Deux Margots"! Womit diese Grünanlage bepflanzt ist, bleibt auch nicht ausgespart. 

Und so transparent wird auch mit den anderen wunderschönen Gärten verfahren. Da gibt es beispielsweise das "Musée de la Vie Romantique", das Privathaus des Malers Ary Scheffer, der dort mit Intellektuellen und Künstlern wie Chopin zusammenkam. Darüber hinaus sind Gegenstände aus dem Besitz von George Sand zu bewundern und im Garten sind  dann u.a. wunderschöne Rosen zu bestaunen. 

Mehr werde ich nicht verraten. Nur das noch: Seite für Seite ist dieses Buch ein Vergnügen und Balsam für die Seele an unwirtlichen Tagen wie dieser Winter sie bereit hält. Wer im Frühling nach Paris reisen möchte, darf sich auf die Gartenanlagen dort freuen und Neues entdecken.

Maximal empfehlenswert
Helga König

Überall im Buchhandel erhältlich,

Rezension: Englische Landschaftsgärten- Der Traum vom Arkadien- Tim Richardson- Gerstenberg


Dieser Prachtband mit dem Titel "Englische Landschaftsgärten" enthält sehr informative Texte des Historikers Tim Richardson und traumhaftschöne Fotos des Fotografen Clive Boursnell.

Was also ist nun ein "Englischer Landschaftsgarten?“ fragt der Historiker Tim Richardson in seiner Einleitung, denn immerhin beschreibt er im Buch 20 solcher berühmten Anlagen. Auf was soll sich der Leser einlassen? 

Wie man erfährt, bezieht sich der Begriff auf einen natürlichen Gartenstil. Dieser habe sich in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts aus der formalen, barocken Tradition entwickelt. Im Laufe der Zeit wurden, u.a. inspiriert von Gemälden des Künstlers Lorrains, die natürlichen Gegebenheiten des Geländes mittels Alleen, Lichtungen und architektonischen Abschnitten stärker betont.

Den Gartenbesitzern sei es darum gegangen, ihre Ambitionen und Ideale zum Ausdruck zu bringen, genauer, einen Gartenspaziergang mit einer Abfolge konträrer Episoden, die einem Gedankengang ähnelten, zu visualisieren. Die Besitzer wollten lesbare Orte schaffen, denen ein bestimmtes Thema oder Narrativ zugrunde lag, erfährt man weiter. Dabei wurde das Narrativ des Gartens auf verschiedenen Ebenen verschiedenen Besuchern vermittelt.

Das Buch nun suche die Deutungen, die dem Leser die Gedankenwelt der ehrgeizigen Landbesitzer näherbringe. Das gelingt dem Autor durch seine Texte übrigens bestens.

Beeindruckende Bilder von den Landschaftsgärten und Lagepläne sind den 20 ausführlichen Gartenbeschreibungen beigegeben. 

Zur  Sprache gebracht werden:

Castle Howard, North Yorkshire; Wrestpark, Bedfordshire; Braham Park, West Yorkshire; Claremont, Surrey; Chiswick House, London; Studley Royal, North Yorkshire; Stowe, Buckinghamshire; Castle Hill, Devon; St. Paul´s Walden Bury, Hertfordshire; Rousham, Oxfordshire; West Wycombe Park; Buckinghamshire; Hagley Hall, Worcestershire; Stourhead, Wiltshire; Hestercombe, Somerset; Painshill, Surrey; Petworth Park, West Sussex; Blenheim Palace, Oxfordshire; Hackfall, North Yorkshire; Hawkstone, Shropshire; Hafod, Ceredigion.    

Im Grunde bin ich von allen Anlagen gleichermaßen hingerissen. "Stowe" in Buckinghamshire soll der berühmteste Englische Garten der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sein. Neben einem umfangreichen Textportrait erwarten die LeserInnen hier sehr eindrucksvolle Bilder, so von Tempeln, auch Skulpturen und Pavillons inmitten einer grünen, beinahe unwirklich schönen Landschaft, die durch Sichtachsen endlos erscheint. 

Unmöglich, auch nur im Ansatz die Fülle an Informationen und Schönheit zu beschreiben, die allein bei dieser Landschaftsgartenbeschreibung auf die LeserInnen wartet! Geschweige denn von dem gesamten Buchinhalt.

Die umfangreichen historischen Fakten, in diesem Werk zu ihren einstigen Besitzer- Designern machen die Landschaftsgärten, auch was die vielen Skulpturen und Tempel etc. anbelangt, begreifbar. Das Tun,  die Ziele und die Geisteshaltung der Schöpfer sind sehr gut in das Gesamtprojekt eingearbeitet worden. Dass diese Landschaftsgärten das Ergebnis von unermesslichem Reichtum sind, ist eine Tatsache, eine andere Tatsache ist aber auch, dass hier Reichtum sinnvoll eingesetzt wurde, indem der Traum von Arkadien Wirklichkeit geworden ist.

Maximal empfehlenswert 
Helga König

Überall im Buchhandel erhältlich,