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Rezension: Heilpflanzen- Elfrunde Wendelberger

Dieses handliche  Heilpflanzenbüchlein eignet sich sehr gut bei Spaziergängen in der Natur oder bei Fahrradtouren zur Pflanzenbestimmung, weil es sich leicht in die Jackentasche verstauen lässt. In der Einführung wird man knapp über die Geschichte der Heilpflanzen informiert und erhält wichtige Hinweise im Hinblick auf das Sammeln und die richtige Zubereitung von Heilpflanzen.  Im Rahmen einer dreiseitigen Auflistung, erfährt man, welche Kräuter bei  bestimmten Beschwerden, wie etwa Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Verdauungsstörungen etc. helfen.

Anschließend lernt man auf Fotos eine Fülle von Heilpflanzen näher kennen, erfährt deren Volksnamen, die Merkmale, das Vorkommen, liest  jeweils Näheres zu den heilkräftigen Pflanzenteilen und Wissenwertes im Hinblick auf Anwendung und Verwendung.


Zur Sprache kommen  Heilkräuter wie Engelsüß,  das dreilappige Leberblümchen,  das gewöhnliche Hirtentäschel, die Eberesche,  die Himbeere, der Wiesenklee, die duftende Schlüsselblume,  das gewöhnliche Leinkraut,  schwarzer Holunder, Arnika,  Gänseblümchen, Kalmus u.a.m.

Leberblümchen (Anemone hepatica)
 Quelle Wikipedia,
Ich verwende  zwar selten Heilkräuter bei Beschwerden, aber  es macht mir Freude, die Pflanzen, die mir am Wegesrand auffallen, alle auch benennen zu können und zu wissen, wofür man sie nutzen kann. Leberblümchen hat meine Mutter vor einigen Jahren  als Reiseandenken aus Ostpreußen vom  leider verwilderten Grundstück ihrer Eltern mitgebracht.  Diese Leberblümchen gedeihen jetzt in ihrem Garten. Aus den Blüten und Blättern kann man Tee zubereiten, der u.a. bei Gallenbeschwerden helfen soll. Ich liebe dieses Blümen, das auch Himmelstern und Vorwitzchen genannt wird, der zarten Form wegen und weil es himmelblaue Blüten hat. Blaue Blumen haben für mich einen besonders  hohen Stellenwert.



Empfehlenswert.
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Rezension: Der Selbstversorger- Garten- Elke von Raziewsky

Elke von Raziewsky hat gemeinsam mit dem Fotografen Jürgen Holzenleuchter dieses reich bebilderte Gartenbuch auf den Weg gebracht. Verfasst hat sie es mit ihrem Mann Uwe, wie sie im Vorwort schreibt. Das Ehepaar kaufte vor 8 Jahren in Sachsen ein 300 Jahre altes Pfarrhaus mit Obstwiesen und legten dort einen Selbstversorger-Garten an. Im Buch berichten die beiden von ihren gärtnerischen Erfolgen und Fehlschlägen und von Menschen, denen sie begegnet sind, so etwa Kartoffelexperten, Apfelsammler und auch Imker, um sich mit ihnen auszutauschen und von ihnen zu lernen.







Foto: Helga König Privat

Das Buch ist untergliedert in:
-Planen
-Pflanzen
-Pflegen
-Obst
-Gemüse
-Kräuter
Im Anhang findet man dann Adressen, die weiterhelfen und auch weiterführende Literatur sowie ein Stichwortverzeichnis.


Schenkt man der Autorin Glauben, so bringen einen Hobbygärtner zwei Fragen und sieben goldene Regeln auf den richtigen Weg bei der Anlage eines Nutzgartens. Welche Fragen und Regeln dies sind, kann man dem Kapitel "Planen" entnehmen. Wichtig ist ein übersichtliches Grundmuster, damit ein Selbstversorger-Garten auch wirklich funktioniert. In einem Nutzgarten sind hohe Bäume nicht erwünscht und kostbare Blühstäucher ebenfalls nicht. Einfache Elemente, wie Beete, Hecken und Wege sind zentrale Momente der Gestaltung. Wie man Hecken am besten pflanzt und Beete sinnvoll organisiert, wird ausführlich und gut erläutert.


Foto: Helga König Privat
Gemüsepflanzen derselben Pflanzenfamilie sollten nicht zu- und nacheinander auf das gleiche Beet gesetzt werden und zwar, weil sie nicht selten die gleichen Nährstoffe benötigen und auch unter gleichen Schädlingen leiden. In diesem Zusammenhang erfährt man, welche Gemüsesorten zu den Doldenblütlern, Kreuzblütengewächsen, Nachtschattengewächsen, Kürbisgewächsen, Lauchgewächsen und zu den Schmetterlingsblütlern gehören.


Man liest in der Folge, wo man Pflanzen am besten kauft, wenn man sie nicht selbst ziehen möchte, lernt aber auch das Aussäen und hier etwas über die verschiedenen Keimtypen. Als Faustregel für alle Körner muss man sich merken: "Die Körner werden mit so viel Erde bedeckt, wie sie dick sind," (Zitat S. 43). Unterschieden wird zwischen: Lichtkeimer, Kaltkeimer, Dunkelkeimer und Langsamkeimer.


Ausführlich erklärt wird, wie man sein eigenes Saatgut erntet, was man unter Stecklingen versteht und wie man diese richtig in die Erde bringt. Differenziert wird bei den Stecklingsarten zwischen: Kopfstecklingen, Grünstecklingen, Risslingen und Steckhölzern.
Der ertragreichste Boden ist ein Lehmboden. Nicht überall gibt es einen solchen Boden, deshalb sollte man kompostieren. Die Autorin erläutert die Grundregeln für guten Kompost, thematisiert anschließend Mulch und wartet mit allgemeinen Mulchregeln auf. Elke von Radziewsky berichtet von den Nonnen von Fulda, die seit den 1950er Jahren nach biologischen Grundsätzen gärtnern und ihr Wissen an die Außenwelt weitergeben. In diesem Zusammenhang liest man auch von deren Vorbild Miss Bruce, deren Pflanzenpräperat "Humofix" Berühmtheit erlangte.

Im Kapitel Obst wird man über Anbau, Pflege und Verwertung von Rhabarber, über rote und schwarze Johannisbeeren, über Himbeeren, Stachelbeeren, Blaubeeren, Kirschen, Pflaumen und Äpfel bestens aufgeklärt und erfährt über die Tätigkeiten des Erdbeerforschers Klaus Olbricht im sächsischen Weixdorf und des Experten für alte Obstbaumsorten Meinolf Hammerschmidt, der zwanzig Jahre lang als Entwicklunghelfer in Afrika arbeitete und dort die Erfahrung machte, das Obstbauprogramme scheitern, die sich über regionale Gegebenheiten hinwegsetzen, Wissenswertes.

Foto: Helga König Privat
Der Imker Gunter Paul produziert im Jahr 500 Gläser Honig. Im Rahmen eines aufschlussreichen Interviews erfährt man Näheres über seinen Umgang mit Bienen und auch über die Kosten für eine Grundausrüstung.

Sehr erhellend auch ist das Kapitel "Gemüse". Hier wird man über Anbau, Pflege und Verwertung von Bohnen, Salat, Fenchel, Zwiebeln, Poree, Tomaten, Chili, Gurken, Sellerie, Kartoffeln und Kohl aufgeklärt. Die Autorin porträtiert in diesem Zusammenhang die englische Salatkönigin Joy Larkcom, und den Kartoffelbiobauer Karsten Ellenberg, der 100 Kartoffelsorten anbaut und davon 33 direkt vermarktet.

Das letzte Kapitel ist dem Anbau von Kräutern gewidmet. Thematisert werden Petersilie, Schnittlauch, Knoblauch, Basilikum, Bergbohnenkraut, Borretsch, Dill, Estragon, Kapuzinerkresse, Kerbel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse und Zitronenverbene.

Die Fülle an Gartenwissen, die den Leser hier erwartet, ist außerordentlich. Meine Mutter, seit über 60 Jahren Biohobbygärtnerin, ist begeistert von diesem Buch, das ihr trotz ihrer umfangreichen Kenntnisse, noch viel Neues bietet. Ich als ihre Assistentin freue mich schon auf die Stunden an Wochenenden in unserem Garten. Erstmals werde ich in diesem Jahr Chili anbauen, weil ich von dessen gesundheitlichen Nutzen seit Jahren überzeugt bin. Die klimatischen Verhältnisse und der gute Boden im Südried lassen dieses Experiment zu.

Empfehlenswert.
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Rezension: Kleine Traumgärten planen und gestalten

Autor dieses hilfreichen Gartenbuches ist Tim Newbury. Detailliert erklärt er auf 214 von insgesamt 245 Seiten wie man unterschiedliche Gärten anlegt. Er listet auf: Wasser-Dachgarten, Vier-Jahreszeiten-Garten, orientalischer Garten, naturnaher Garten, grüne Akzente, Schattengarten, terrassierten Hanggarten, kinderfreundliche Terrasse, Garten der Illusionen, der erste Garten, Garten von der Stange, Naturgarten, Kübelgarten, formaler Kräutergarten, kulinarischer Garten, Farbengarten, Duftgarten, nachhaltiger Garten, Garten im Quadrat, Blumengarten, kleine Essecke, tropischer Paradiesgarten, formaler Garten, schicker Dachgarten, romantische Terrasse, Garten zur Entspannung, schmaler Garten, Wassergarten im Innenhof, Zimmer mit Aussicht, familienfreundlicher Garten, Partygarten, Garten für den Winter, minimalistischer Garten, Trockengarten, Wassergarten, Kreisgarten, Rückzug in der Stadt, Cottagegarten, vertikaler Garten.

Schritt für Schritt wird jeweils beschrieben, wie wie man den jeweiligen Garten anlegt. Die einzelnen Gartenelemente werden genau benannt. Anhand von Illustrationen und Fotos kann man gut nachvollziehen, wie das Kreationsergebnis dann aussieht. Leicht verständliche Anlegepläne werden stets mitgeliefert. Die Hauptmerkmale werden gut beschrieben. Unter der Rubrik "Wochenendprojekt" wird gezeigt, was man innerhalb von zwei Tagen zu Wege bringen kann. Bestens erklärt wird die Bepflanzung der einzelnen Gärten. Zudem gibt stets es eine umfangreiche Pflanzenliste. Im Grunde kann man nichts falsch machen.

Dieses Buch hält wirklich für jeden Geschmack etwas bereit. Der Wassergarten hat es mir angetan. Die Wasserflächen in drei Höhenstufen wechseln sich mit gepflasterten Flächen und Holzdecks ab, überall wachsen schöne Blumen und üppige Pflanzen. Sich dort an heißen Sommertagen aufzuhalten, muss ein Traum sein.

Es ist wahrlich beeindruckend, welche Variationsmöglichkeiten man bei der Gestaltung eines Gartens tatsächlich hat. Besonders angenehm muss es sein, sich in einem Duftgarten aufzuhalten und sich vom Duft der Maiglöckchen, Rosen und des Jasmins betören zu lassen.

Empfehlenswert.

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Rezension: Mein Kräutergarten - Johanna Wallmann

Dieses zauberhafte Buch von Johanna Wallmann wird Gartenfreunde mit ausgeprägtem Sinn für alles Schöne erfreuen. Mich berühren und inspirieren die vielen Bilder, weil der Fotograf einen betont liebevollen Blick auf die Objekte wirft, während er sie ablichtet.
Das Buch ist in zwei Teile untergliedert:

Meine Kräuterkunde
Meine liebsten Kräuter

Wallmann schreibt sehr persönlich, wenn sie ihr Buch mit den Sätzen beginnt: "Kräuter sind für mich mit Kindheitserinnerungen verbunden: Liebstöckel in Omas Gemüsesuppe, Spitzwegerich mit dem Insektenstiche abgerieben wurden, und Waldmeisterbowle, der ich meinen ersten Schwips verdanke. Mein allererster Garten war winzig, und ich pflanzte jede Menge Kräuter, weil sie so schön wie Blumen aussahen und gleichzeitig mein Studentenbudget entlasten."(Zitat: S. 9)
Die Autorin beginnt ihre Reise durch das Land paradiesischer Kräutergärten mit einem historischen Abriss und lässt die Leser wissen, dass Kümmel schon in der Steinzeit verwendet wurde und der griechische Arzt Dioscorides bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. breitgefächerte Kultur- und Anwendbarkeitsbeschreibungen für gut 500 Heilpflanzen verfasste, (vgl.: S. 10). Die Kreuzfahrer sollen sich Borretsch an das Pferdegeschirr und an die Steigbügel gebunden haben, weil sie davon überzeugt waren, dass dies ihren Mut fördere. Im Rahmen des Skizzierens der mittelalterlichen Klöstergärten kommt natürlich die Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen (1089-1179) zur Sprache und ihre weltberühmten Kräuterabhandlungen.

Aberglauben und verbotenes Wissen werden thematisiert, hier werden auch Frauen- und Männerkräuter in Augenschein genommen. Männer, die nach Muskatellersalbei duften, sollen auf Frauen anziehend wirken. Ein nackter, schöner Mann, der in einem Muskatellersalbeibeet schläft, wird sich gewiss vor Interessentinnen nicht retten können, vermute ich mal, sofern man der Info Glauben schenken darf. :-))

Angedacht werden Kräuter auf kleinstem Raum und hier wird die Kräuterspirale als ideale Lösung hervorgehoben. Wie man Kräuterspiralen anlegt, wird sehr gut erklärt und man kann die Arbeitsschritte bestens auf Bildern nachvollziehen. Einen Kräutergarten zu planen, ist einfacher als man denkt. Das zeigen die Erläuterungen. Säen und vorziehen ist auch nicht schwierig. Zu Standort und Pflege von Kräutern weiß die Autorin viel Hilfreiches zu vermitteln, auch für Balkongärtner, die ihre Küchenkräuter in Kübeln an einem sonnigen oder schattigen Platz pflegen sollten.

Johanna Wallmann nennt ihre Lieblingskräuter, zu denen auch der Frauenmantel zählt. Zu jedem von ihr beschriebenen Kräutlein verrät sie Wissenwertes zu Anbau und Ernte, was ihr in diesem Zusammenhang schmeckt und gut tut. Zur Sprache kommen bei den Lieblingskräuter neben dem Frauenmantel, Schnittlauch, Bärlauch, Dill, Angelika, Kerbel, Estragon, Borretsch, Ringelblume, Kümmel, Koriander, Rauke, Fenchel, Waldmeister, Johanniskraut, Wacholder, Lorbeer, Lavendel, Kresse, Liebstöckel, Malve, Kamille, Zitronenmelisse, Minze, Katzenminze, Basilikum, Majoran, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Sauerampfer, Salbei, Bohnenkraut, Löwenzahn, Thymian, Kapuzinerkresse und Baldrian.

Johanniskraut sieht nicht nur hübsch aus, wenn es blüht, es lindert auch nervöse Beschwerden und düstere Stimmungstiefs. Die Autorin wartet mit einem diesbezüglichen Rezept auf, das bei Prellungen und Zerrungen hilft. Auch Ringelblumen helfen übrigens gegen Stimmungstiefs. Hier aber ist es die Farbe, die die Stimmung aufhellt.

Man erfährt, wie man Kräuter trocknet und einfriert, auch wie man einen Hustensaft aus Kräutern herstellt und wie man Lavendelsäckchen dekorativ gestalten kann. Kräuterschmuck ist ein Thema, aber auch Gesichtsmasken und schließlich lernt man sogar wie man ein Kräuterregal selbst baut.

"Lassen Sie es sich gut gehen!", empfiehlt die Autorin und erklärt u.a., welche Kräuter gegen Verspannungen und welche gegen trübe Laune helfen. Meinen Blick ließ ich lange auf der Kapuzinerkresse verweilen, deren Farbe verschafft mir gute Laune. Gute Laune verschafft mir im Grunde aber das gesamte Buch, das mich inspiriert demnächst Terrakotta-Kübel mit Kräutern zu bepflanzen und zwar mit Thymian und Majoran, auch Salbei der Aromen wegen und mit Minze sowie Rosmarin, natürlich auch mit Bohnenkraut, das der Kartoffelsuppe eine interessante Geschmacknote verleiht.

Empfehlenswert.

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Rezension: Garten ist Leidenschaft- Anja Maubach.

Die Autorin Anja Maubach und Ferdinand Graf von Luckner haben für das vorliegende, reich bebilderte Gartenbuch "GARTEN IST LEIDENSCHAFT" den Deutschen Gartenbuchpreises 2011 in der Kategorie Bildband erhalten. Dafür zunächst meinen Glückwunsch.

Die Leser sollten m.E. zunächst die wirklich gelungenen Bilder des Fotografen Ferdinand Graf von Luckner auf sich wirken zu lassen, denn die Bilder haben es verdient, das man ihnen Beachtung schenkt. Verdient haben es auch die gut geschriebenen Texte von Frau Maubach innerhalb einer Rezension angemessen gewürdigt zu werden. Auf zahlreichen Bildern übrigens sieht man die studierte Landschaftsarchitektin, die in der 4. Generation eine der ältesten Staudengärtnereien Deutschlands leitet, bei Gartenarbeiten. Diese Bilder zeigen glaubhaft, dass hier keine Theoretikerin schreibt, sondern eine sympathische, praktisch veranlagte Frau, der sehr erdverbunden ist.

Das Buch ist untergliedert in:

- Grundsätze vor dem Anfang, Praktisches und Nützliches

- Pflanzenwissen für jeden Gärtner

- Gestalten - die Grundlagen

- Die Kunst der Beetgestaltung

- Leben im Garten - Tag für Tag

- Gartengestaltung - die hohe Schule

- Gärtnern mit allen Sinnen

- Gartenleidenschaft - ganz persönlich

Maubach fügt am Rand der Textteile immer wieder Zitate ein, die viel über ihr Denken aussagen. Bevor ich ihre Texte zu lesen begonnen habe, betrachtete ich mir nicht nur die Gartenbilder, sondern beobachtete die tatkräftige Gartenbauarchitektin beim Umgraben, Hacken, Pflanzen, kritischen Prüfen der Erdqualität, beim Säen etc. und las auch die von ihr ausgewählten Zitate, um eine Idee von ihrer Geisteshaltung zu bekommen. Hier findet man auf Seite 19 eine Sentenz von ihr selbst, die da lautet "Der Garten wird zu dem, was wir denken". Stimmt. Ich füge hinzu, der Garten macht auch unsere Gefühlswelt sichtbar, zeigt ob diese vielgestaltig und bunt oder eher trist und depressiv ist.

Maubach philosophiert zunächst darüber, auf welche Art und Weise man einen leeren Garten oder einen schon vorhandenen in Besitz nehmen und ihm eine persönliche Note schenken kann. Umgraben ist für "Maubach eine der ältesten Möglichkeiten, Land urbar zumachen, (vgl.: S.29). Bei dieser Tätigkeit sieht man, wie es um den Boden bestellt ist, ob er steinig, humos, verdichtet, locker, mit zahlreichen Regenwürmern versehen ist und eine gute Krümmelstruktur hat, (vgl.: S.29). Die Autorin meint, das Umgraben sei für den Gärtner etwa das, was für den Maler das Bespannen mit einer neuen Leinwand sei, (vgl.: S.29). Dieser Vergleich hat mir gefallen, weil er fast poetisch ist. Ach ja, und noch etwas...:unterhalb der jeweiligen Texte finden sich immer wertvolle Ratschläge, die mit den Worten "Fang an mit" beginnen.

In ihren Betrachtungen zum Thema Kompost, stolperte ich über zwei mich zunächst etwas irritierende Sätze: "Mir ist Kompost heilig. Darum wird er auch ab und an von einem Räucherstäbchen beduftet."( Zitat S. 31) Bei diesen Sätzen musste ich an alte Rituale denken als noch Muttergottheiten verehrt wurden.

Dass die Aussaat den grünen Daumen schult, meint auch meine Mutter und dass man beim Aussäen den Mondkalender zu Hand nehmen sollte, sagt sie auch immer. Aussäen ist tatsächlich eine heilige Handlung, wenn man beim praktische Tun den spirituellen Hintergrund nicht vergisst. Anja Maubach ist, wie es meine beste Freundin liebevoll ausdrücken würde, "spirituell unterwegs" und diese Spiritualität zieht sich durch das gesamte Buch, mit dem sie sich, ob gewollt oder ungewollt vor allen Frauen, die sich in früheren Zeiten mit weißer Magie befassten, respektvoll verneigt.

Für Maubach ist die Erde und sind die Pflanzen beseelt. So kommen auch Sätze zustande wie etwa "Beobachte Deine Pflanzen- Du siehst Ihnen an, ob sie sich wohl fühlen und optimal entwickeln. Wenn Du das Gefühl hast, sie haben Hunger- dann zögere nicht, zu düngen. Mit Fingerspitzengefühl (..).." ( Zitat: S. 37).

Wasser ist für Maubach ebenfalls heilig. Sie bewässert ihren Garten nicht, weil die Pflanzen ansonsten bequem werden. Ich staune. Beim Vermehren setzt sie voraus, dass man im Vorfeld die Geheimnisse der Pflanzen erspürt und erahnt, wann sich die Pflanzen am besten vermehren lassen. Hier ist nach Aussage Maubachs der grüne Daumen gefragt, (vgl.: S. 41). Das sagt meiner Mutter auch immer. :-))

Die Autorin bekundet, dass Schneiden eines Lavendelfeldes eine gute Übung auf dem Weg zu einer guten Gärtnerin sei und berichtet, was sie im Garten schneidet und was das Schneiden bewirkt, (vgl.: S.45). Während des Lesens betrachte ich immer wieder Fotos, die Anja Maubach in ihrer braunen Gartenschürze zeigen. Hier gefällt mir besonders, wie sie andächtig Samen in die Erde streut. (siehe S.49).

Man erfährt wenig später, dass Pflanzennamen Geschichten, über deren Herkunft und Aussehen erzählen und was es mit dem Gattungsnamen auf sich hat, (vgl. S. 51-53) "Aizoon" steht übrigens für immergrün und "cordata" für herzförmig.

Über die Grundorgane der Pflanzen, sprich über deren Wurzeln, weiß Maubach Kluges zu berichten, auch über die Vielfalt der Farben, Formen und Texturen von Blättern, um schließlich weiß sie über das "Blütenwunder" zu philosophieren und auch hier huldigt sie durch ihre geäußerten Gedanken der Mutter Natur, die so viel Schönes hervorbringt. Ihre Liebe gilt den Stauden. Ihr Urgroßvater hat sich in seinem Unternehmen, das er 1888 gründete, bereits mit Stauden befasst. Sie definiert Stauden wie folgt: "Mehrjährige Pflanzen, die unterirdische Überwinterungsknospen bilden, aus denen sie im Frühling wieder austreiben,"(vgl.: S. 65) .

Maubach äußert sich zu Gräsern, die sie als Antennen zwischen Erde und Himmel bezeichnet, schildert ihren Blick auf das "Blumenzwiebel-Theater" und berichtet voller Begeisterung von der Leidenschaft Pflanzen zu sammeln, bevor sie über Eingang des Gartens philosophiert. Diese gartenphilosophischen Einschübe machen das Buch so reizvoll. Die Autorin erklärt aber auch architektonisch Wissenswertes, um Wohnräume im Freien zu gestalten, (vgl.: 81-83).

Sie schreibt über Grenzen und titelt "Grenzen setzen und einfrieden". Damit zeigt sie, dass sie einer wichtigen psychologischen Grundannahme folgt, aber sie weiß auch, das die Höhe der Grenze entscheidend ist. Öffnungen schaffen Einblicke im Garten, aber auch Aussichten. Was der einzelne Gärtner möchte, hängt vermutlich von seinem seelischen Grundmuster ab.

Es ist unmöglich im Rahmen der Rezension auf alle Gedanken Anja Maubachs einzugehen. Ihre Betrachtungen im Hinblick auf den Küchengarten und zu der Kunst Staudenrabatte, hier bezieht sie sich auf die englische Gartenkünstlerin Gertrude Jekyll (1843-1932), anzulegen, fand ich sehr erhellend.

Das Lieblingskapitel im Buch ist für mich jenes, in dem sich Maubach mit kreativen Kombinationen befasst. Ihr Credo lautet "Mut zur Farbe"!. Nicht nur für Maubach, auch für mich sind Farben stimulierend und auch ich widme mich mit Genuss dem Studium der Farbe. Die Autorin hat Freude an der Interpretation von Farben, Formen und Natur von Künstler wie Klee, Itten, Monet und Turner und setzt diese Interpretationen in Gartengestaltungsideen um. Sie thematisiert die Farben Gelb, Blau, Rosa, Weiß, Grün sowie deren pflanzliche Darstellung und schreibt an einer Stelle, die Novalis gewiss gefallen würde: "Ein unbeschreiblicher blitzblauer Traum bleibt der von Meconopsis betonicifolia", dem Himalajamohn. Immer wieder gebe ich mich der Versuchung hin, es "Meconopsis" recht zu machen - aber der Himalaja mit seinen Farnschluchten ist fern," (Zitat: S 121).

Maubach schreibt auch über Monet und dessen Garten, lässt den Leser wissen, welche Pflanzen der Maler heute vermutlich bestellen würde und nennt auch diverse Pflanzen für ein so genanntes Malkastenbeet. Anschließend denkt die Gartenarchitektin u.a. über Mittagsruhe, Abendmagie, Frühlingserwachen, Sommerlaune, Herbstfeuer und Winterruhe nach. Am Rande ihrer diesbezüglichen Überlegungen fand ich eine Sentenz von Elisabeth von Arnim aus dem Jahre 1898, die so schön ist, dass ich sie gerne wiedergebe: "Ach, ich könnte von Freude jauchzen und tanzen, dass der Frühling da ist! Dieses Wiedererwachen von Schönheit in meinem Garten und heller Zuversicht in meinem Herzen." (Zitat. S. 143).

Harmonie und "Goldener Schnitt" sind ein Thema . Hier zitiert die Autorin Meyers Konversationslexikon und nennt die allgemeinen Proportionsregeln, (vgl.: S.155). Anschließend befasst sie sich mit dem Gedanken, dass Muster den Garten ordnen, zeigt wie man Gelände modelliert und einen Felsengarten gestaltet. Gewächshaus-Exotik, kreative Topf-Gärten und temporäre Garten-Ideen bleiben nicht ausgespart, aber auch nicht die Botschaft, dass man einen Garten fühlen sollte. Das kann man, wenn man keine Gartenhandschuhe trägt und barfuß läuft oder sich einfach ein wenig ins Gras legt. Ich liebe es auf diese Weise den Garten zu spüren und mich zu erden.

Die Düfte und Klänge des Gartens sollte man in sich aufnehmen und man sollte sich für besondere Plätze im Garten öffnen, die man als heilige Orte begreifen sollte und Mutter Erde in tiefer Vertrautheit und Verbundenheit küssen, (vgl.: S.195).

Die Liebeserklärungen Anja Maubachs in puncto "Euphorbia", "Allium-Bälle" und Silberkerzen" sollte man aufmerksam lesen und sich in die Sprache der Blumen vertiefen. Ein breites Salbeiband ist übrigens ein Symbol der Gnade. Maubach hat es gepflanzt und wird Jahr für Jahr mit wundervollen Blumen beschenkt. Gnade muss man sich ganz offensichtlich erarbeiten.

Ein tolles Buch, das weit mehr ist als nur ein Ratgeber und zu Recht einen Preis bekommen hat.

Bilder: ©Ferdinand Graf von Luckner/BLV

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Rezension: Balkon-Ideen für Ungeduldige: Schnelle Lösungen, die sicher gelingen

Dieses reich bebilderte Buch der Autorin Dorothée Wächter und des Fotografen Friedrich Strauss sollten alle, die einen Balkon oder eine Terrasse besitzen, eifrig studieren und zwar noch bevor der Frühling beginnt, um sich auf diese Weise Inspirationen für die dann folgenden Jahreszeiten zu holen.

- Planen und Gestalten
- Kombinieren und Dekorieren
- Pflanzen und Pflegen

Aufgeklärt wird man zunächst über Sichtschutzmöglichkeiten, um sich in seinem kleinen Paradies garantiert ungestört und wohl zu fühlen, denn nichts ist nerviger als neugierige Gaffer, denen es offenbar an Kinderstube mangelt.

Des Weiteren kommen Schirme und Markisen zur Sprache, um einen perfekten Sonnenschutz zu genießen. Sichtschutz aus dem Baumarkt wird erörtert, aber auch lebendiger Sichtschutz. Aufgelistet sind schnell wachsende, einjährige Kletterpflanzen über deren Wuchshöhe und Beschaffenheit man Wissenswertes erfährt. Dass es ein kletterndes Löwenmaul gibt, war mir bislang neu. Die "Schwarzäugige Susanne" bringt viel Wärme und Heiterkeit auf den Balkon bzw. die Terrasse und zwar durch ihre schöne gelbe Farbe.

Über Brüstung und Geländer erfährt man Wissenswertes und kann sich in stimmige Bepflanzungen vertiefen. Balkonkästen werden thematisiert und auch deren Halterung und es wird der Frage nachgegangen, ob man die Kästen sinnvollerweise innen oder außen anbringt. Wie sieht der perfekt gestaltete Balkonkasten aus? Darauf eine Antwort zu finden, ist nicht einfach, weil bei der Pflanzenauswahl natürlich der Standort wichtig ist.

Die Autorin listet Kombinationsmöglichkeiten nach Farben und Beschaffenheit der Pflanzen, konkret mit überhängendem, buschigem und aufrechtem Wuchs auf und stellt umfangreiche Überlegungen zur Harmonie von Wuchs und Farbe an. Unzählige Bepflanzungbeispiele für Blumenkästen werden näher beschrieben und auch visualisiert. Besonders gut gefällt mir ein Arrangement aus gelben Strauch- und orangefarbenen Kapmargeriten, sowie Dukatentaler, Mittagsgold und orangefarbenen Zauberglöckchen. Hübsch auch sehen Korbgefäße aus, in denen einjähriger rosafarbener Phlox und blau blühendes Männertreu sich harmonisch vereinen.

Gezeigt wird, wie man Wände und Decken blumenreich verändern kann. Mittels schöner Blumenampeln (man lernt diverse Ampelpflanzen auf Seite 37 näher kennen) und Hängepflanzengefäße lässt sich diesbezüglich Eintönigkeit im dem Außenbereich der Wohnung kreativ verändern. Auch Möbel, wie Hängeregale, Etageren und Säulen bieten Platz für blühende Pflanzen.

Großen Lob gilt dem Kapitel "Hängende Gärten" im Miniformat. Hervorheben möchte ich hier Blumenampeln mit Kapuzinerkresse, auch einen hübschen hängenden Kräutergarten und natürlich Fuchsien für schattige Plätze. Man lernt eine Reihe hübscher Topf- und mediterraner Kübelpflanzen kennen, wie Lorbeer, Hortensien und Rhododendron, Margeriten, blauer Elfenspiegel und kann sich in die Schönheit von Bäumchen mit Blütenkugeln vertiefen. Mir gefallen Hochstammgeranien und Rosenbäumchen sehr gut.

Man erfährt viel über die Farben von Blumen und ihre Wirkung, (siehe Seite 55) und kann sich ferner ausgiebig über Stilelemente informieren, (Blütenpower, moderne Noten, Nelken in Körben und sachliche Eleganz). Das Material der Pflanzengefäße wird beleuchtet und über Pflanzen als Stimmungsmacher wird nachgedacht. Ich mag klassische Kombinationen mit unterschiedlichen Margeritensorten sehr gerne, aber auch verträumte Arrangements aus zarten Fuchsienglöckchen und Atlasblumen.

Gezeigt werden Pflanzenkompositionen für den Südbalkon, Mittelmeerimpressionen auch Südseeträume, bei denen Kapmageriten, Indisches Blumenrohr und Hibiskus nicht fehlen sollten.
Sehr gut sind die Balkonverschönerungsvorschläge für Romantiker und die Vorschläge für Terrassengärtner, die den Schwerpunkt auf Kübelpflanzen legen. Attraktiv sind Blütenbälle wie Bougainville und Kübelpflanzen wie Oleander und Bleiwurz.

Die schönsten Pflanzen für Schatten und Halbschattenbalkon werden vorgestellt, auch Nutzpflanzen für Kübel (Säulenbirnen, Säulenkirsche, Walderdbeeren, Tomatensträucher etc.). Balkonideen für Kinder, sogar für Pendler bleiben nicht ausgespart und schließlich werden Blütenprachtideen für einzelne Jahreszeiten vorgestellt.

Auf den letzten Seiten wird man über die Pflege der Balkonpflanzen unterrichtet, lernt Kästen und Ampeln zu bepflanzen, umzutopfen, zu wässern, zu düngen, gesund zu halten und teilweise über den Winter zu bringen.

Dieses Buch ist ein guter Ratgeber. Es macht Freude darin zu lesen und dabei zu spüren, wie der grüne Daumen allmählich zu kribbeln beginnt.


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Empfehlenswert.

Rezension: Gartengestaltung - Das Praxisbuch

Barbara Resch befasst sich zu Beginn ihres sehr lehrreichen, reich bebilderten Gartenbuches mit einer kleinen Gartenstilgeschichte, in der sie den formalen, den architektonischen, den Cottage- und den naturnahen Garten ausführlich abhandelt. Ich bin derzeit von minimalistischen Gärten besonders angetan, weil sie sich auf das Wesentliche beschränken und Raum zum Enspannen bieten, funktional und pflegeleicht sind, eine klare, geometrische Formensprache besitzen und über eine geordnete Bepflanzung verfügen, (vgl.: S.18-21). Die Autorin stellt verschiedene Pflanzmethoden für den minimalistischen Garten vor und man erfährt u.a. auch, dass einer der berühmtesten europäischen Landschaftsgärtner der Postmoderne, Dieter Kienast (1945-1998), sich beim Entwurf seiner Parks und Gärten von den abstrakten Kunstwerken des Minimalismus inspirieren ließ. Die Bewegung der Minimal-Art steht für eine Kunstrichtung, die sich durch Objektivität, Klarheit und eine reduzierte geometrische Formsprache auszeichnet, (vgl.: S.20).

Natürlich gefallen mir auch Cottage-Gärten und zwar der romantischen Gestaltung und der vielen Blumen wegen. Im Zusammenhang mit diesen Gärten liest man auch von Gertude Jekyll (1843-1932), deren Ruf als berühmte Gartenkünstlerin Englands noch heute nachhallt. Man lernt die Gestaltungsprinzipien des Cottage-Gartens kennen, erfährt vom Stellenwert der Rosen und Kletterpflanzen in solchen Gärten, um sich anschließend mit naturnahen Gärten und dem Begriff der Nachhaltigkeit eventuell zu befassen.

Ausführlich werden in der Folge die goldenen Regeln der Gartengestaltung erläutert, die da heißen:

Regel 1: einen Einklang mit der Umgebung schaffen
Regel 2: eine Beziehung zum Stil des Hauses herstellen
Regel 3: gestalten nach dem Prinzip von Yin und Yang
Regel 4: mit der Jahreszeit planen
Regel 5: den Goldenen Schnitt beachten
Regel 6: Gesetz der Symmetrie und Asymmetrie
Regel 7: Gartenräume schaffen
Regel 8: Wege harmonisch gestalten
Regel 9: Pflanzen harmonisch kombinieren
(Näheres hierzu finden Sie auf den Seiten 42-65)

Sehr erhellend übrigens sind die Beschreibungen zu Yin und Yang, einhergehend mit den Grundgedanken des Feng-Shui, denen ich sehr viel abgewinnen kann und sie seit Jahren versuche nicht nur im Garten umzusetzen.

Die Autorin zeigt, wie man einen Garten vernünftig plant. Sie ortet die Lagen aus und plant dabei mit den Himmelsrichtungen, schreibt Wissenswertes zu den Bodentypen und erklärt wie man den Boden verbessert. Thematisiert werden Kompost, Gesteinsmehle, Kalk auch Rindenmulch. Über Nachbarrecht wird man informiert. Hier geht es u.a. um überhängende Zweige, Zaun sowie Grundstücksgrenze u.a.m. (mehr dazu auf S. 80ff).

Gezeigt wird des Weiteren, wie man Gartenpläne kreiert und was man hierzu benötigt und es wird erklärt, wie aus einem Konzeptplan sich allmählich Gartenrealität gestaltet. Drei Entwürfe zu einem Beispielgarten lernt man kennen und auch Beispiele für unterschiedliche Gärten, wie etwa kleine Gärten, Dachgärten, lange schmale und breite Gärten. Anschließend lernt man einen Traumgarten zu bauen. Welche Materialien dazu notwendig sind und welche Schutzausrüstung man für die Gartenbaustelle benötigt, kann man ausführlich nachlesen. Man wird sogar in Kenntnis gesetzt, wie man Dränagen legt, (mehr dazu auf Seite 133).

Ab Seite 136 lernt man mit Pflanzen einen hübschen Garten zu gestalten. Zur Sprache kommen: Gehölze, Stauden, Gräser, Farne, Zwiebel- und Knollengewächse, Sommerblumen. Man erhält einen sehr guten Überblick über all diese Pflanzenarten und kann sich mit dem Farbkreis näher befassen und sich diesbezüglich mit warmen und kalten Farben auseinandersetzen. Unterrichtet wird man über Farbkombinationen, Farbverläufe und Farbkontraste und liest auch Wissenwertes zu Bepflanzungsmöglichkeiten, so etwa dem Kiesbeet und dem klassischen Staudenbeet.

Im Kapitel Gartengestaltung wird man unterrichtet, Gehwege zu bauen, Pergolen und Zäune zu errichten, Rasen zu legen, Hecken und Bäume zu pflanzen und eine Blumenwiese oder einen Teich anzulegen, u.sw.. Schließlich wird man sogar über Gartenmöbel informiert, selbst die künstlerische Vollendung des Gartens durch Skulpturen bleibt nicht ausgespart.

Für alle Hobbygärtner und solche, die es werden wollen, ist das Buch eine Bereicherung. Ich empfehle es gerne und mit Freuden.

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Rezension: Kleine Gärten in der Stadt

Dieses reich bebilderte, sehr gut strukturierte Gartenbuch haben der Autor Martin Schröder und die Fotografin Ute Klaphake auf den Weg gebracht.

Vorgestellt werden 16 verschiedene Gartenstile, mittels denen auf kleinstem Raum Großes geleistet wird. Schröder lässt den Leser wissen, dass der Trend heutiger Stadtgärten zu immer kleineren Flächen geht. Nicht selten ist die Größe umfangreicher als 100 Quadratmeter. Hier müssen Terrasse, Sitzplatz, Sichtschutz, Spielfläche für Kinder, Zier- und Nutzgarten untergebracht werden, (vgl.: S.9).

Für jeden Typ wird die passende Lösung angeboten, dabei sollte allen klar sein, dass kleine Gärten pfiffige Lösungen erforderlich machen. Der Autor empfiehlt nicht nur die Fläche, die der Garten bieten, zu nutzen, sondern auch die Höhe der Pergolen, Etageren und Ampelpflanzen. Durch eine raffinierte Raumgartenaufteilung wirkt der Garten optisch immer weiträumiger. Hochbeet und Senkgarten sind eine spannungsreiche, zweckdienliche Ergänzung zu erdigen Beeten. Durch diese neuen Perspektiven wird der kleine Garten abwechslungsreicher gestaltet. Mittels Topfpflanzen kann man winzige Ecken sinnvoll nutzen. In unterschiedlichen großen Gefäßen werden Küchenkräuter, Staudenpracht, hübsch geschnittene Buchs, Rosen etc. untergebracht, (vgl :. 11).
Man lernt kreative Beete im Vorgarten kennen, aber auch formvollendete Vorgärten, die wenig Platz für Experimente lassen. Formschnittgehölze sind in der Lage, den schwierigen Spagat zwischen Ruhe und Lebendigkeit zu schaffen und gelten von daher als ungebrochenes Stilmittel bei der Gestaltung formaler Gärten, (vgl.: S.23). Begeistert hat mich eine Perlenschnur aus Buchskugeln im Rasenweg, aber auch die mit Buchs bepflanzten Edelstahlkübel. Zu Formschnittgehölzen passen Stauden und auch Kräuter sehr gut. Auf Seite 25 werden einige genannt.

Entzückend finde ich den Garten mit Minibäumchen, (siehe Seite 26) und jenen, der mit wenig Farbtönen und reduzierten Formen auskommt. In diesem Zusammenhang werden architektonische Pflanzen vorgestellt, wie etwa gelb panaschiertes Japangras und Stauden, wie Schildblatt und Funkien. Helle Marmorplatten variieren mit schwarzen Kieselstreifen, auch kleine Wasserbecken können eine Rolle spielen.
Sehr gut gefällt mir ein in Orange gestalteter Garten, dessen leuchtende Farbecken sehr warm wirken und nach Geselligkeit rufen. Minilösungen für Blumenreiche werden ebenfalls vorgestellt und natürlich auch romantische Gärten, die durch Rittersporn, Schleierkraut und Glockenblumen für Atmosphäre sorgen. Sehr schön ist der Garten, der durch eine Fülle von Gräsern bezaubert, aber auch die steinigen Bachläufe auf kleinster Fläche, umsäumt von Farnen Funkien und Prachtspieren.

Meine momentane Vorliebe gilt japanischen Gärten, von daher bin ich besonders angetan von dem gezeigten Azaleengarten. Ein Teich ist dort angelegt und eine Steinlandschaft sorgt für Stille.

Das Buch ist wirklich sehr inspirierend. Empfehlenswert.

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Rezension: Formschnitt Schritt für Schritt- Werner Hellendahl

In diesem Ratgeber für Hobbygärtner lernt man, wie man den Buchs, die Eibe, den Gingko, die Hainbuche, die Kiefer, den Liguster und Zypressen in Form bringt. Über das genannte Gehölz erfährt man auf den letzten Seiten jeweils Wissenswertes zu ihrem Wesen, der Schnitteignung, zum Schnittzeitpunkt, der Vermehrung und den Sorten sowie Arten.

Ich habe mich zunächst etwas gewundert, in der Aufzählung den Gingko vorzufinden, las dann aber, dass er kein ausgesprochenes Formgehölz sei, gleichwohl sei Formschnitt möglich, um die Größe zu kontrollieren. Wenn man den Gingko als Etagen-, Wolken-, oder Kugelbaum formen möchte, muss man die Äste im frühen Wachstum kürzen und in die entsprechende Richtung binden, (vgl.: 86).

Aufgeklärt wird man zu Beginn des Ratgebers über das Hilfsmittel Draht. Man lernt Buchs selbst zu ziehen. Das funktioniert tatsächlich, speziell wenn man Bewurzelungspulver verwendet.

Erklärt werden die Werkzeuge, die man zum Schneiden benötigt. Zur Sprache kommen: Astschere, Buchsschere, Beidhandschere, Schere für Feinschnitt, Wetzstab, Kombizange, Rosenschere, Leiter, Greifschneider, Auffangfolie, Draht, Drahtringe, Stäbe, Latten, Bretter, Handschuhe und Heckenscheren.

Man lernt Figuren mit festem Drahtgestell zu kreieren, auch Hecken mit Draht zu ziehen, um auf diese Weise das Auseinanderfallen der Hecken zu verhindern, Eibenbogenhecken zu schneiden, auch Kugeln zu gestalten und viele andere Naturskulpturen mehr auf den Weg zu bringen. Besonders gut gefällt mir der Lebensbaum-Obelisk. Einfach scheint es nicht zu sein, den richtigen Winkel für die Kantenschrägung auszuloten. Der 82-Grad- Winkel soll am geeignetsten sein, weil der Obelisk dann weder zu spitz noch zu rechteckig ist, (vgl.: 67).

Wunderschön sehen Eiben-Säulen mit Kugel aus. Wie man solche Säulen gestaltet, wird sehr gut erklärt. Begeistert auch hat mich ein "Hängebirken-Pavillon" und ein in Form gebrachter Gingko.

Natürlich lässt sich darüber diskutieren, ob Formschnitte nicht einer Vergewaltigung des Gehölzes gleichkommen. Diese Diskussion allerdings möchte ich nicht führen, sondern mich stattdessen der guten Erklärung zum Thema Buchsgestaltung erfreuen. Ich mag wohlgeformte Buchskugeln im Garten sehr und weiß das der Schnitt deren Wuchs fördert, man dem Gehölz durch den Schnitt keinen Schaden zufügt.

Lehrreich. Empfehlenswert.

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Rezension: Wildobst und seltene Obstarten im Hausgarten.

Helmut Pirc befasst sich in diesem reich bebilderten Buch mit Wildobst und seltene Obstarten im Hausgarten. Botanisch betrachtet sind "Wildobstarten" züchterisch nicht bearbeitete, durch Samen vermehrte Gehölzarten, deren Früchte man sammeln und nutzen kann, (vgl.: S.13). Der Autor fast den Begriff nicht zu eng, wie er schreibt und bezeichnet auch die Auslesen von Kornelkirsche, Sanddorn und Co. als Wildobst.

Im Garten sind Wildobstgehölze vielseitig einsetzbar. Sie gelten nicht nur als hübsche Blütensträucher, sondern auch ihre Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig, wie der Autor in der Folge zeigt.

Er untergliedert das Buch in:
Große Bäume
Mittelgroße Bäume
Große Sträucher bis kleine Bäume
Mittelgroße Sträucher
Klein- und Zwergsträucher
Kletterpflanzen
Sonstige Pflanzen mit essbaren Früchten
Vermehrung der Wildobstarten
Rezepte

Bei den großen Bäumen nennt er die Edelkastanie sowie den Gingkobaum und informiert jeweils über die Pflanzenmerkmale und die Verbreitung, informiert, über die Frucht und deren Verwendung, auch über Vermehrung sowie Anzucht u.a. m.

Der Gingkobaum trägt Früchte, die Mirabellen nicht unähnlich sind, allerdings im Gegensatz zu Mirabellen äußerst unangenehm riechen und zwar nach Buttersäure, die man nicht nicht verzehren sollte, aber deren Steinkerne man knacken kann. Den Inhalt röstet man wie Maronen, (vgl.: S.20).
Bei allen weiteren Baumbeschreibungen im Buch wird ebenso vorgegangen wie bei der Edelkastanie und dem Gingkobaum. In diesem Zusammenhang wird man sehr gut über die Eberesche, über Elsbeeren, über Mehlbeeren, über den Speierling und über die Jujube informiert. Es handelt sich bei der Jujube um eine chinesische Dattel, die eine Menge Eisen und Vitamin A enthält. Die Pflanze soll weitgehend schädlingsfrei sein. Dass man Vogelkirschen essen kann, wusste ich bislang noch nicht. Der Baum soll ein schöner Solitärbaum sein, der gut in naturnahe Gärten passt.

Weingartenpfirsiche sind nach meinem Geschmack das eigentliche Obst des Garten Eden. Im eigenen Garten kann man diesen Baum dann anpflanzen, wenn der Boden gut durchlässig und der Standort geschützt ist.
Hagebuttenbirnen waren mir bisher fremd. Dieses Wildobst ist eine Hybride, die man im 16. Jahrhundert erstmals im Elsaß fand. Heute findet man sie nur noch selten, weil sie besondere Ansprüche an den Boden stellen. Die Blätter sehen im Herbst übrigens wunderschön aus.
Es ist unmöglich an dieser Stelle alle beschriebenen Wildfrüchte zu nennen. Viele Arten der so genannten Felsenbirne werden genannt, deren Früchte erbsengroß sind und die man getrocknet als Korinthen verwendet.

Der Feigenbaum wird ebenfalls thematisiert und es wird diesbezüglich auf eine Fülle von Sorten und Auslesen Bezug genommen. Die Standortansprüche und Pflege wird ausführlich abgehandelt. Mein Feigenbaum gab den Geist auf, weil ihm im Kübel im dritten Jahr der Platz offenbar nicht ausreichte. Der Feigenbaum meiner Mutter gedeiht hingegen prächtig, weil sie ihn in den Garten gesetzt hat und er sein Wurzelwerk ausdehnen kann. Was das Wurzelwerk eines Feigenbaums anbelangt sind Legenden im Umlauf, die so im Buch nicht bestätigt werden.

Man lernt Kornelkirsch-, Mispel- und auch Kirschpflaumenbäume kennen. Die zuletzt genannte Pflanze kommt aus Sibirien, wie man erfährt. Bei mir im Garten ist sie wild aufgegangen. Bislang wusste ich nicht, dass man die Früchte essen kann. Im Kaukasus bereitet man daraus eine Art Chutney zu, das zu verschiedenen Fleischspeisen serviert wird.

Über Sandornsträucher wird man sehr gut aufgeklärt. Der Sanddorn braucht durchlässigen, lockeren, tiefgründigen und gut durchlüfteten Boden. Ich staune wie viele Sorten Sandorn es gibt und lese auch von Berberitzen, die ich bislang nur getrocknet beim Iraner in der Frankurter Markthalle gekauft habe (Berberitzen schmecken gut im Reis). Japanische Weinbeeren erinnern mich an Himbeeren. Korea-Kirschen, die nicht nur in Korea, sondern u.a. im Himalaja beheimatet sind, kann man auch im heimischen Garten anbauen, sofern man einen sandig-lehmigen Boden sein Eigen nennt.
Man erfährt wie man Wildobstarten vermehren kann, lernt diese auch zu veredeln und hat schließlich Gelegenheit sich in einige delikate Rezepte zu vertiefen.

Empfehlenswert.
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Rezension: Mein schöner Blumengarten: Pflegeleichte Beete - einfach gestalten (Gebundene Ausgabe)

Die Journalisten Ute Bauer ist die Autorin dieses reich bebilderten Gartenbuches, auf dessen erster Doppelseite sich ein Gartenkalender befindet, auf dem zu lesen ist, was im Garten in jedem Monat des Jahres zu tun ansteht.

Das Buch ist in folgende Oberbegriffe gegliedert:

-Klima und Boden
-Licht
-Stauden
-Zwiebeln und Knollen
-Sommerblumen
-Rosen
-Gehölze
-Gestaltung
-Sitzplatz
-Blütezeiten
-Farben

Natürlich spielen für die Pflanzenvielfalt das Klima und der Boden eine wichtige Rolle. Es ist sinnvoll bei der Pflanzenauswahl darauf zu achten, ob die Pflanzen auch zum Standort passen und es ist nützlich das Kleinklima u.U. zu verändern, wenn man möchte, dass bestimmte Pflanzen auch wirklich gut gedeihen.

Man wird sehr gut über die drei Bodentypen aufgeklärt. Hierbei handelt es sich um: leichten, sandigen Boden, um schweren, tonigen Boden und um mittlere Böden (Lehm). Man erfährt, wie man den Boden im eigenen Garten verbessern kann und wie man die Lichtverhältnisse dort zu werten hat. Zur Sprache kommen: sonnig, halbschattig, absonnig, schattig. Licht und Boden regeln gemeinsam die Feuchtigkeitsverhältnisse im Garten. Wenn die Humusschicht fehlt oder sehr dünn ist und gleichzeitig stark- sandig- steiniger Boden vorliegt, kommt es rasch zu Wasser- und Nährstoffmangel. Bei solchen Bodenverhältnissen geben Pflanzen zügig den Geist auf. (vgl.: S.18). Frau Bauer empfiehlt in einem solchen Fall einen Steingarten. Polsterbildende Stauden, wie Blaukissen, Steinkraut oder Hauswurz, auch Krokusse und Wildtulpen eignen sich in solchen Fällen.

Man lernt auf kargen Plätzen das Richtige anzubauen. Pflanzen wie Goldgarben, Lichtnelken und Wollziest werden in diesem Zusammenhang genannt. Zudem erhält man konkrete Porträts von Pflanzen für vollsonnig-trockene Plätze, ebenso wie für solche, die im Halbschatten und Schatten gedeihen und lernt einen kühlen Sitzplatz für heiße Tage im Garten zu gestalten.

Sehr interessant sind die Infos zu Teich und Sumpfbeet. Auch hier lernt man Pflanzen hübsch anzulegen und erhält eine Vielzahl von Pflanzenporträts für feuchte Standorte. Zu diesen Pflanzen zählt die Sumpfschwertlilie und auch der Goldfelberich.

Des Weiteren wird man in diesem hochinformativen Gartenbuch über Stauden informiert. Das sind Pflanzen, die im Sommer krautige Triebe bilden, sprich die nicht oder nur wenig verholzen. Bei diesen Pflanzen sterben die oberirdischen Teile während der Frostperiode ab und der Wurzelballen überwintert. Im Frühling dann treibt er wieder neu aus, (vgl.: S.35). Pflanzen dieser Art sind Pfingstrosen, Christrosen, Silberkerzen.
Man erfährt wie man Stauden pflanzt und auch pflegt, bevor man sehr gut über diverse Kräuter, Blattschmuckstauden, Bodendecker, filigrane Gräser, Zwiebeln und Knollen, informiert wird. Mich begeistern Gräser der Eleganz wegen und hier speziell das "Lampenputzergras", das Sonne und Wärme benötigt, um gedeihen zu können.

Den Sommerblumen gilt mein besonderes Augenmerk. Einige einjährige Sommerblumen kann man direkt ins Beet säen. Den Goldmohn und das Schmuckkörbchen mag ich am liebsten. Man lernt eine Vielzahl von Sommerblumen kennen, darunter auch das von mir geliebte Löwenmäulchen und die Jungfer im Grünen, die man direkt aussäen kann.

Interessant finde ich die Gestaltung einer Blumenwiese und auch die eines bunten Bauerngartens. Zweijährige Sommerblumen lernt man auch zuhauf kennen, darunter Goldlack, Maßliebchen, Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen und Fingerhüte.

Rosen kommen zur Sprache und hier speziell pflegeleichte Sorten. Man lernt auch ihre Begleiter kennen, darunter Rittersporn und Phlox, bevor man sich mit Gehölz wie Flieder, Zierapfel, Bauernjasmin, und Kolkwitzie kennenlernt. Das zuletzt genannte Gehölz kannte ich noch nicht, finde es aber wunderschön. Die rosafarbenen Blütenbüschel sollen sich aus einzelnen Glöckchen zusammensetzen. Der Strauch wird bis zu drei Meter hoch und soll, wenn er blüht, viele Bienen und Hummeln anlocken, (vgl.: S.69).

Man lernt in diesem Buch auch eine Menge über Beetgestaltung. Gartenplaner unterscheiden zwischen Leitpflanzen, Begleitpflanzen und Füllpflanzen. Besonders angetan bin ich von Höhenstaffelungen und von hübschen Linien und Begrenzungen. Die Vorschläge für Sitzplätze zum Relaxen und Entspannen sollte man sich ebenso durchlesen, wie jene zum Thema Sichtschutz. Hier kommen diverse Kletterpflanzen zur Sprache.

Über Duftpflanzen wird man gut informiert, auch über Dauerblüher. Man lernt in diesem Zusammenhang ein kleines Beet mit Dauerblühern zu gestalten, einen blütenreichen Vorgarten anzulegen, sich auch mit Herbstblumen zu befassen und sich schließlich mit dem Farbkreis auseinanderzusetzen. Mir gefallen blaue Blumen besonders gut. Davon werden eine Vielzahl näher beschrieben. Stauden-Lein kannte ich bislang noch nicht. Die himmelblauen Blüten mit den filigranen Stängeln sehen einfach entzückend aus.

Es werden diverse Farbkombis vorgestellt, weiches Rosa und Violett, edles Weiß und Silbergrau, auch schweres Rot und Purpur etc.. An heißen Sommertagen ist ein blaublühender Garten ideal, wie ich meine. Er suggeriert Kühle und lädt zum Verweilen ein.

Ein sehr informatives Gartenbuch.

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Rezension: Buchs - Prof. Dr. Tornieporth

Prof. Dr. Gerda Tornieporth ist die Autorin dieses reich bebilderten Buches, das sich umfassend mit Buchs, d.h. den Sorten, der Pflege, dem Formschnitt und der Gestaltung auseinandersetzt.

Buchsbäume zählen zu den Pflanzenarten, die uns ein Leben lang erfreuen können, sofern wir sie zu pflegen wissen. Die Autorin macht den Leser darauf aufmerksam, dass der "Buxus sempervirens" keine Friedhofspflanze ist, sondern "der fröhliche immergrüne Held" in südeuropäischen Dschungelwäldern. In der historischen Gartenkunst spielte der Buchs eine große Rolle. Schon der römische Schriftsteller Plinius d.J. (61-113) berichtet über den Garten seiner Villa Laurentinum am Fuße des Appenins und dessen Buchshecken. Die Römer sollen übrigens in ihren Gartenanlagen Buchsbäume zur Gestaltung strenger architektonischer Formen genutzt und diese regelmäßig geschnitten haben, (vgl.: S.13).


Man wird in der Folge über die "Knotengärten" und "Parterres" in den Gartenanlagen der Renaissance informiert. Der geschnittene Buchsbaum diente damals als Ausdrucksmittel der Symbolsprache. Mit seinen komplizierten Linien und geometrischen Mustern versinnbildlichte der "Knotengarten" die unauflösbare Liebe. Der weltberühmte Garten in Villandry (Loire) ist, das nur am Rande, ein Renaissancegarten. Dort findet man Buchskompositionen als "Parterre", d.h. als lebende Einfassungen der Beete.


Thematisiert werden des Weiteren die "Arabesken" im Barockgarten und die strenge architektonische Geometrie des Rokokogartens in der jeweils auch der Buchs von entscheidender Bedeutung war. Cottage-und Bauerngärten bleiben ebenfalls nicht ausgespart, bevor man Näheres über den Buchsbaum an sich erfährt. Bereits vor 40000 Jahren kannten die Menschen Buchsbäume. In Deutschland wächst er im Badischen wild und in gemäßigten, mediterranen und subtropischen Klimazonen wachsen derzeit noch 28 Buchsbaumarten wild. Man lernt die Kennzeichen und Merkmale kennen, die alle Buchsbaumarten gemeinsam haben, wird über frostharte und nicht frostharte Arten informiert und kann sich mit dem "Buxus sempervirens", dem immer grünenden Buchs näher befassen und auch vielen anderen Sorten, die ich an dieser Stelle nicht alle aufzählen möchte.


Die Autorin bespricht in der Folge Sorten für niedrige Hecken und Beeteinfassungen, mittelhohe und hohe Hecken sowie Sorten für die Einzelstellung und gibt stets Erklärungen ab zu Laub, Wuchs und Verwendung. Anschließend wird man u.a. genau über die Anlage von Beeten und Wegen aufgeklärt und wie man Buchsbaumhecken pflanzt. Hohe Hecken an Gartengrenzen werden ebenso beleuchet und auch Labyrinthe und Irrgärten, über deren Symbolcharakter man Wissenswertes erfährt. Man lernt, wie man einen Formschnitt realisiert, z.B. bei Buchskugeln, auch bei Spiralen und Pyramiden, sowie Tier- und Fantasiegestalten, um schließlich mehr als nur hinreichend über Vermehrung, Pflege etc. des Buchses aufgeklärt zu werden.


Welche Bedeutung der Buchs in der Volksmedizin und in der Magie einst hatte, erfährt man ganz zum Schluss.

Alles in allem ist dieses Buch für Hobbygärtner eine Bereicherung. Ich habe viel in puncto Buchs dazugelernt und weiß nun, welche entscheidende Fehler ich im Laufe der Jahre immer beim Schnitt und der Pflege gemacht habe und auf was ich hätte beim Kauf achten müssen.

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Empfehlenswert.

Rezension: Eleganz im Beet- Pflanzen in Silber, Gold und Schwarz

Die Biologin Dr. Kristin Lammerting ist die Autorin dieses Gartenbuches, in welchem sie sich mit edler Farbgestaltung in Gärten befasst. Nicht das Bunte kommt bei ihr zum Tragen, sondern Pflanzen in Silber, Gold und Schwarz. Ihre Texte werden von vielen Fotos, die sie zumeist selbst realisiert hat, begleitet. Diese Fotos verdeutlichen, dass Aussagen wie etwa "Silberfarbene Blätter schenken einen feinen, hellen Glanz und reflektieren schwaches Licht an verhangenen Tagen oder sogar noch den Mondschein", (Zitat: S.6) keine Kopfgeburten sind.
Das Buch ist untergliedert in:
1. Silber- Edle Lichtreflexe
2. Gold- Kostbare Farbnuancen
3. Schwarz- Wie edle Seide
4. Kombination- Voller Eleganz

Silberpflanzen im Beet verleihen Pflanzenarrangements anmutige Lichtreflexe. Schon in der Antike kannte man Silberpflanzen wie "Lavendel" und "Edelraute", die man damals als Heil- und Duftkräuter verwendete. In der Renaissance wurden sie übrigens neben "Heiligenkraut" in Knotengärten aber auch in Parterres gepflanzt.

Silberpflanzen harmonieren mit grünem und rotem Blattwerk. Blau und Silber sollen erfrischend wirken und Weiß und Silber wirken eher sehr kühl. Demnach ist diese Kombination ideal für die heißen Tage.

Man lernt eine Vielzahl silberner Pflanzen kennen und erfährt jeweils etwas zu Wuchs, Blüte, Standort, Verwendung und Varianten. Bei den goldenen und schwarzen Pflanzen in der Folge wird in gleicher Weise verfahren.

Zur Sprache kommen bei den silbernen Pflanzen: Silberraute, Japanischer Regenbogenfarn, Silbriges Kaukasusvergissmeinnicht, Filziges Hornkraut, Elfenbeindistel, Blauschingel, Blaublatt- Funkie, Lavendel, Silbriges Lungenkraut, Silberblättriges Heiligenkraut, Woll-Ziest und Silberne Königskerze.
Silber in Verbindung mit Rosé ist der Klassiker englischer Beetkunst. Sehr edel sehen violettfarbene Ritterspornhybriden im silbernen Umfeld aus. Die Autorin nennt einjährige Mohnsorten in Rosa und Violett, die sich bestens in Silberkompositionen einfügen. Mehr noch als die blauen oder violetten Farbtupfer inmitten von silbernen Schattierungen gefallen mir ein Silberbeet mit weißen Blüten oder auch die Silber-Kombination mit pfirsichfarbenen Steppenkerzen. Die Autorin nennt unendliche viele Variationen und weiß die Vorteile jeder einzelnen Kombination gut zu beschreiben.

Bei den goldenen Pflanzen beschreibt sie: Gold-Garbe, Frauenmantel, Nadelblättriges Mädchenauge, Steppenkerze, Japan-Goldbandkreis, Taglilie, Gold-Blatt-Funkie, Gestreifte Sumpf-Schwertlilie, Fackellilie, Ligularie, Gold-Felberich, und Goldsturm-Sonnenhut. Kombinationen mit Goldblüten oder -blättern schenken Beeten selbst an trüben Tagen Wärme. Diese Farbverbindung überzeugt mich am meisten, weil sie ganz ungemein lebensbejahend wirkt.

Schwarze Blüten und Blätter können tatsächlich sehr edel und wirklich schön ausschauen, aber sie fördern m.E. die Melancholie. Thematisiert werden: Schwarzer Günsel, Schwarze Stockrose, Dunkle Oktober-Kerze, schwarzblättrige Dahlie, schwarzblättriges Purpurglöckchen, Schwarze Bart-Iris, Purpur-Kreuzkraut, Schwarzer-Schlangenbart, gefüllter Schwarzer Mohn, Afrikanisches Lampenputzergras, Fetthenne und Schwarze Tulpen.

Mir gefallen durchaus auch die Silber-Gold-Schwarz- Kombinationen, wie sie auf den letzten Seiten näher beschrieben werden, aber ich selbst würde stets den leuchtenden Goldtönen den Vorrang geben.

In seiner Gesamtheit ist das Buch ungeheuer inspirierend.

Auf den letzten Seiten sind weitere silberne, goldene und schwarze Pflanzen verzeichnet. Man erfährt jeweils den Namen, die Blütezeit, den Standort, die Blütenfarbe, die Sorte und sonstige hilfreiche Bemerkungen.

Empfehlenswert, für alle, die ihrem Garten eventuell ein neues Gesicht verleihen wollen. Schwarze Papageien-Tulpen sind für mich kein Ausdruck des Frühlings. Ich kann mich mit ihnen nur anfreunden, wenn sie mit orangfarbenen Geschwistern ein Beet zieren.

Empfehlenswert.

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Rezension: Geschenke aus dem Rosengarten.

Die Autorinnen Maria Theresia Riedl und Beate Hölscher haben gemeinsam mit der Fotografin Anneliese Kompatscher das vorliegende Buch auf den Weg gebracht. Zur Sprache kommen Florales, Kulinarisches, Wellness und Pflege, aber auch Rosen-Porträts. Nach einem kurzen historischen Abriss über Rosen erfährt man u.a. wie man diese erntet und trocknet, liest über Rosenblüten in der Floristik und erfährt, wie man Rosenwasser selbst herstellen und Rosen kulinarisch verarbeiten kann, d.h. beispielsweise Rosenessig und Rosenöl kreiert.

Wie man aufgrund zahlreicher Fotos meinem Gartenblog entnehmen kann, gedeihen im Garten meiner Mutter Englische Rosen sehr gut. Deshalb auch werde ich ihr das Buch schenken, um sie zu gestalterischem Tun mit ihren Rosen zu motivieren.

Vorwegschicken möchte ich, dass die Autorinnen sehr gut erklären, wie man die einzelnen Geschenke gestaltet. Mir gefällt der Biedermeierstrauß aus Rosen, Clematisblüten, Kräutern, Wildrosentrieben mit Hagebutten und Schmuckbändern ausgezeichnet. Lobend erwähnen möchte ich, dass genau beschrieben wird, wie man einen solchen Strauß bindet. Es kann im Grunde nichts schief gehen.

Ein wirklicher Traum ist der "Rosenkorb", in dem neben Englischen und Historischen Rosen auch einige Pfingsrosen im Blattwerk Platz finden. Das "Rosenblütenherz" ist ein hübsches Muttertagsgeschenk und der "Tischkranz aus Rosen" ist eine solch gelungene Tischdekoration, dass man unbedingt Gäste damit beglücken sollte.

Die Zubereitung von "Hagebuttenlikör" ist relativ einfach. Der Likör soll mindestens 1 Jahr reifen, bevor er gut ist. Eine Alternative hierzu ist der "Rosenlikör", der neben natürlichem Rosenwasser und stark duftende Damazener- Rosenblüten, Wodka, Weinbrand und andere Ingredienzien enthält. Nicht uninteressant sind die Rezepte für Marmelade, wie etwa "Rosen-Felsenbirnen Marmelade", "Rosen-Marmelade mit Pfirsich und Nektarine" aber auch "Hagebuttenmarmelade". Felsenbirnen übrigens zählen zur Familie der Rosengewächse.

Man erfährt nicht nur, wie man eine "Rosentorte" zubereitet, sondern auch wie man "Orientalisches Rosenlokum" herstellt. Diese Süßigkeit wird im Orient zu Mokka serviert. "Süße Rosenblüten" sollen sehr delikat zu Eiscreme munden. Wie man ein wohlschmeckendes "Rosen-Eis" herstellt, erfährt man dann in der Folge.

Bei den Wellness-Produkten hat mich ein selbstgemachtes Badeöl "Rose-Lavendel" und ein entsprechendes "Körperöl" sehr angesprochen. Der "Rosenweihrauch" duftet vielversprechend, dies gilt auch für die Räucherkugeln "Rosentraum".

24 Rosensorten werden im Anschluss porträtiert. Man erfährt jeweils Näheres zur Herkunft, Blüte, zum Wuchs, zum Standort der Rosen und erhält zudem jeweils einen wichtigen Hinweis zu jeder speziellen Rosenart. Meine Lieblingsrose im Buch ist die "Charles de Milles". Diese Rose gibt es seit 1790. Damals nannte man sie "Bizarre Triomphant". Es handelt sich hierbei um eine prachtvolle Rose, die nicht kälteempfindlich ist. Einen Korb voller "Charles de Milles" und man wähnt sich im Paradies....

Empfehlenswert.

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Rezension: 120 populäre Gartenirrtümer und wie man sie vermeidet

Dieses Buch des Biologen Wolfgang Hensel, illustriert mit witzigen Cartoons von Friedrich Werth, wird Gartenfreude entzücken. Wenn ich abends mit meiner Mutter telefoniere, lese ich ihr derzeit stets daraus vor und wir unterhalten uns dann über die genannten Irrtümer ausgiebig. Nach ihrer Ansicht lernen hier sogar kundige Hobbygärtner noch etwas hinzu. Fehlinformationen gibt es viele und einige davon werden von einer zur nächsten Generation weitergegeben.

Gehören Agaven tatsächlich zu den Kakteen? Muss man wirklich das Wasser im Gartenteich austauschen, wenn dieser voller Algen ist? Dürfen Nadelbäume nicht geschnitten werden? Stimmt es, dass Baldrianpflanzen die Katzen anlocken? Zerstören Efeuwurzeln die Hausmauern tatsächlich? Über Sachverhalte dieser Art wird man im gut Buch aufgeklärt. Gefreut habe ich mich, dass mit dem Vorurteil, dass Efeuwurzeln die Hausmauern zerstören, aufgeräumt wurde. Nur wenn eine Efeupflanze einen Riss oder eine Spalte in einer Wand bzw. einer Mauer vorfindet, sind die Haftwurzeln in der Lage dort einzudringen. Faktisch schützt Efeu die Hauswand vor starken Temperaturschwankungen und verhindert auf diese Weise die Bildung neuer Risse, (vgl.: S.31).

Aufgeräumt wird u.a. mit dem Irrtum, dass Gartennelken ein Ersatz für Gewürznelken sein können. In diesem Zusammenhang wird auch von so genannten "Deutschen Kapern" berichtet, die aus den Knospen von Kapuzinerkresse, Sumpfdotterblume oder Besenginster einstmals hergestellt wurden, aber nichts mit echten Kapern, die von einem Strauch stammen, der am Mittelmeer beheimatet ist, zu tun haben.

Stimmt es wirklich, dass man Pflanzen im Sommer einmal täglich gießen muß und alle Gewürzpflanzen heiße, trockene Standorte benötigen? Was sind eigentlich "Hexenringe"? Schädigen diese den Rasen? Stimmt es, das Künstdünger schädliche "Chemie" für die Pflanzen ist? Sind Stockrosen tatsächlich dornenlose Rosen? Verbessert Torf wirklich den Boden?

120 populäre Gartenirrtümer werden im Buch ausgeräumt. Hobbygärtner dürfen aufhorchen und sich dabei der liebevollen Illustrationen erfreuen.

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Empfehlenswert.



Rezension: Ein Garten der Natur: Friedrich Ludwig von Sckell und die Parklandschaft zu Nymphenburg

Dieses traumhafte Buch ist dem "Nymphenburger Park" in München gewidmet. Dem Dumont-Reisetaschenbuch München kann man den Vermerk entnehmen: "Nymphenburger Park", Schloss Nymphenburg; große Parkanlage teils in französischem, teils in englischem Stil mit Brunnenanlage, See und drei kleinen Schlösschen (S.178). Im Jahre 2002 besuchte ich am Ostermontag aufgrund dieser kleinen Notiz diesen Park und war überwältigt von der Schönheit. Jetzt nach fast neun Jahren wurden aufgrund des vorliegenden Buches meine Erinnerung erneut wach. Die Fotografien von Sigrid Neubert verzichten auf alles Bunte, sind in Schwarzweiß oder in herbstlichen Farbtönen gehalten und lassen den Eindruck entstehen, dass das Kopfkino sich auf geheimnisvolle Weise zu visualisieren beginnt.

Nachdem ich mich zunächst in die Bilder vertieft habe, über die ich später etwas schreiben möchte, habe ich zunächst die Seiten 94-95 gelesen, um mehr über die Fotografin und die Autoren im Buch zu erfahren.

Die Meisterfotografin Sigrid Neubert absolvierte Ende der 1940er Jahre die Fotoschule in München und hatte im Anschluss daran ihr eigenes Atelier in Frankfurt. Von 1955 bis 1990 war sie als Architekturfotografin tätig und reiste zu diesem Zwecke im Auftrag von Architekten nach Südamerika, Afrika und in den nahen Osten. Neuberts große Liebe gilt dem Nymphenburger Park, wovon sie nicht nur in vorliegendem Buch Zeugnis ablegt.

Der 1750 geborene Landschaftsgärtner Friedrich Ludwig von Sckell reiste nach seiner Lehre nach Versailles, um dort die Gartenkunst Le Notres kennenzulernen. Anschließend studierte er die neuen Landschaftsgärten in England. In seinem dann höchst bemerkenswerten beruflichen Werdegang wurde er nie Nachahmer, sondern ging stets seinen eigenen Weg. 1803 erhielt er den Auftrag seitens des damaligen Kurfürsten Maximilian IV. und späteren Königs von Bayern dem Schlosspark zu Nymphenburg die heutige Form zu geben. Von Sckell starb 1823 in München.

Der Autor des Essays "Paradigma Park" Peter Latz hat seit 1983 den Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Planung an der Technischen Universität in München inne. Mehrfach international ausgezeichnet wurde er für sein Werk der Metamorphose eines ehemaligen Hüttenwerks im Landschaftspark Duisburg Nord.

Bevor ich mich mit den Fotos und den diesen begleitenden Texten auseinander gesetzt habe, las ich zunächst erst den sechsseitigen Essay "Paradigma Park". Latz beginnt seinen Essay mit dem Satz "Der Park ist ein öffentlicher Raum". Anschließend skizziert er die Geschichte der Parks, die anfänglich zunächst Jagdwälder waren. Später erst dienten sie der Repräsentation und wurden Lustgärten für den Hofstaat. Der Pläsier wegen wurden sie immer raffinierter gestaltet. Für Latz sind die Landschaftsgärten des 18. und 19. Jahrhunderts unübertroffen und zwar sowohl die romantisch-konservativ gestalteten, wie der Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe, aber auch die klassisch-harmonischen wie etwa der "Englische Garten" in München von Friedrich Wilhelm von Sckell.

Man liest von der Entwicklung der Parks hin zum bürgerlichen Aufenthaltsort im 19. Jahrhundert. Durch diese "Volksgärten" beabsichtigte man dem Wunsch nach gesellschaftlicher Gleichstellung mit dem Adel und dem Bildungsanspruch des Bürgertums nachzukommen. Mitte des 20. Jahrhunderts dann trat die Ästhetik in den Hintergrund, weil der so genannte "Funktionalismus" die Gestaltungssprache der Wiederaufbaus war, (vgl.: S.89).

Parks erleben derzeit eine neue Blüte und zwar als hilfreiches Heilmittel für belastete Industrie- und Transportbrachen. Diese Parks unterwirft man den Regeln der Nachhaltigkeit. Nach ökologischen Grundregeln wird eine natürliche Entwicklung auf den Weg gebracht, allerdings hervorgerufen und aufrechterhalten durch die Technik. Da die Technologien für den Unterhalt großer Parks sehr teuer sind, stammt die Mehrzahl der Anlagen aus primär land-und forstwirtschaftlich abgeleiteten Methoden.

Latz erläutert näher, weshalb ein Park ein System von Informationsschichten ist und den Wunsch nach Gegenwart impliziert. Auf alle Facetten seines Essays näher einzugehen, führt an dieser Stelle zu weit, denn das Hauptaugenmerk sollte den Bilder der Fotografin Sigrid Neubert gelten, die sich zu Beginn durch einen Eingangstext vor Friedrich Ludwig von Sckell und seinen Gärten der Natur textlich verneigt, bevor sie mit ihren Bilderwelten aufwartet, die von zitierten Gedanken des Sckells begleitet werden.

Die Fotos wirken unwirklich, wie Träume oder gedankliche Blicke in die Vergangenheit und sie beeindrucken durch ihre Poesie. Auf einem Schwarzweiß-Foto, das mich vom Motiv her an ein Gemälde von Monet erinnert, sieht man einen See, schattenspendende Bäume und ein Brücke. Man vermisst das Grün keineswegs, sondern achtet darauf, wie sich die Bäume fast eitel im See spiegeln. Auf einem anderen Schwarzweiß- Foto sieht man ein einen See, ein Pavillon, Bäume. Man ahnt, dass dieses Bild in einem Schlosspark aufgenommen ist, aber man muss ein Kenner des Nymphenburger Parks sein, um zu wissen, dass die Aufnahme dort entstanden ist.

Es folgen beeindruckende Bilder, deren Motive ich an dieser Stelle leider nicht alle beschreiben kann und kleine Texte von Sckell, wie dieser: "Der Wert eines Naturgartens liegt nicht in seinem ausgedehnten Umfang, sondern in seinem inneren Kunstwert, in seinen schönen Formen und Bildern."(Zitat Seite: 25).

Ein Schwarzweiß-Foto, das ich besonders mag, ist im Herbst aufgenommen worden. Man wird mit einem kleinen Weg konfrontiert, der aus einem Wald herausführt. Das alte Brückengeländer ist mit Amphoren dekoriert. Begleitet wird das Bild von folgendem Text:

"Menschen, die die Welt noch nie betrübte und die ein beständiger Frohsinn beglückt, sehnen sich vorzugsweise nach den lieblichen Bildern der Natur, während andere, die stets des Schicksals harte Laune empfinden mussten, die bald die Hoffnung, bald die Freundschaft oder die Liebe täuschte, sich den frohen Zirkeln zu entfernen suchen, diese fliehen und eher in düstere Wälder, in heilige Haine, wo Ruhe, Einsamkeit und hoher Ernst wohnen, hineilen."(Zitat: S. 30)

Eine Farbaufnahme, die leichten Nebel auf einer diffus von der Sonne bestrahlten Wiese im Park zeigt, gefällt mir sehr gut, auch ein Schwarzweiß-Foto mit zwei auf Podesten stehenden Figuren, die ins Wasser zu blicken scheinen und Zeitlosigkeit thematisieren. Zauberhaft ist das Foto, auf dem ein Wasserfall abgelichtet ist. Dort befindet sich eine weiße Marmorskulptur, eine Frauengestalt, von der man meint, sie erfrische sich vergnügt durch ein dauerhaftes Duschbad.

Antike Skulpturen im Park, an einem nebeligen Tag aufgenommen, schaffen surreale Welten, bewirken gedankliche Zeitreisen, besonders dann, wenn man allein durch den Park spaziert. Eines der letzten Fotos zeigt einen steinernen Satyr, auf einer Querflöte spielend, fast unbemerkt im Laub sitzend. Vor meinen geistigen Auge taucht der Begriff "Waldeslust" auf und erhält durch den Anblick des Satyr eine völlig neue Bedeutung.

Ein wundervolles Buch. Empfehlenswert.

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